Workshops geben Tipps zum Thema Burn-Out-Prophylaxe

Akku fast leer – was nun?

Rückten das Thema „Burn-Out“ in den Vordergrund: (v.l.) Dr. rer. medic. German Quernheim, Diplom Sozialarbeiterin Marianne Vier, Pädagogin Ulrike Ambrosy, Heidelore Lessing und Wolfgang Halberscheidt vom St- Walburga-Krankenhaus Meschede. Foto: Claudia Metten

„Akku fast leer... alles gewollt und doch nicht viel geschafft?“ Wer kennt das Problem in der heutigen Zeit nicht. Ständige Überforderung im Berufsleben durch Doppelbelastung, dazu der tägliche Stress im Alltag.

„Burn-Out“ ist das Stichwort dafür, wenn Menschen sich innerlich ausgebrannt und antriebslos fühlen, keine oder nur noch wenige Energien mobilisieren können. Um der Gefahr des plötzlichen Ermattet-Seins zu entkommen, hat die Fachgruppe des St. Walburga-Krankenhauses daher am Mittwoch in den Räumlichkeiten der Abtei Königsmünster auf dem dritten Mescheder Praxisanleiter-Symposium die Thematik „Burn-Out-Prophylaxe bei Praxisanleitern“ detailliert aufgegriffen.

Gerade Angehörige sozialer Berufe scheinen in besonderer Weise von dieser Symptomatik betroffen zu sein. Praxisanleiter und –anleiterinnen müssen in der heutigen Zeit nicht nur den Pflegenden gerecht werden, sie haben der Doppelbelastung standzuhalten, auch die Auszubildenden anzuleiten und ihren Bedürfnissen zu entsprechen.

In Vorträgen, unter anderen durch Pflegewissenschaftler Dr. rer. medic. German Quernheim und fünf unterschiedlichen Workshops konnten die insgesamt 80 Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen sich unter fachgerechter Anleitung mit dem Thema „Burn-Out“ auseinandersetzen, sich selbst reflektieren und herausfinden, inwieweit sie mit dem Stress in ihrem Alltag sowie in ihrem Berufsleben umgehen können.

Dazu gab es gezielte Strategien zur Stressbewältigung, praktische Überlegungen, wie Muße-Stunden am besten für Entspannungsmomente genutzt werden können oder auch welche positiven Synergie-Effekte sich mit Blick auf Notwendigkeiten des Stationsbetriebs aus generationsübergreifenden Kooperationen ergeben.

Ein Märchen als „Türöffner“

Erzählkünstlerin Marianne Vier etwa hat in ihrem Workshop „Management und Märchen“ die Teilnehmer zum Nachdenken und in sich gehen angeregt. „Die Leute haben Freunde und jeder der Freunde hat eine Geschichte. Das Märchen ,Die Bremer Stadtmusikanten´ war nur der Türöffner, um die Geschichte in die Praxis zu übertragen und sich zu fragen: Wo finde ich mich da wieder? Wie viel Stress halten die Tiere oder halte ich aus? Wie sage ich nein oder ja?“, so Kursleiterin und Diplom-Sozialarbeiterin Marianne Vier.

Im Workshop Generation Y trifft Generation X, ging es hingegen um die Problematik, dass junge Kollegen die Kultur und den Alltag im Krankenhaus ändern beziehungsweise beeinflussen. „Ziel dieses Workshops ist es, dass die Generationen sich gegenseitig Verständnis entgegenbringen. Die jungen Berufskollegen verändern die Kultur im Krankenhaus. Sie nutzen mit ihrem I-Phone die Netzwerke, laden sich die neuesten Apps herunter, informieren sich bei Facebook oder suchen nach aktuellen Stellenangeboten. Für beide Generationen ist es wichtig, ihre Ziele zu polarisieren und einen Zugang zueinander zu finden, um somit Stresssituationen aus dem Weg zu gehen“, erklärt Pädagogin Ulrike Ambrosy den Hintergrund. (Von Claudia Metten, meschede@sauerlandkurier.de)

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