Hinweise verdichten sich

Weitere Zeugen im Medebacher Mordprozess vernommen

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In Handschellen verfolgten die Angeklagten am vierten Prozesstag die Zeugenaussagen.

Medebach/Arnsberg - Vor der Zweiten Großen Strafkammer als Schwurgericht des Landgericht Arnsberg wurden im Medebacher Mordprozess am vierten Verhandlungstag am Freitag drei weitere Zeugen vernommen. Dabei verdichteten sich die Hinweise, dass der 67-jährige getötete Rentner aus Medebach kein Unbekannter im homosexuellen Milieu gewesen ist

Ein Freund des Opfers bestätigte vor Gericht, von den homosexuellen Neigungen des Opfers gewusst zu haben. „Wir haben uns vor 20 Jahren während der Arbeit in Brilon kennengelernt. Jahre später haben wir uns dann in Medebach wiedergetroffen“, erklärte der 42-jährige Zeuge vor Gericht. „Dass er schwul war, hat er mir gesagt. Er war regelmäßig in Frankenberg und Bad Wildungen unterwegs. In Korbach waren ihm hinterher zu viele Drogis unterwegs.“ 

Der Freund des Opfers erklärte zudem, dass der Verstorbene in keiner festen homosexuellen Beziehung gestanden habe, er seine sexuelle Orientierung in Medebach aber verschweigen wollte. Des Weiteren erklärte der Augenzeuge vor Gericht, dass er regelmäßig im Haus des Rentners verkehrt habe und dieser ihn zweimal versucht habe anzubaggern. „In Medebach kusierten viele Gerüchte, unter anderem dass er Drogenhandel betrieben habe“, so der Zeuge. Er erklärte zudem, dass der Renter morgens immer über Bargeld verfügt habe, er abends aber „pleite“ gewesen sei und des Weiteren zwei Handys sein Eigentum nennen konnte. 

Der fünfte Prozesstag findet am 30. Oktober statt

Ein weiterer Zeuge gab vor der Strafkammer des Landgericht Arnsberg zu Protokoll, dass er zweimal von dem Verstorbenen befriedigt worden sei und dafür jedes Mal 50 Euro erhalten habe. „Der Kontakt entstand in Medebach auf dem Marktplatz. Er hat mich angesprochen und mir seine Hilfe in Sachen Schule und Arbeitssuche angeboten“, so der 26-jährige Zeuge. Im Haus des Opfers sei es dann beim zweiten und dritten Treffen zu sexuellen Handlungen gekommen. Der Zeuge hoffte, dass der Rentner ihm seine angebotene Hilfe auch tatsächlich angedeihen ließe. Zu weiteren Übergriffen sei es nicht gekommen. 

In seiner Aussage bestätigte anschließend der Polizeibeamte, der mit seinem Kollegen als Erstes am Tatort erschienen ist, dass die Haushilfe ihm die Tür geöffnet habe. „Wir haben die Räume durchsucht und dann anschließend sofort die Kriminalpolizei verständigt. Beim Herausgehen sagte die Mitteilerin zu uns: Das musste ja irgendwann so kommen. Der hat sich ja öfter junge Männer aus dem Strichermilieu ins Haus geholt“, so der Beamte, woraufhin Rechtsanwalt Ingmar Rosentreter aus Köln sofort auf die fehlende Protokollierung in den Gerichtsakten verwies. Bevor der vierte Prozesstag endete, wurden noch weitere Anregungen vor dem Landgericht vorgetragen mit der Bitte, zusätzliche Zeugen zu vernehmen. Der fünfte Prozesstag findet am 30. Oktober um 9 Uhr im Landgericht Arnsberg statt.

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