Fokus Development AG äußert sich

Baustopp am Henne-Ruhr-Markt: Jetzt spricht der Investor

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Ein Bild, an das sich die Mescheder gar nicht erst gewöhnen wollen: Zurzeit stehen rund um den Henne-Ruhr-Markt die Baumaschinen still. 

[Update 12 Uhr] Meschede. Die Nachricht vom Baustopp am Henne-Ruhr-Markt erhitzt weiterhin die Gemüter in Meschede. Von Skepsis bezüglich der Einhaltung des geplanten Eröffnungstermins in der kommenden Woche über Entsetzen wegen des erneuten Stillstands bis hin zu bissiger Schadenfreude reichten die Reaktionen in der Bevölkerung. Doch nun kommt Bewegung in die Sache: Ein erstes Treffen zwischen dem Investor, der Fokus Development AG, und der zuständigen Baufirma Runkel Hochbau AG brachte am Montagabend noch kein Ergebnis, beide Seiten geben sich aber weiterhin zuversichtlich.

Hintergrund: Die zuständige Baufirma Runkel Hochbau AG hat die Arbeiten am heutigen Montag bis auf Weiteres ausgesetzt und einen Baustopp verhängt. Grund sind offenbar fehlende Zahlungen vom Investor, der Fokus Development AG.

„So eine Entscheidung kurz vor dem geplanten Bauende trifft man nicht mal eben so“, betont Reinhard Willmes, Geschäftsführer der Runkel Hochbau AG, im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Seiner Stimme ist dabei anzumerken, dass ihm der Baustopp merklich zusetzt.

"Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen"

Man wisse sehr wohl, dass es sich bei dem Bauvorhaben um ein Projekt handele, was von besonderer Bedeutung für die Stadt Meschede sei und aufgrund seiner Vorgeschichte gerade auch von den Bürgern mit Argusaugen beobachtet würde. „Deshalb ist uns die Entscheidung auch nicht leicht gefallen. Aber zum derzeitigen Zeitpunkt hat es keine andere Möglichkeit gegeben.“ Zu den Hintergründen verrät der Geschäftsführer nur so viel: Es gehe um Zahlungen und Absicherungen, die mit dem Bauherren (der Fokus Development AG) zunächst geklärt werden müssen.

Deshalb sind die rund 100 Bauarbeiter, die am Gebäude selbst tätig waren, am Montagmorgen zunächst von dem Projekt abgezogen wurden. Nur noch wenige Mitarbeiter seien vor Ort, um Sicherungsarbeiten durchzuführen. Nicht betroffen von der Maßnahme sind die Arbeiten im Ladenbau, die von unterschiedlichen Firmen ausgeführt werden. Diese gehen wie gewohnt weiter.

Allen Unkenrufen, die eine solche Nachricht insbesondere im Bezug auf das ehemalige Hertie-Gebäude naturgemäß mittlerweile auslöst, zum Trotz gibt sich Reinhard Willmes optimistisch, dass man schnell eine Lösung finden werde. Schließlich habe man mit der Fokus beim Umbau des Geschäftshauses in Höxter bereits vertrauensvoll und gut zusammengearbeitet. Auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass es schon bald weitergehen könne, sagte er vielsagend: „Sagen wir mal so: Ich bin hoffnungsfroh.“ Ebenso hoffe man, am geplanten Eröffnungstermin in der kommenden Woche festhalten zu können.

"Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir werden alles bezahlen."

Diese Absicht verfolgt auch weiterhin der Investor, die Fokus Development AG aus Duisburg. Wie Vorstandsvorsitzender Axel Funke im Gespräch mit unserer Zeitung versicherte, gebe es keinen Grund zur Panik. „Wir werden alles bezahlen und wir halten auch erst einmal am geplanten Eröffnungstermin fest.“ 

Funke selbst wurde am ersten Tag nach seinem Urlaub mit den unerfreulichen Nachrichten vom Baustopp konfrontiert. „Das hätte ich mir natürlich auch anders gewünscht. Wir hatten vor meinem Urlaub noch eine Gesprächsrunde, in der wir gewisse Vereinbarungen getroffen haben, von denen ich dachte, dass alle Seiten damit zufrieden sind. Das ist nun offensichtlich nicht ganz so.“ Deswegen befinde er sich auch gerade auf dem Weg nach Siegen zu einem Treffen mit den Verantwortlichen der Runkel Hochbau AG. Der angeschlagene Ton ist versöhnlich. 

„Auf beiden Seiten ist Verständnis für die Position des anderen da. Mir ist natürlich ebenfalls bewusst, dass es auch die Generalunternehmer bei so einem Projekt heutzutage nicht leicht haben“, so Funke, der sich auch vor Ort erst noch ein aktuelles Bild davon machen möchte, wie weit der Baufortschritt am heruM letztlich tatsächlich gekommen ist. 

"Entweder man ist der Held oder man ist der Depp."

Er sagt aber auch ganz klar: „Die ursprünglichen Zahlungsvereinbarungen haben sich - ebenso wie der Leistungsstand - natürlich verändert. Nach den alten Plänen hätte das gesamte Gebäude zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich fertig sein sollen. Dass das noch nicht der Fall ist, ist unschwer zu erkennen. Es hat auch an der ein oder anderen Stelle nicht absehbare Kostensteigerungen und Umstrukturierungen gegeben - das muss man natürlich auch berücksichtigen, wenn man über konkrete Summen redet.“ 

Funke selbst zeigt sich sehr zuversichtlich, dass man eine einvernehmliche Lösung finden wird und bedauert, dass es wieder so viel Wirbel um eine eigentlich gar nicht so aufsehenerregende Sache gegeben habe. „Aber das ist bei dem Projekt wohl wie mit Murphys Law. Vielleicht, weil Murphy wie Meschede auch mit M anfängt. Als Projektverantwortlicher ist man sowieso immer nur eines: Entweder Held oder Depp. Aber glauben Sie mir eins: Auch ich bin froh, wenn das Projekt endlich erfolgreich abgeschlossen ist."

Noch keine Einigung, aber Zuversicht

Ein erstes Treffen zwischen Bauherren und Baufirma am Montagabend blieb noch ohne Ergebnis. „Solch eine Thematik lässt sich auch nicht mal eben an einem Tag klären,“ so Reinhard Willmes am Dienstagmorgen. Aber er bleibt hoffnungsfroh: „Wir sind auf einem guten Weg.“

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