Drei Medebacher Ehrenamtler bei Neujahrsempfang geehrt

Starke Liebe zur Heimat

Hermann Hoffmeister, Peter Groß und Nikolaus Schäfer (hier mit Tochter) wurden von Thomas Grosche geehrt. Foto: Jörg Leske

Unter besonderer Anerkennung des Ehrenamtes fand am Dienstagabend der Neujahrsempfang in der Medebacher Schützenhalle statt. Unter den gut 350 geladenen Gästen waren unter anderem auch der Landtagsabgeordnete Matthias Kerkhoff, Bürgermeister Michael Kronauge aus Hallenberg, Bürgermeister Werner Eickler aus Winterberg und Landrat Dr. Karl Schneider, der die Hansestadt nach seiner Aussage oft und gerne besucht.

Schneider wünschte den Medebachern eine erfolgreiche Leader-Bewerbung und würdigte allen ehrenamtlich Tätigen ein besonderen Dank, da ohne das Ehrenamt die vielen Projekte nicht umgesetzt werden könnten. Drei der zahlreichen Ehrenamtler wurden mit der Ehrenmedaille der Hansestadt Medebach und einer Urkunde für ihre Dienste geehrt. Hermann Hoffmeister ist eng mit der Kolpingfamilie verbunden und neben 50 Jahren Vorstandsarbeit noch in vielen anderen Bereichen aktiv. Auch Peter Groß hat sich in Jahrzehnten Vereinsaktivität einen Namen gemacht und ist immer zur Stelle, wenn es irgendwo brennt. Aus der Feder von Nikolaus Schäfer, eines Medebacher Originals, stammen zahlreiche Dokumente der Heimats- und Geschichtsforschung, die mit seiner starken Liebe zur Heimat entstanden sind.

Bürgermeister Thomas Grosche gab im Jahresrückblick einen kurzweiligen und unterhaltsamen Einblick mit einer Bild- und Video-Präsentation in einige der vielfältigen Highlights in Medebach. Mit 67.000 Übernachtungen steht Medebach auf Platz drei in der Region hinter Willingen und Winterberg. Einen großen Anteil daran hat der CenterParcs, der auch eine gute Kaufkraft nach Medebach bringt. Das nutzen Geschäftsleute mit Firmengründungen in verschieden Bereichen. Um den Tourismus weiter zu attraktiveren, wurden Wanderwege und eine illuminiertes Wasserspiel auf dem Marktplatz eingerichtet. Zur weiteren Stärkung ist ein großes Kinder-Kletternetzsystems im Bereich des Brombergs in der Nähe des CenterParcs für dieses Jahr geplant. Dass Medebach auch sportlich aktiv ist, bewiesen Sophie Gerloff, die souverän die Deutsche Rennrodel-Meisterschaft gewann, und die Fußballer der B-Jugend, die Kreismeister wurden und sogar in die Bezirksliga aufstiegen. Im CenterParcs trafen sich die Tischfußballer zur Deutschen Meisterschaft. Ein unterhaltsames Event, welches auch für 2015 geplant ist, war der Kindermitmachzirkus.

Regenerative Energien bleiben Thema

Zum Thema Kinder und Jugend gehört natürlich auch das Schulwesen und die Bildung. Hier verkündete Bürgermeister Grosche, dass es mehr Schüler aus der Nachbarschaft nach Medebach zog als Medebacher Schüler auswärtige Schulen besuchten. Ein Ausbildungskompass wurde vorgestellt und die Kolpingfamilie stellt Ausbildungspaten bereit. Arbeitsplätze gebe es zahlreich in Medebach, alleine über 600 im Gewerbegebiet, das jetzt über die neue L740 wieder vernünftig erreichbar ist. Im vergangenen Jahr ging der langgehegte Wunsch der Sanierung in Erfüllung, dabei wurde auch der Anschluss an die schnelle Datenautobahn mit eingebracht. Die Schutzgebiete in Medebach seien für die Gewerbetreibenden teilweise ein Stein im Weg, dafür bleibe die Hansestadt von der Landesregierung bei der Windkraft etwas mehr verschont als andere Städte. „Einzelanträge können trotzdem noch folgen“, informierte der Bürgermeister. Die regenerativen Energien werden 2015 weiter Thema bleiben. Sorgen machen die Leerstände von Wohnraum. Um dieses Problem zu bekämpfen, wurde ein Leerstandsmanagement eingerichtet. Einige der Wohnungen kommen Asylbegehrenden zu Gute. Von diesen leben derzeit 47 in Medebach. Ein Baustein der dringenden Hilfestellung liefert die evangelische Kirchengemeinschaft mit wichtigen Sprachkursen. Thomas Grosche möchte die finanziellen Aufwendungen für Asylbewerber gerne erst an dritter Stelle oder noch später nennen, kritisiert aber in dem Zug Bund und Land, die die Städte mit diesem eigentlich gesamtgesellschaftlichen Problem allein stehen lassen.

Ein harter Schlag in diesem Jahr sind die in den vergangenen Jahren von rund 2 Millionen auf rund 220.000 Euro gesunkenen Schlüsselzuweisungen. „Die Änderungen im Gemeindefinanzierungsgesetz gehen deutlich zu Lasten des ländlichen Raums“, stellte Grosche fest und kritisierte: „Die Kompensation von maroden Ruhrgebietsstädten kann nicht durch ländliche Städte funktionieren.“ Mit Konzerten auf „Gut Glindfeld“ macht sich Medebach auch kulturell einen Namen. Das größte umgesetzte Projekt mit über 5000 ehrenamtlichen Stunden war jedoch das Kunstprojekt „KUMA“ in Oberschledorn. Die Eröffnung wird in diesem Jahr stattfinden. „Lassen Sie uns so weiter machen“, freute sich Bürgermeister Thomas Grosche auf zukünftige Projekte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare