Wettbewerb unter den vereinsgeführten Museen

Preis für Pastoren Scheune Düdinghausen

In der Dreggestobe fliegen die Späne
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In der Dreggestobe fliegen die Späne – Drechsler Bernd Eickhoff macht die Vorführungen im Drechselmuseum in der Pastoren Scheune in Düdinghausen zu einem Erlebnis.

In einem mehrjährigen Kooperationsprojekt – gefördert durch die regionale Kulturpolitik des Landes NRW – möchten das LWL-Museumsamt für Westfalen, der Westfälische Heimatbund (WHB) und der AK Museumslandschaft Hochsauerlandkreis auch die Vernetzung und Neuausrichtung kleiner im HSK angesiedelter Museen unterstützen. Darunter ist nun auch die Pastoren Scheune in Düdinghausen. 

Düdinghausen – Den Auftakt für diese Qualifizierungsoffensive bildete ein Wettbewerb unter den vereinsgeführten Museen der Region. Zwei Museen sollten ausgewählt werden, die intensiv in ihrer Neuausrichtung beraten werden und anschließend anderen Museen ihre Erfahrungen weitergeben können. Unter den Bewerbern schälten sich fünf Finalisten heraus: Westdeutsches Wintersportmuseum Neuastenberg, Museum der Stadt Marsberg, Gerichtsmuseum Bad Fredeburg, Pastoren Scheune Düdinghausen und Heimatmuseum Borgs Scheune. Eine 8-köpfige Jury mit Fachleuten aus dem gesamten Bundesgebiet hat einstimmig unter den fünf Finalisten als Preisträger das Museum des Stadt Marsberg und Pastoren Scheune in Medebach-Düdinghausen ausgewählt - mit folgender Begründung für das Museum Pastoren Scheune Düdinghausen:

„Wegen zahlreicher guter Ansätze der musealen Arbeit und des Modellcharakters für viele kleine Museen wird die Pastoren Scheune Düdinghausen für die Qualifizierung ausgewählt“, so die WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers. „Sie hat mit der Drechseldorfgeschichte ein klares Alleinstellungsmerkmal, welches es vielseitig transportiert.“ Die Arbeit umfasse daneben Geschichtsvermittlung und Naturschutz. Pastoren Scheune sei zudem ein attraktiver außerschulischer Lernort, der auch Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte in den Blick nimmt. Der Verein habe sich deutlich für Barrierefreiheit engagiert und halte im Museumscafé mit den Waffeln ein gefragtes kulinarisches Angebot vor. Auch könne sich das Museum durch seine Einnahmen selbst tragen. Der Verein habe sich über viele Jahre weitergebildet und Hilfestellung zur Professionalisierung eingeholt.

Alle fünf Finalisten des Wettbewerbs werden vom LWL-Museumsamt für Westfalen und dem WHB beraten, welche zukünftigen Netzwerkpartnerschaften und Strukturveränderungen für die einzelnen Einrichtungen profilierend, sinnvoll und gewinnbringend sind. Die beiden ausgewählten Gewinner werden zusätzlich intensiv qualifiziert und begleitet.

Dr. Ulrike Schowe, stellvertretende Leiterin des Sauerland-Museums und Koordinatorin des AK Museumslandschaft HSK, erklärt: Im Hochsauerlandkreis könne so um das moderne Sauerland-Museum als Knotenpunkt herum ein Netz mit qualitativ hochwertigen kleinen Museen gesponnen werden. Sie könnten einzelne Angebote des Sauerland Museums ergänzen, vertiefen, bereichern und zusammen mit ihm für Besucher ein Qualitätsnetzwerk bilden, welches in der gesamten Region und darüber hinaus kulturelle Ausstrahlung habe. Die Beratungen beginnen alsbald. Noch 2021 werden erste Erfahrungen aus dieser Beratung in einer Tagung weitervermittelt.

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