1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Meschede

Aufnahme von Menschen aus der Ukraine: Heimische Kommunen bereiten sich vor

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniela Weber, Stefanie Schümmer

Kommentare

Ukraine Konflikt Protest Düsseldorf
Die Welle der Hilfsbereitschaft ist enorm: Viele Menschen erklären sich bereit, Ukrainer bei sich aufzunehmen. Auch die Kommunen treffen bereits Vorbereitungen. © David Young/dpa

Eine große Zahl von Menschen hat sich vor dem von Wladimir Putin begonnen Angriffskrieg in der Ukraine in Sicherheit gebracht. Auch in NRW sind bereits die ersten Kriegsflüchtlinge angekommen. Die Städte Meschede, Olsberg, Brilon und Marsberg sowie die Gemeinden Bestwig und Willingen treffen Vorbereitungen für eine mögliche Aufnahme von Menschen aus der Ukraine.

Update vom 9. März: Die Stadt Brilon bereitet sich auf die Aufnahme von Geflüchteten vor. Mittlerweile hat die Stadt Ansprechpartner und weitere Informationen bekannt gegeben. Konkret bittet die Stadtverwaltung um Mitteilung, wer Wohnraum in welcher Größenordnung zur Verfügung stellen kann, um Hilfesuchenden Obdach geben zu können. Ansprechpartnerinnen bei der Stadt Brilon sind:

Zudem befinden sich aufgrund privater Initiativen bereits Hilfesuchende im Stadtgebiet. Diese Personen mögen sich bitte im Einwohnermeldeamt der Stadt Brilon anmelden. Sie sollen sich bitte zwecks Terminvereinbarung an die Kolleginnen des Einwohnermeldeamtes unter Tel. 02961/794-211 wenden.

[Erstmeldung] Meschede/Bestwig/Olsberg/Brilon/Marsberg/Willingen - Es gelte Menschen, deren Heimat mitten in Europa sich in ein Kriegsgebiet verwandelt habe, Sicherheit und Obdach zu gewähren, betont Meschedes Bürgermeister Christoph Weber. Gleichzeitig spüre man eine breite Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung – und eine große Betroffenheit über die Ereignisse in der Ukraine, ergänzt Wolfgang Fischer, Bürgermeister der Stadt Olsberg. Schon jetzt gebe es auch zahlreiche bürgerschaftliche Hilfsangebote für die vom Krieg betroffenen Menschen, weiß Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus – deren Lage lasse die Bürger in der heimischen Region nicht kalt.

Derzeit ist noch ungewiss, wann konkrete Zuweisungen von Kriegsflüchtlingen durch das Land NRW in die heimischen Kommunen erfolgen oder Menschen auf der Flucht vor dem Krieg auf anderen Wegen in den HSK kommen. Dennoch gelte es, sich auf die Aufnahme dieser Menschen einzustellen, betonen die Bürgermeister aus allen Kommunen.

Olsberg, Bestwig, Meschede

Olsberg, Bestwig und Meschede haben für Fragen, Hilfs- und vor allem Wohnungsangebote eigene E-Mail-Adressen eingerichtet. Unter ukrainehilfe@olsberg.de, ukrainehilfe@bestwig.de und hilfsangebote-ukraine@meschede.de setzen die drei Kommunen zum jetzigen Zeitpunkt vor allem darauf, dass aus der Bürgerschaft freier Wohnraum gemeldet wird, der für Kriegsflüchtlinge zur Verfügung gestellt werden kann.

Marsberg

In Marsberg hat Bürgermeister Thomas Schröder am vergangenen Sonntag während eines Friedensgebetes in der Propsteikirche die Bevölkerung dazu aufgerufen, Wohnraum für Kriegsvertriebene zur Verfügung zu stellen. Daraufhin ist die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung schon groß. Mehrere Marsberger haben sich bereit erklärt, Menschen aus der Ukraine bei sich aufzunehmen.

Für weitere Angebote von Wohnraum (möblierter Wohnraum wäre wünschenswert) kann man sich bei Michael Becker, Leiter des städtischen Sozialamtes, unter Tel. 02992/602265 oder per E-Mail an m.becker@marsberg.de melden.

Die ersten ukrainischen Kriegsvertriebenen sind auch schon in Marsberg angekommen und konnten zunächst von hier wohnenden Verwandten aufgenommen werden.

Brilon

Auch die Stadt Brilon bereitet sich aktuell auch auf mögliche Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vor. Weitere Informationen und Ansprechpartner werden allerdings erst zu Beginn der nächsten Woche bekannt gegeben.

Willingen

Die Gemeinde Willingen möchte ebenfalls Geflüchteten aus der Ukraine helfen und verweist auf die Hilfeseite des Landkreises Waldeck-Frankenberg, wozu sie gehört: www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/informieren-beantragen/verwaltung-verstehen/fachdienste/soziale-angelegenheiten/ukrainehilfe/

Hier gibt es eine zentrale Börse für Unterkunftsangebote und weitere wichtige Informationen.

Wir können und werden diese Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, nicht allein lassen.

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus

In einem ersten Schritt müsse es darum gehen, den Geflüchteten vor allem ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, betont Christoph Weber (Meschede). Dabei stehen die unmittelbaren Bedürfnisse zunächst im Vordergrund – „und das ist die Unterkunft.“ Zwar seien viele aufenthaltsrechtliche Fragen momentan noch nicht endgültig geklärt, ergänzt Ralf Péus (Bestwig) – es gelte aber, für eine Aufnahme vorbereitet zu sein: „Wir können und werden diese Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, nicht allein lassen.“

Neben der unmittelbaren humanitären Dimension, welche der Schutz von Geflücheten aus der Ukraine habe, gehe es ebenso darum, für unsere Werte einzustehen, so Wolfgang Fischer (Olsberg): „Das sind Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – aber das ist auch die Solidarität.“

Zum jetzigen Zeitpunkt sei weder absehbar, wie viele Menschen in die heimische Region kommen werden, noch wie lange ihr Aufenthalt dauere und was für Hilfen und Unterstützung konkret notwendig seien, betonen Ralf Péus, Wolfgang Fischer und Christoph Weber. Sobald klar sei, was konkret auch von den Bürgern getan werden könne, werde man dies kurzfristig öffentlich machen. Die Bewältigung der aktuellen Situation sei eine Aufgabe, welche die gesamte Gesellschaft betreffe – und angesichts des breiten Schulterschlusses in der Bürgerschaft, sei klar zu spüren, dass Bürgerschaft, Politik und Verwaltung entschieden bereit seien, Menschen aus der Ukraine hier gemeinschaftlich Schutz vor Krieg und ein Leben in Würde möglich zu machen.

Hilfsaktionen

Die Welle der Solidarität für die Menschen aus der Ukraine in der Bevölkerung ist groß. Zahlreiche Hilfsaktionen, die der Redaktion bekannt sind, finden sich hier.

Auch interessant

Kommentare