Ungewöhnlicher Blickwinkel

Meschede am „Tag des weißen Stocks“ aus der Perspektive eines Blinden erkunden

Wollen einen neuen Blickwinkel auf Meschede eröffnen: Heinz Arenhövel (l.), Hans-Joachim Picht (2.v.li.) und Gabriele Borutzki von der BIV berichteten Bürgermeister Christoph Weber über die Rundgänge am „Tag des weißen Stocks“.
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Wollen einen neuen Blickwinkel auf Meschede eröffnen: Heinz Arenhövel (l.), Hans-Joachim Picht (2.v.li.) und Gabriele Borutzki von der BIV berichteten Bürgermeister Christoph Weber über die Rundgänge am „Tag des weißen Stocks“.

Aus erster Hand sind Erläuterungen und Erfahrungen oft eindrucksvoller: Genau darauf setzt die Behinderten-Interessenvertretung am „Tag des weißen Stocks“ am Donnerstag, 15. Oktober, in Meschede. Gabriele Borutzki, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Meschede erklärt: „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger darauf aufmerksam machen, wie es ist, mit einem weißen Stock durch die Stadt zu gehen.“ Das soll nicht nur mit Worten passieren: „Wir werden die taktilen Leitsysteme ablaufen und zeigen, wie wichtig sie für Blinde und Sehbehinderte sind.“ 

Meschede - Denn auch in der Mescheder Innenstadt gibt es Leitsysteme – zum Beispiel am Winziger Platz, am Rathaus, in der Fußgängerzone und an vielen Fußgängerüberwegen. Diese können mit dem Stock ertastet werden und dienen im öffentlichen Raum zur Orientierung.

Gabriele Borutzki lädt gemeinsam mit Hans-Joachim Picht, Vorsitzender der Behinderten-Interessenvertretung (BIV) Meschede, und Heinz Arenhövel, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Hochsauerlandkreises, zu folgenden zwei Stadtrundgängen in Meschede ein: Um 14.30 Uhr ist Treffpunkt am Stadtrelief in der Ruhrstraße sowie um 16.30 Uhr auf dem Park-&-Ride-Parkplatz in der Lagerstraße.

Mit dabei sind eine blinde Person mit dem Langstock und ein Rollstuhlfahrer. Sie wollen deutlich machen, wie sie mit den Barrieren umgehen und wie hilfreich das Leitsystem und die abgesenkten Bordsteine sind. Gemäß dem diesjährigen Motto des Tags des weißen Stocks wird besonders darauf aufmerksam gemacht, dass die Leitsysteme freigehalten und nicht zugestellt werden sollten.

Rundgang dauert 90 Minuten, Anmeldung ist nicht erforderlich

Vor der Kommunalwahl hatte die BIV Vertreter der Parteien zum Rundgang eingeladen – und stieß dabei auf viel Verständnis, so Heinz Arenhövel. Doch vielen sei erst dabei deutlich geworden, wie Meschede sich in den letzten Jahren verändert hat und erlebbar auch für Menschen mit Beeinträchtigungen geworden sei. Viele seien gar nicht über das Blindenleitsystem informiert gewesen. Er lobt die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit der Stadt Meschede: „Es läuft so, dass wir nicht nur Anregungen geben, sondern umgekehrt von der Stadt bei Bauvorhaben das Gespräch mit uns gesucht wird.“

Bürgermeister Christoph Weber stößt ins selbe Horn: „Für uns ist das selbstverständlich geworden, dass die Belange der BIV konsequent berücksichtigt werden.“ Zugleich gebe es aber auch noch Verbesserungsbedarf. „Das ist ja nur ein Anfang“, so Weber.

Jeder Rundgang dauert etwa 90 Minuten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmer werden gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

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