Eine verbindende Chorreise

Rund 100 Sänger aus sechs Chören der Region Medebach besuchen Litauen

Die drei mitwirkenden Chöre beim gemeinsamen Vortrag des Liedes „Baltas paukstis/Weißer Vogel“ in Kaunas.

Medebach. Das europäische Förderprogramm Leader hat schon zu vielen bemerkenswerten Projekten für die Region Hochsauerland geführt. 93 Sängerinnen und Sänger sowie 30 Begleitpersonen aus sechs verschiedenen Chören der Region haben jetzt mit einer Fahrt nach Litauen und einem großen Chorkonzert in Kaunas ein weiteres Highlight hinzugefügt.

Das neue Leader-Programm sieht unter anderem einen Ansatz für die Förderung internationaler Begegnungen und Zusammenarbeit vor. Ein Konzert des Jugendchores „Perpetuum Mobile“ aus Kaunas mit mehreren Medebacher Chören im Jahre 2015 in Medebach führte bei allen Mitwirkenden zu der Überzeugung, dass diese Begegnung nicht einmalig bleiben dürfe. Die musikalischen Begegnungen mit der Region um Kaunas sollten mit Unterstützung durch Leader ausgebaut und für die Zukunft gefestigt werden. Bei den verantwortlichen Gremien und Behörden stieß die Idee auf offene Ohren, sodass im August 2016 ein Zuwendungsbescheid erteilt wurde. Gefördert wird ein Teil der Reisekosten für eine Begegnung in Litauen 2017 und eine Begegnung in der Region Hochsauerland 2018. Als Projektträger fungiert der Hansechor Medebach. Nach über achtmonatiger intensiver organisatorischer Vorbereitung starteten die 123 Teilnehmer aus sechs Chören der Region mit drei Bussen in Richtung Kiel. Der Medebacher Bürgermeister Thomas Grosche verabschiedete die Gruppe. 

Gemeinsames Konzert 

Von Kiel aus ging es mit der Fähre nach Klaipeda. Nach einer Nacht auf See traf die Gruppe dort am Freitagnachmittag ein und fuhr mit den im Hafen schon wartenden drei litauischen Bussen zum rund 200 Kilometer entfernten Ziel Kaunas weiter, wo alle Teilnehmer gemeinsam in einem Hotel im Zentrum der Stadt untergebracht waren. Am Samstagmorgen bestand Gelegenheit, in kleinen Gruppen das Zentrum von Kaunas, der mit rund 500.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Litauens, kennenzulernen. Am Samstagnachmittag folgte der eigentliche Höhepunkt der Reise. Der Chor wirkte in der Jesuitenkirche an einer Messe mit drei Kirchenliedern mit. Nach einer kurzen Pause schloss sich an gleicher Stelle das große gemeinsame Chorkonzert mit dem Jugendchor „Perpetuum Mobile“ mit seiner Dirigentin Beata Kijauskiene, dem Studentenchor der Technischen Universität Kaunas mit seiner Dirigentin Danguole Beinaryte und dem erweiterten Hansechor Medebach an. 

Der überwältigende Applaus und die spürbare Begeisterung der Besucher machten den Teilnehmern deutlich, wie präzise die drei Dirigenten Burkhard Lefarth, Helen Zaloga und Martina Dienst den erweiterten Hansechor in rund einjähriger Probenarbeit auf dieses Konzert vorbereitet hatten. Als Höhepunkt trugen alle drei Chöre ohne vorherige Probe mit Burkhard Lefarth als Dirigent das bewegende Lied „Baltas paukstis/Weißer Vogel“ des litauischen Komponisten Vitautas Kernagis gemeinsam vor, für das Heinrich Nolte eine deutsche Textfassung geschrieben hatte. 

Fortführung in den kommenden Jahren

Nach dem Konzert wurde eine Einladung an die beiden Chöre aus Kaunas ausgesprochen, im kommenden Jahr zu einem gemeinsamen Konzert in das Hochsauerland zu kommen. „Wenn ein Land so viele junge Menschen hat, aus deren Gesichtern man Optimismus und Fröhlichkeit so beeindruckend ablesen kann, dann kann dieses Land nur eine gute Zukunft haben“, sagte Projektleiter Heinrich Nolte. Am Sonntag standen des Weiteren Führungen mit deutschsprachigen Stadtführern durch die Hauptstadt Vilnius und anschließend eine Besichtigung der gotischen Wasserburg Trakai auf dem Programm. Am Montagmorgen wurde eine kleine Delegation des Chores in der Stadtverwaltung von Kaunas empfangen, wo mit der Stadtdirektorin, der Kulturdezernentin und dem Verantwortlichen für internationale Beziehungen der Inhalt des Projektes und seine Fortführung in den kommenden Jahren besprochen wurden.

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