Strategien für Südwestfalen entwickeln

Akteurs-Netzwerk will Baukultur erlebbar machen

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Der Akteurskreis Sauerland-Baukultur hat es sich zum Ziel gesetzt, die Qualitäten der Region herauszuarbeiten und den „immateriellen Wohlstand“ erfahrbar zu machen.

Meschede/Hochsauerland. Wo stehen wir? Was sind die Qualitäten unserer Region und wie können wir sie noch weiter in den Fokus rücken? Wie können wir Südwestfalen verschönern und gleichzeitig die Menschen für die Baukultur des Sauerlandes sensibilisieren? Diese und andere Fragen wurdenjetzt auf dem zweitägigen Netzwerktreffen in der Abtei Königsmünster „Sauerland-Baukultur/Strategien für Südwestfalen“ diskutiert.

„Die Wirtschaft boomt und die Zahlen sind gut. Unterm Strich läuft alles positiv. Doch wodurch wird das ausgelöst? Ist es der Retro-Charme, die Fachwerkidylle, das klassiche Sauerland oder das Moderne? Wir müssen die Landregion mit Tourismus und Freizeitwert neu annehmen, denn wir wissen gar nicht mehr, wer uns alles besucht und warum. Eine alte Baukultur haben wir, doch wie sieht die neue aus?“, so Thomas Weber vom Sauerland-Tourismus.

Auf dem Netzwerktreffen wurde deshalb die Entwicklung einer „Charta zur Sauerland-Baukultur“ im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebau-Forschungsfeldes „Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region“ initiiert, um sich dem Erhalt und der Weiterqualifizierung des baukulturellen Erbes sowie der innovativen Weiterentwicklung der Baukultur des Sauerlandes zu widmen.

„Es geht um die Qualität für die Menschen, die hier leben und die uns besuchen. Die Baukultur läuft über das Herausarbeiten von Qualitäten wie Bergen, Tälern, Ortsbildern und Sehenswürdigkeiten. Das ist ein immaterieller Wohlstand, der mit Geld nicht zu bezahlen ist. Die moderne Architektur baut weiter und schafft neue Lebendigkeit. Das Miteinander von Alt und Neu muss aufgenommen werden, die Achtsamkeit bei den Menschen sensibilisiert werden“, vertiefte Regierungspräsident Hans-Josef Vogel das Thema, denn die Sauerland-Baukultur sei gleichermaßen bedeutsam für Bürger, Gäste sowie öffentliche und private Akteurskreise.

„Digital, authentisch und nachhaltig“

Baukultur soll die Verbundenheit mit der Region verstärken, der Bevölkerung die stärkere Identifikation mit der Heimat ermöglichen, eine inklusive und solidarische Gemeinschaft fördern, Integration unterstützen sowie Bewusstsein für die Entwicklung der Region schaffen. Die Charta 1.0 versteht sich daher als Grundlage und Selbstverständnis aller Akteure baulicher Maßnahmen bei Neu- und Umbauten, Umgestaltungen sowie als Grundlage zur Inspiration privater Bauvorhaben.

„Im Rahmen der der Regionale haben wir die Chance, das Thema Baukultur erlebbar zu machen. Wir haben exzellente Arbeitsplätze bei Weltmarktführern und eine tolle Natur. Menschen brauchen eine Heimat. Mit dem Projekt Baukultur möchten wir die Qualität der Region für Einheimische und diejenigen, die zu uns ziehen möchten, verstärken“, so der Regierungspräsident.

Ziel des Modellvorhabens „Sauerland-Baukultur/Strategien für den Tourismus“ sei es, ein Grundverständnis in all seinen Facetten zu entwickeln, regionale Farben und Formen aufzunehmen und weiterzuentwickeln sowie das charakteristische Bild der „schwingenden Landschaft“ aus Wäldern, Bergen, Seen, Flüssen, Dörfern, Kleinstädten mitaufzunehmen. Das Verständnis von Baukultur umfasst dabei architektonische, konstruktive und gestalterische Projekte, schont die Umwelt, zeigt Möglichkeiten und Chancen auf und stellt die Menschen in den Mittelpunkt. 

Ein lebendiger Ortskern mit Einzelhandel wie im Modellprojekt Burbach, die Sensibilisierung großer Unternehmen im Hinblick auf Neubauten, die sich dem historischen Ortsbild anpassen, sowie die Erzielung eines Aha-Effektes um nachhaltiges Interesse zu wecken sind das langfristige Ziel des Projektes Baukultur. „Die Verknüpfung von digital, authentisch und nachhaltig ist gefordert. In den Dörfern sollen Begegnungsorte geschaffen werden, die Region Südwestfalen soll Vorreiterregion werden und die Gestaltungsqualität soll die Gegend weiterbringen“, so Dr. Stephanie Arens.

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