"Das Herz von Meschede" 

1150 Jahre Stift Meschede - Vielfältiges Programm zum großen Jubiläum

+
Freuen sich auf das Stiftsjubiläum: Michael Schmitt, Pfarrer der St.Walburga Gemeinde und Leiter des Pastoralverbandes Meschede-Bestwig, Ulrich Hengesbach, Vorsitzender vom Bürgerzentrum Alte Synagoge, Bürgermeister Christoph Weber, Werner Wolff, Vorsitzender Kulturausschuss, Pater Werner, Abtei Königsmünster und Barbara Grundhoff, Dekanatskirchenmusikerin im Erzbistum Paderborn.

Meschede - Im Zentrum von Meschede gelegen prägt die altehrwürdige Pfarrkirche St. Walburga, bis 1805 Stiftskirche, das Stadtbild der Kreis- und Hochschulstadt. Im Jahr 2020 feiert der Stift Meschede nun sein 1150. Jubiläum. Grund genug für zahlreiche Akteure aus Stadt, Kultur und Kirche ein breitgefächertes Programm zu gestalten.

„Oben Barock, unten karolingisch“, so simpel erklärte Michael Schmitt, Pfarrer der St. Walburga Gemeinde, bei der Vorstellung des Veranstaltungsprogramm des Stiftsjubiläums 2020 den Kirchenbau in Meschede, der seinen Ursprung im Jahr 870 hat. „Der Stift St. Walburga war mit die älteste klösterliche Niederlassung hier in der Region und wohl das bedeutendste Kloster Südwestfalens“, berichtete er mit Stolz.

Noch heute zeugen die spätkarolingische Umgangskrypta und große Teile des Kirchenturms von der Anfangszeit des Gotteshauses im neunten Jahrhundert. Nach dem 30-jährigen Krieg zur Barockkirche umgebaut, nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und durch den Anbau der Emhildiskapelle 1965 ergänzt, versprüht die Kirche sowohl architektonisch als auch historisch eine abwechslungsreiche Entwicklung, die auch im Jubiläumsjahr gewürdigt werden soll

Zeugnisse aus der Vergangenheit: Der original Altarunterbau ist ein Zeugnis aus der Gründungszeit der Kirche. Die Tonkrüge sind Replikate.

„1150 Jahre Stiftsjubiläum – wir haben uns gefragt, was machen wir daraus“, so der engagierte Mescheder Pfarrer. Vor zwei Jahren habe man begonnen sich in einem Gremium Gedanken zu machen, wie man dieses Jubeljahr gebührend mit einem breiten Programm gestaltet könnte. Beteiligt waren Vertreter der Kirchengemeinde St. Walburga, der Stadt Meschede, der Abtei Königsmünster, des Stadtmarketings und weiterer Kooperationspartner.

"Die Kirche ist wichtig für die Stadt."

„Es haben sich viele in dem Vorbereitungsteam eingebracht. Die Kirche ist wichtig für die Stadt. Außer ihr stand 1945 quasi nichts mehr. Sie ist das Herz von Meschede“, hob er die Bedeutung des Gotteshauses und des ehemaligen Stifts noch einmal hervor. Auch Bürgermeister Christoph Weber, Teil des Vorbereitungsgremiums, teilte diese Auffassung und nannte „Abtei – Stift – Himmelstreppe“ die drei wichtigsten Säulen für die Stadt. In der Vorbereitungszeit versuchte das Team viele verschiedene Ideen in Einklang zu bringen und wagte damit „einen ersten Versuch das komplexe Thema zu strukturieren“, wie es Bürgermeister Weber bezeichnete. Denn die geschichtlichen und religiösen Entwicklungen des Stiftes seien teils sehr kompliziert. „Es waren zwei spannende Jahre. Die Beteiligten waren bunt gemischt. Wir haben konstruktiv diskutiert.“ Entstanden ist eine Mischung aus Gottesdiensten, Vorträgen, Konzerten, Festen und Exkursionen, die in einem informativen Programmflyer zusammengefasst ist.

StiftsChor macht den Auftakt

Der Auftakt der Feierlichkeiten findet bereits in diesem Jahr am Samstag, 23. November, mit dem Fest zu 100 Jahre Mescheder StiftsChor statt. „Zu einem Fest gehört ja auch immer Musik. Das Chorjubiläum ist der feierliche Beginn des Programms“, betonte Barbara Grundhoff, Dekanatskirchenmusikerin im Erzbistum Paderborn. Das Chorjubiläum steht unter dem Motto „1150 Jahre Mescheder Musikgeschichte – Impulse für heute“.

Doch nicht nur der Stiftschor und andere Chöre sollen das kommende Jubiläumsjahr musikalisch mit Festkonzerten bereichern sondern auch die jungen Mescheder Bürger. „Ab Januar gehe ich wöchentlich in die Kindergärten und studiere eine Kinderkantate mit den Kids ein. In der Walburgawoche werden die Kinder dann miteingebunden.“

Walburgawoche wird Teil der Feierlichkeiten

Die Walburgawoche als Teil der Feierlichkeiten findet von Samstag, 25. April, bis Sonntag, 3. Mai statt. Sie ist geprägt von Wallfahrtstagen und Gottesdiensten. „Außerdem besuchen die Klassen der St.Walburga Hauptschule die Pfarrkirche. Die Schule hat ja viele Schüler mit Migrationshintergrund, auch viele muslimische Jugendliche. Dieser interreligiöse Austausch ist sehr spannend“, ergänzte Pfarrer Michael Schmitt.

Ein weiteres Highlight des Programms stellen Stiftsmarkt und Stadtfest von Freitag bis Sonntag, 11. bis 13. September, dar. „Der Stiftsmarkt macht die Klostertradition erlebbar und schafft für das Klosterleben eine Plattform“, erklärte Pater Werner von der Abtei Königsmünster. Bislang haben sich über 20 Stifte, Klöster und Ordensgemeinschaften aus Deutschland und Österreich angekündigt, die ihre selbstgemachten Produkte anbieten wollen.

"Ein zufriedenstellendes Ergebnis"

Elfeinhalb Vorträge, eine Zahl angelehnt an die 1150 Jahre, und Exkursionen komplettieren das Angebot. „Es ist ja nicht immer einfach städtische und kirchliche Dinge zu vereinbaren. Das hat man bei den Diskussionen gemerkt, aber ich finde wir haben ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“, so Bürgermeister Christoph Webers abschließendes Fazit.

Das Programm ist im Katholischen Pfarramt in Meschede erhältlich. Außerdem kann es als PDF unter www.katholische-kirche-meschede-bestwig.de/home/stiftsjubiläum-2020 heruntergeladen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare