St.-Sebastianus-Schützen planen Festschrift – Aufruf zur Ursachenforschung

Wie kam Standarte nach Medebach?

Die Bundesstandarte des Sauerländer Schützenbundes befindet sich seit 75 Jahren in der Obhut der Medebacher Schützen.

Die Bundesstandarte des Sauerländer Schützenbundes befindet sich im kommenden Jahr seit 75 Jahren in der Obhut der Medebacher St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft.

Wie die Standarte nach Medebach gekommen ist, konnten die Schützen bis heute nicht genau ermitteln. Aus Anlass des Jubiläums möchte die Bruderschaft allerdings eine Festschrift herausgeben, in der sie die vergangenen 75 Jahre Revue passieren lassen wollen.

„In den letzten Jahren, seitdem es Digitalfotografie gibt, haben wir viele Fotos der Standarte im Archiv, Papierbilder sind schon seltener. Fotos, die älter als dreißig Jahre sind, sind auch in unserem Archiv eine Seltenheit“, berichtet Josef Schreiber, Hauptmann der Medebacher Schützen. Daher möchte er einen Aufruf an das gesamte Sauerland starten, Bilder und Geschichten, die sich um die Standarte drehen, den Medebacher Schützen zur Verfügung zu stellen. „Insbesondere interessiert uns, ob noch jemand rekonstruieren kann, warum die Bundesstandarte nach Medebach gekommen ist“ so Josef Schreiber.

Das erste Bundesschützenfest des SSB wurde nach Angaben Schreibers wohl 1938 in Arnsberg gefeiert. Dort wurde auch die neu angeschaffte Bundesstandarte des Schützenbundes ihrer Bestimmung übergeben und erstmals in einem großen Festzug gezeigt. Aus alten Unterlagen geht hervor, dass die Standarte im Arnsberger Sauerlandmuseum eingelagert werden sollte und 1939 das Bundesschützenfest nach Medebach vergeben wurde. Aufgrund des Kriegsausbruchs fand das Fest nicht mehr statt. Der nächste Hinweis auf die Bundesstandarte stammt erst wieder aus dem Jahr 1945, als sie auf dem Dachboden des damaligen Medebacher Hauptmanns Kaspar Schäfer wieder auftauchte. Damals rettete dessen Ehefrau die Standarte vor der Vernichtung durch die Alliierten, indem sie das auf das Banner gestickte Hakenkreuz vernichtete. Aus Dankbarkeit dafür vertraute des Sauerländer Schützenbund der Medebacher Bruderschaft das Banner auf Lebenszeit an.

Wie und warum die Standarte bereits im Vorfeld des nicht veranstalteten Bundesschützenfestes 1993 nach Medebach kam, ist nicht mehr zu recherchieren. „Vielleicht gibt es in Arnsberg ja noch Unterlagen oder Zeitzeugen, die uns bei der Beantwortung dieser Frage helfen können“ hofft Josef Schreiber.

Für die Festschrift, die die Medebacher Schützen spätestens zur Bundesversammlung des Sauerländer Schützenbundes veröffentlichen möchten, hoffen die Herausgeber zudem auch auf Anekdoten und Geschichten rund um beziehungsweise Fotos bei verschiedenen Veranstaltungen.

Bei überregionalen Veranstaltungen sticht das Banner des Sauerländer Schützenbundes häufig allein durch seine Begleitung hervor. Neben dem Schützenhauptmann und seinem Adjutanten wird die Standarte von vier mit Hellebarden dekorierten Offizieren begleitet.

Kontakt für Hinweise unter Mail: josef_schreiber@web.de oder % 0 29 82/90 02 50. (Von Kaspar Kämper, meschede@sauerlandkurier.de)

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