„Der Aufschwung ist ungebrochen“

Agentur für Arbeit verzeichnet niedrigste Arbeitslosigkeit im HSK seit 1992

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„Äußerst positiv“, so bilanziert Oliver Schmale von der Agentur für Arbeit Meschede-Soest das abgelaufene Jahr.

Meschede/Hochsauerland. Auf ein äußerst positiv verlaufenes Jahr 2017 blickt die Agentur für Arbeit aus Meschede-Soest zurück. Die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1992, ein Anstieg der Beschäftigung über die 100.000er Marke und zudem eine hohe Arbeitskräftenachfrage zeichnen das vergangene Geschäftsjahr aus und schaffen somit eine solide Ausgangssituation für die Entwicklung in diesem Jahr.

„Das Jahr ist äußerst positiv verlaufen und der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist ungebrochen. 2017 haben wir einen Rückgang der Arbeitslosigkeit von vier Prozent zu verzeichnen. Das ist die geringste Arbeitslosigkeit seit 1992“, so Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.

6611 Arbeitslose meldeten die Arbeitsagenturen im Hochsauerlandkreis für das Jahr 2017 im Jahresdurchschnitt, 209 Männer und 66 Frauen beziehungsweise – vier Prozent weniger als 2016. Insgesamt sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf durchschnittlich 4,5 Prozent. Mit 103208 Beschäftigten war der Höchststand sozialversichrungspflichtiger Beschäftigung in einem März erreicht. „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Der hohe Bedarf an Fachkräften sowie die Zuwanderung geflüchteter Menschen mit unterschiedlichen Startbedingungen waren Herausforderungen des vergangenen Jahres, die uns auch in der Zukunft noch weiter begleiten werden“, so der Vorsitzende der Agentur.

Zum Rückgang der Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr trugen laut Oliver Schmale alle Personengruppen bei. Die Jugendarbeitslosigkeit verharrte auf einem niedrigen Niveau. Insgesamt 738 junge Menschen unter 25 Jahren waren betroffen, 27 Personen beziehungsweise 3,5 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Auch im Bereich der Langzeitarbeitslosen war ein Rückgang um 4,6 Prozent oder besser gesagt um 121 Personen zu verzeichnen.

„Das Lernen neu lernen“

„Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, hat häufig Probleme bei der Vermittlung. Bedingt durch gesundheitliche Probleme, fehlende Kompetenzen oder zu hohe Anforderungen ist es teilweise nicht einfach, für Langzeitarbeitslose eine adäquate Stelle zu finden. Darum bieten wir inzwischen Kurse an, um das Lernen neu zu lernen“, so Oliver Schmale.

Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 2200 Personen im Alter von 50 Jahren und älter bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet, 65 Personen beziehungsweise 2,9 Prozent weniger als noch 2016. Im Bereich Arbeitslosigkeit bei Schwerbehinderten war ein leichter Anstieg um drei Personen zu verzeichnen. Insgesamt 499 Menschen mit Behinderungen waren im Hochsauerlandkreis bei der Agentur für Arbeit Meschede-Soest arbeitslos gemeldet. Eine Zunahme bei den ausländischen Arbeitslosen war im vergangenen Jahr um 10,2 Prozent beziehungsweise 160 Personen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt 1727 Menschen ohne deutschen Pass waren 2017 arbeitslos gemeldet. Rückgänge im vergangenen Quartal stimmen jedoch für 2018 positiv.

Die Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen entwickelte sich im Jahr 2017 unterschiedlich. Im Versicherungsbereich (Sozialgesetzbuch Drittes Buch, SGB III – Arbeitslosengeld I) waren 2017 durchschnittlich 2577 Personen arbeitslos gemeldet, 166 Personen beziehungsweise 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Sozialgesetzbuch Zweites Buch, SGB II – Arbeitslosengeld II) waren mit 4034 Männern und Frauen 108 Menschen oder 2,6 Prozent weniger gemeldet.

Die Arbeitskräftenachfrage lag 2017 erneut auf Rekordniveau: 2289 Stellen waren durchschnittlich im Bestand der Arbeitsagenturen im Hochsauerlandkreis, mehr als ein Viertel (25,2 Prozent) höher als im Vorjahr. Sowohl Voll- als auch Teilzeitstellen profitierten von dem Anstieg. Insgesamt meldeten Betriebe und Verwaltungen 7442 Arbeitsstellen, 559 beziehungsweise 8,1 Prozent mehr als 2016. Die meisten Stellenzugänge gab es nach der Arbeitnehmerüberlassung im Einzelhandel, im Gesundheitswesen, der Metallbranche, der öffentlichen Verwaltung und der Gastronomie.

"Arbeitsmarkt hat sich sehr aufnahmefähig gezeigt"

„Rückblickend hat sich der Arbeitsmarkt besser entwickelt als wir erwartet haben. Der Arbeitsmarkt hat sich sehr aufnahmefähig gezeigt“, weiß Schmale. Ein Indiz dafür seien die neu angebotenen freien Stellen. Mit 2200 offenen Stellen gab es die stärkste Nachfrage im HSK seit Jahren. Über 25 Prozent mehr Stellen wurden dem Arbeitgeberservice im HSK im Laufe des Jahres 2017 neu gemeldet. „Zudem hatten wir mit einer höheren Arbeitslosigkeit geflüchteter Menschen in der Region gerechnet. Die Integration gelingt schrittweise. Viele haben das ganze Jahr lang Sprach-, Integrations- und Qualifizierungskurse besucht. Das ist ein Erfolg: Für die Menschen, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben, aber auch gesamtgesellschaftlich“, freut sich der Vorsitzende der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.

Er betont zugleich: „Die Aufgabe wird in diesem Jahr aber nicht geringer. Viele Menschen werden erst 2018 ihre Kurse beenden. Sie benötigen dann eine Chance, sich am Arbeitsmarkt zu bewähren. Mit maßgeschneiderten Programmen und Fördermöglichkeiten unterstützen wir Arbeitgeber, die den geflüchteten oder geringqualifizierten Menschen eine Perspektive auf Arbeit geben.“

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