Zum Tanzen geboren

Tänzerin Tina Hellwig aus Medebach will Deutsche Meisterin werden

Die Tanzgruppe zeigte beim Straßenmalerfest in Medebach, was sie von Tina Hellwig gelernt haben.

Medebach. „Born to Dance“ („Geboren, um zu tanzen“) – dieser kleine, schwarze Schriftzug mit Notenschlüssel verziert ihren linken Arm. Für Tina Hellwig aus Medebach ist die Tätowierung nicht nur irgendein Spruch, der in ihrer Haut verewigt wurde, sondern für die 1993 in Korbach geborene, kosovarische Tänzerin beschreibt dieses Motto genau das, was sie ist – eine geborene Tänzerin aus Leidenschaft. Hellwig blickt in ihren jungen Jahren schon auf einen beachtlichen Werdegang zurück und will in diesem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft im Hip-Hop und Dancehall durchstarten

Das Motto ihres Tattoos „Born to DANCE“ steht symbolisch für den Verlauf des jungen Lebens von Tina Hellwig. „Ich habe bereits mit sieben Jahren schon mehrere Stunden jeden Tag getanzt“, erzählt die 25-Jährige. „Nach der Schule habe ich meinen Kassettenrecorder angemacht und dann drei bis vier Stunden in meinem Zimmer vor dem Schrankspiegel alles ausprobiert. Zuerst tanzte ich auf die aktuellen Songs von Britney Spears und probierte die unterschiedlichen Styles aus“, berichtet die Vize-Deutsche Meisterin im Streetdance von ihren Anfängen. Doch nicht nur Britney Spears, Christina Aguilera und die No Angels haben die zweifache Mutter im Alter von sieben Jahren stark geprägt. Bereits 2002 zeigte Tina Hellwig ihr Können bei der „Mini Playback Show“ im Centerpark in Medebach auf der großen Bühne. „Ich habe einfach mitgemacht und auf meine Lieblingslieder ,Dirty‘ und ,Toxic‘ getanzt, mich ausprobiert und drei Minuten lang entertaint. Dadurch habe ich dann dort gleich zwei Jahre lang hintereinander gewonnen“, freut sich die Tänzerin, die Leistungssport, Familie und Beruf gekonnt miteinander vereint, noch heute über ihre Erfolge aus den Kindertagen. 

Steil ging es in den folgenden Jahren bergauf mit der energiegeladenen, sportlichen Hip-Hopperin, denn kein geringerer als Detlev D Soost, der zwischen 2000 und 2012 als Jurymitglied der Castingshow „Popstars“ bekannt wurde, eröffnete in Korbach eine Tanzschule. „Das war total krass. Ich habe das mit der Eröffnung in der Schule erfahren. Als ich zu Hause war, habe ich sofort meine Mama überfallen, damit ich dort tanzen darf. Nach kurzer Überlegung kam dann auch das Ok. Ich habe mich sofort angemeldet und schon ging es los mit Streetdance und Hip-Hop“, schwelgt Hellwig in Erinnerungen. 

Bei Detlev D Soost gelernt 

Talent, tägliches stundenlanges Tanzen in der Vergangenheit vor dem Schrankspiegel und jede Menge Ehrgeiz trugen schon nach vier Wochen Training mit Detlev D Soost dazu bei, dass sie mit ihrem Lehrer gemeinsam in Korbach auf dem Altstadtfest auf der Bühne stand. Doch das alles reichte dem damals noch schüchternen, jungen Mädchen nicht. Nach drei Jahren trennte sie sich von ihrem Instrukteur, verabschiedete sich aus dem Studio, um ihr eigenes in Medebach im Jugendzentrum zu eröffnen. „Die Routine, die sich eingeschlichen hatte, reichte mir nicht mehr. Ich habe 2008 den Tanzfilm ,Honey‘ gesehen und war total infiziert. Für mich stand sofort fest, ich will die Jugend von der Straße holen und für das Tanzen begeistern“, so die engagierte Tänzerin. Gesagt getan, das Studio wurde eröffnet und ruckzuck meldeten sich Gruppen dort an. 

Tina Hellwig hat die Deutsche Meisterschaft im Blick.

Tägliches Training und ein gutes Miteinander trugen dann dazu bei, dass sich die Streetdancerin täglich weiterentwickelte. Noch im selben Jahr sicherte sich Tina Hellwig die Deutsche sowie die Internationale Vizemeisterschaft im Streetdance und Hip-Hop. Bei der Castingshow „Supertalent“ kam die Medebacherin kurz darauf unter die zehn besten Teilnehmer, bei Viva live gewann sie souverän vor der gesamten Konkurrenz. „Das hat mir alles enormen Auftrieb gegeben. Ich dachte, was ich kann, das kann meine Crew auch. Also habe ich meine Mannschaft für Wettbewerbe startklar gemacht. Wir haben richtig Gas gegeben und dadurch auf den Wettbewerben und Contests deutschlandweit alle Titel geholt. Insbesondere aber den Westdeutschen Meistertitel 2010 in Kleve, der uns die Teilnahme an der Europameisterschaft in Paris im Disneyland einbrachte. In Paris haben wir in unserer Altersklasse als einzige deutsche Gruppe auf ganz hohem Niveau das Halbfinale erreicht“, erzählt sie nicht ohne Stolz. 

Liebe hält Einzug in ihr Leben

Aber nicht nur die Erfolge auf tänzerischer Ebene bestimmten das Leben der damals 17-Jährigen. Auch die Liebe hielt Einzug in ihr Leben. Sie lernte ihren heutigen Ehemann Robin Hellwig kennen. Turbulente Jahre folgten, die Streetdance Academy in Winterbach wurde 2012 eröffnet sowie ihre Söhne Elyas (4) und Adrian (3) geboren. Nach zwei Jahren Babypause ging es für Hellwig dann energiegeladen weiter. „Dafür trainiere ich hart“ Zahlreiche Auftritte deutschlandweit mit ihren Gruppen gehörten genauso zur Tagesordnung wie tägliches und ausdauerndes Tanztraining mit ihren 150 Schülern. 

Streetdance, Hip-Hop, Dancehall, Locking, Popping und House bestimmen von morgens bis abends das Leben der Tänzerin. Nach dem erfolgreichen dritten Platz bei der Westdeutschen Meisterschaft im Mai, bei dem sie in Gütersloh mit ihrer gemischten Formation aus Medebach und Winterberg auftrat, möchte sie sich jetzt im Solo einen Traum erfüllen. „Mein großes Ziel ist es, in diesem Jahr Deutsche Meisterin im Hip-Hop und Dancehall zu werden. Dafür trainiere ich hart. Jeden Tag Ausdauertraining in freier Natur, das bedeutet, dass ich acht bis zehn Kilometer laufe. Danach ist dann drei Stunden Solo-Tanztraining vor dem Spiegel angesagt, bevor das Training mit den Kids im Studio startet“, so Hellwig abschließend. 

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