Mit Sportlern aus ganz Europa

In Titmaringhausen dreht sich alles um das Mountainbike

Mountainbiker aus ganz Europa haben sich in Titmaringhausen angekündigt.

Titmaringhausen. Gerade ist das Schützenfest verklungen, da rüstet sich Titmaringhausen schon wieder für eine weitere große Veranstaltung: In dem kleinen Ort dreht sich am Samstag, 2. September, und Sonntag, 3. September, alles rund um das Mountainbike. Bereits zum achten Mal werden Sportler aus ganz Europa erwartet, die von 38 bis zu 101 Kilometern mit über 2300 Höhenmetern beim MTB-3-Täler Marathon bewältigen wollen.

Dass das Rennen durchaus auch überregionale Bedeutung hat, sieht man daran, daß in Titmaringhausen der achte Lauf zur NRW-Trophy und die deutschen Hochschulmeisterschaften ausgetragen werden. Daneben soll es in diesem Jahr auch wieder den Graf-Stollberg-Sprint geben, der in das Rennen integriert ist und mit vielen zusätzlichen, wertvollen Sachpreisen, die von der Graf-Stollberg-Hütte auf dem Pön gesponsert werden, lockt. Durchgeführt wird das Rennen länderübergreifend vom Sportverein Titmaringhausen (NRW) in Zusammenarbeit mit dem RadWerk Upland e.V. aus Hessen. „Was Winterberg und Willingen können, können wir auch“, dachte sich der radsportbegeisterte Johannes Frese im Jahr 2010 und gründete mit einigen Upländern den Radsportclub „Radwerk Upland“. 

Schon im ersten Jahr wurde im Herbst der erste 3-Täler Marathon rund um Titmaringhausen angeboten. Zur Durchführung eines so großen Bike-Events ist eine riesige Vorbereitung notwendig. Bereits direkt nach dem Rennen wird über eventuelle Streckenänderungen für das nächste Jahr diskutiert. „Dann ist alles noch ganz frisch“, so Frese „und wir notieren uns alle Verbesserungsvorschläge und Anregungen, damit wir für das nächste Jahr nichts vergessen.“ Im Winterhalbjahr gilt es Sponsoren zu finden und die Ausschreibungen zu tätigen. Der Flyer muss entworfen, gedruckt und unter die Leute gebracht werden. Außerdem wird Kontakt mit dem „Time and Voice-Team“ aufgenommen, das für die professionelle Zeitmessung verantwortlich ist. 

Hunderte Helfer im Einsatz

 „In den ersten Jahren haben wir noch per Hand mit Stoppuhren gearbeitet und zur Sicherheit alles gefilmt. Ein Riesen-Personalaufwand, der nie so genau und einfach wie die computergesteuerte Zeitmessung ist. Auch die Bergwacht muss für das Wochenende gebucht werden, um bei möglichen Unfällen sofort fachmännische Hilfe zu leisten“, so Frese. Im Frühjahr wird die Homepage aktuallisiert und die Online-Anmeldung freigeschaltet. 400 Sportler heißen auch mindestens 200 Autos, die zu parken sind. Wer Titmaringhausen kennt, weiß, dass dies in dem engen Talkessel nicht so einfach ist und so wird jedes Jahr Henskes Wiese unter´m Dorf zum Großraumparkplatz. 

Es gilt Helferlisten zu erstellen, die gefühlte tausendmal geändert werden müssen, immerhin sind um die 120 Leute von acht bis achzig Jahren in ihren knallig orangenen T-Shirts als Streckenposten, Kuchenfee, Moderatorenteam, Mädchen für alles, Besenfahrer, Leitungsteam und und und einzuteilen. Schon Wochen vorher muss die Strecke hergerichtet werden, das heißt, Wege frei schneiden, mulchen, mögliche Gefahrenstellen beseitigen und wenn nötig umgestürzte Bäume mit schwerem Gerät entfernen. Ungefähr eine Woche vorher herrscht dann Ausnahmezustand in beiden Vereinsvorständen: Rund um Hanno, Reini, Mattes, Sisi, Stefan und Dieter sind alle täglich im Einsatz, opfern Urlaub, um die Strecke endgültig zu präparieren und das Werner Lange Stadion in ein Bikerparadies zu verwandeln. Nicht nur die Biker benötigen nach dem Rennen eine Dusche (es wird ein Duschzelt an der Schützenhalle mit warmen Wasser aus Jakobs Fernwärmeanlage aufgestellt), sondern auch für die mehrere tausend Euro teuren Räder wird eine Waschstraße eingerichtet. 

Auch der Start ist nicht alltäglich

Zwei Tage vor dem Rennen beschildert Dieter Thiesmeier, der Erste Vorsitzende vom Radwerk Upland, die Strecke. Es müssen ungefähr 250 Hinweisschilder und 8 Kilometer Flatterband angebracht werden. Am Vorabend müssen Prallmatten an besonders gefährlichen Kurven im Ort aufgebaut werden, die in Titmaringhausen aus Stroh- Quaderballen bestehen. Außerdem werden die Verpflegungsstationen eingerichtet. Am Morgen vor dem Start wimmelt es in der Schützenhalle vor Helfern: Die Startnummernausgabe, Nachmeldungen und das Frühstück mit den eigens kreierten Marathon-Brötchen müssen organisiert werden. 

Dann wird es endlich 10 Uhr. Und wie sollte es auch anders sein, der Start ist in Titmaringhausen auch nicht alltäglich: DJ Thomas Beck lässt das unverwechselbare Intro von Hells Bells von AC/DC durch die Boxen dröhnen. Danach schicken die Böllerrätze aus Hesborn mit ihren Böllern die Sportler mit einem ohrebetörenden Knall auf die Strecke. Das Besondere am 3-Täler-Marathon in Titmaringhausen ist die einzigartige Strecke, die fast nur aus naturbelassenen Wegen und Furten besteht. 

Weitere Infos und Anmeldungen unter www.titmaringhausen.de oder info@radwerk-upland.de.

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