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Sauerland auf der Spur

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Diese Schüler gehören zu einer Projektgruppe der Verbundschule, die sich mit der Herkunft des Sauerlands beschäftigen.
Diese Schüler gehören zu einer Projektgruppe der Verbundschule, die sich mit der Herkunft des Sauerlands beschäftigen.

Die Herkunft des Sauerlandes zu erforschen hatte sich die 19-köpfige Projektgruppe aus den Klassen 7 und 8 der Verbundschule Medebach-Hallenberg unter Leitung ihres Lehrers Edgar Lonk und Vermittlung von Horst Frese, Vorsitzender der AG der Heimatvereine in Medebach, zum Ziel genommen.

Sie suchten ein Fenster in die Erdgeschichte und brauchten nicht weit zu fahren. In den Gesteinsschichten der vom örtlichen Heimatverein präsentierten Düdinghauser Steinbrüche lag das Buch der Erdgeschichte aufgeklappt. Sie mussten es nur lesen lernen. Anleitungen dazu gab Geoparkführer Berni Eickhoff. Seine Behauptung, die Region habe noch vor 320 Millionen Jahren unter einem Meer gelegen, traf auf ein staunendes Echo. Zum Beweis suchten die Jugendlichen nach Zeugnissen der alten Zeit und fanden sie in Form von versteinerten Meeres-Muscheln.

Außergewöhnliche Gesteinsformationen

Die spannende Frage war nun, wie aus den Gesteinsschichten des Meeresbodens ein übermeerisches Gebirge geworden war. Auch hierzu verrieten die Steinbrüche einiges – und zwar durch steil nach oben gefaltete Gesteinsschichten, ja sogar wie ein Torrahmen gefaltete Schichten. Die Gruppe zeichnete nun zur Schärfung ihrer Sinne diese außergewöhnliche Gesteinsformation ab – so wie es die Forscher vor Erfindung der Fototechnik gemacht hatten.

Wer war so stark, die flachen Gesteinsschichten hoch zu falten? Und nun gings zum Kern der Sache: Die jungen Forscher erfuhren, dass sich der Kontinent Afrika, die sogenannte afrikanische Platte, damals vor 300 Millionen Jahren auf Nordeuropa zu bewegte, dem breiten Meeresboden keinen Raum ließ, dieser also die Flucht in Form der Aufwölbung zu einem schmalen bis 4000 m hohen Gebirge antrat. Und aus diesem Gebirge ist letztendlich das Sauerland entstanden.

Erdgeschichtliche Vulkankuppe

Welche Kraft konnte Afrika in Bewegung bringen? Hier kam man schnell zu der Antwort, dass hierfür wohl nur die Hitze im Erdinnern in Betracht komme. Und Berni Eickhoff verwies zum Beweis auf sichtbare schmale weiße Gesteinsschichten, die aus Asche von untermeerischen Vulkanen bestehen. Im benachbarten Welleringhausen gebe es noch eine erdgeschichtliche Vulkankuppe.

Die Hitze im Erdinnern bringt auf der Welt also ständig die Kontinente durch Vulkanausbrüche und auch Erdbeben an ihren Rändern in Bewegung. Die anspruchsvolle Forschungsreise wurde zur Erfrischung des Geistes unterbrochen durch eine Besteigung der steilen Kreuzberg-Westwand mit anschließender Urkundenverteilung. Eine recht erkenntnisreiche Forschungsreise – und nun wissen die Schüler, wo das Sauerland herkommt.

Die Exkursion ist Teil einer Exkursionsserie zu spannenden Lernorten der Heimat. Sie wird unterstützt von der AG der Heimatvereine in Medebach als Beraterin für Lernorte und preisgünstige Reisen mit Linienbussen sowie in finanzieller Hinsicht von der Volksbank Bigge-Lenne und der NRW-Stiftung.

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