Natur-Oase entsteht aus Teich und Wasserlauf

Renaturierungsprojekt in Medebach-Berge startet

Am Renaturierungsgelände Teichanlage v. l.: Stadtvertreter Josef Mütze und Ortsvorsteher Albert Strackerjan.
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Am Renaturierungsgelände Teichanlage v. l.: Stadtvertreter Josef Mütze und Ortsvorsteher Albert Strackerjan.

Medebach - Es vergeht eine geraume Zeit, bis sich aus einem Samenkorn eine schöne, blühende Pflanze entwickelt. Aber die Geschichte des alten Schwanenteichs in Berge dauerte etwas länger. „So liegen die Planungen doch schon mehr als 10 Jahre zurück“, erinnert sich Stadtvertreter Josef Mütze aus Berge.

Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche freut sich und fasst die Entwicklung in treffenden Worten zusammen: „Was lange währt, wird endlich gut." Mit der nun endlich möglichen Umsetzung des Projekts vereinen wir mehrere Vorteile. Der Bereich des Schwanenteichs wird deutlich aufgewertet und mit der Gesamtmaßnahme erzielen wird positive ökologische Aspekte.“ Josef Mütze veranschaulicht die Einzelheiten: „Wir haben mit dem alten verschlammten Teich, der dem Dorf früher als Löschteich im Brandfall gedient hatte, seit Jahren großen Handlungsbedarf. Die Stadt Medebach hat diese Thematik immer in großen Zusammenhängen gesehen und auf Projektmittel der EU gesetzt. Jetzt sind wir dankbar, dass wir endlich dieses Renaturierungsprojekt starten können“. Dankbar klärt Bürgermeister Grosche über die Finanzierung des Großprojektes auf: „Die Förderung als Renaturierungsprojekt mit einer Förderquote von 80 Prozent hat die Umsetzung möglich gemacht. „Ich danke allen, die sich in das Projekt eingebracht haben.“

Ökologische Erwartungen 

Der kleine Fluss, der im Wald entspringt, fließt im Oberlauf durch die Teichanlage und wird im Weiteren über Wiesen geführt, die durch die Grünlandnutzung bis nahe am Fluss bearbeitet werden. Von einer ökologischen Durchgängigkeit bei diesem Flussverlauf kann man durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr sprechen. Ortsvorsteher Albert Strackerjan erläutert die ökologischen Erwartungen an das Projekt: „Heute brauchen wir den Teich nicht mehr, weil die Löschwasserversorgung durch Hydranten sichergestellt ist. Wir möchten aber die heimische Flora und Fauna hier im dorfnahen Weidebereich wiederherstellen“, erklärt Strackerjan. „Es sollen sich sogar in kleinen Stillgewässern der Weiden wieder Fische ansammeln können. Das ist ein ökologischer Pluspunkt für unsere naturbelassene Landschaft im Dorf.“

Das Ziel dieser Renaturierunsgmaßnahme ist eine deutlich natürlichere Nutzung des wassernahen Geländes durch Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig sieht diese Maßnahme vor, dass im Bereich der ehemaligen Teichanlage ein Bachlauf geformt wird, der sich am mäandrierenden Verlauf der Natur orientiert. Dabei ist auch die Ausformung eines Kolkes vorgesehen, der als offener Wasserspielbereich für Kinder oder als Tretbecken genutzt werden kann. Ein modernes Aktiv-Wasserspiel ergänzt diesen Spielbereich, dass mit Unterstützung des Regionalbudgets der Leader Region Hochsauerland möglich geworden ist. Zusammen mit einer von Leader geförderten Holzhütte entsteht hier in ein öffentliches Freizeit- und Erholungsgelände für Einheimische und Touristen. Es dient gleichzeitig als Anlaufpunkt und Aufenthaltsbereich für Wanderer. Nach diesen aufwändigen Arbeiten und Investitionen hoffen die Bewohner, dass sie für alle Menschen das öffentliche Gelände in der Mitte des Ortes wieder „zum Blühen“ bringen können.

Weil der Flussverlauf auch unter einer Straße durchführt, muss der Straßendurchlass im Rahmen der Renaturierungsmaßnahme angepasst werden. Dadurch ist auch eine Sperrung der Straße Ronninghauser Weg in Berge notwendig wird. Die Straßensperrung Ronnighauser Weg in Berge ist im Zeitraum geplant: bis 15. Mai.

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