Abschied von Eigenständigkeit

Viele Gemeindemitglieder verabschiedeten sich persönlich von ihrem Pfarrer, der jedoch weiterhin die priesterlichen Dienste in Freienohl, Wennemen und Olpe wahrnehmen wird. Foto: Kaspar Kämper

Mit einem "Dankeschönfest" in der Freienohler Schützenhalle verabschiedeten sich die Katholiken aus Freienohl, Olpe und Wennemen am vergangenen Samstag von ihrer Pfarrgemeinde unter Leitung von Pfarrer Michael Hammerschmidt.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem feierlichen Hochamt in der Pfarrkirche St. Nikolaus. An diesem Gottesdienst nahmen die Fahnenabordnungen sämtlicher Vereine aus Freienohl, Wennemen und Olpe teil. Im Anschluss an die Messe marschierten die Abordnungen in die Schützenhalle, in der sich der Festakt anschloss. Pfarrer Michael Hammerschmidt, der 43. und wohl auch letzte Pfarrer der katholischen St. Nikolaus-Gemeinde Freienohl, erinnerte während des Festaktes an die lange Geschichte der Pfarrei. Im Jahre 1585 wurde die Pfarrei erstmalig urkundlich erwähnt. Im Zuge der Gemeindereform im Erzbistum Paderborn wird Freienohl ab dem ersten Februar dieses Jahres seine Selbständigkeit verlieren und im neuen Pfarrverband Meschede-Bestwig aufgehen. Sieben Priester und neun Gemeindereferenten sind in Zukunft für den Verbund, der die Gemeinde Bestwig und das Stadtgebiet von Meschede umfasst, zuständig. Die pastorale Leitung aller ehemals eigenständigen Gemeinden liegt dann bei Pastor Eickelmann aus Ramsbeck. Grund für den Zusammenschluss der Gemeinden ist zum einen der dramatische Rückgang der Priesterzahlen im Erzbistum Paderborn, aber auch der ebenso dramatische Rückgang der Gottesdienstbesucher.

Einige Fragen sind noch offen

Pastor Michael Hammerschmidt stellte, nachdem er zwölf Jahre als Pfarrer in Freienohl tätig war, aber auch klar, dass er in Freienohl wohnen bleibe, seine Aufgaben als Priester weiterhin wahrnehmen und als "Pastor für Freienohl" weiterhin tätig bleibe.

Wie diese Stelle genau ausgefüllt werden wird, sei genauso offen, wie die genauen Tätigkeiten der anderen Priester und pastoralen Mitarbeiter, also der Gemeindereferenten. In einem Zeitraum von zwei Jahren soll im Zusammenspiel von Hauptamtlichen und den vielen Ehrenamtlichen in den Gremien der 17 Pfarreien und Pfarrvikarien eine "pastorale Vereinbarung" entwickelt werden. Hinein gehören alle aktuellen Fragen, angefangen von Gottesdiensten, über die Sakramente, allgemeine Seelsorge, Einrichtungen, Büros, neue pastorale Gelegenheiten bis hin zur Aufgabenumschreibung des Personals. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Freienohl, Christiane Schwefer, bedankte sich im Namen der drei Gemeinden bei Pastor Hammerschmidt für die geleistete Arbeit in den vergangenen zwölf Jahren. Sie stellte aber auch fest, dass sich die Gemeinden mit diesem Abschiedsfest nicht von ihrem Pfarrer, sondern von ihrer Eigenständigkeit verabschiedeten. Die Feier wurde musikalisch vom Tambourcorps der Kolpingsfamilie Freienohl und dem Musikverein Freienohl begleitet. Zwei Vereine, die, so Pfarrer Hammerschmidt, ein "gemeinsames Kind mit der Gemeinde" haben, nämlich das Haus der Musik Freienohl, welches die Musikvereine vor zwei Jahren mit großem Einsatz gemeinsam errichtet haben. Pfarrer Hammerschmidt hatte sich damals für die Umnutzung des leerstehenden Schwesternhauses und die Finanzierung des Umbaus zum Haus der Musik beim Generalvikariat in Paderborn eingesetzt und, so der Pastor, eine im Bistum "einmalige Finanzierung" durchgesetzt. Beide Musikvereine führten zum Schluss den Großen Zapfenstreich zur Verabschiedung der Pfarrgemeinden auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare