Lebendiger Ort der Erinnerung

Besondere Gedenkstätte für Verstorbene am Nordfriedhof eingeweiht

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Eine würdevolle Gedenkstätte: (v.l.) Reinhard Paul, Rudolph Wilhelm, Heinz Hiegemann, Bürgermeister Christoph Weber und Pater Abraham bei der Einweihung des Gedenksteins am Hochkreuz auf dem Mescheder Nordfriedhof

Meschede - „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“ – in Anlehnung an dieses Zitat des Schriftstellers Jean Paul ist auf dem Nordfriedhof in Meschede ein besonderer Ort der Erinnerung entstanden. Die Gedenkstätte wurde am Dienstag eingeweiht.

Meschede – Ob Seebestattung, Bestattung andernorts oder die abgelaufene Ruhezeit, nach der ein Grab eingeebnet wird: Hinterbliebene suchen einen Ort, an dem sie um ihre Verstorbenen trauern können. Deshalb ist am Hochkreuz, einem zentralen Platz auf dem Mescheder Nordfriedhof, ein kleiner würdevoller Bereich inklusive zweier neuer Bänke entstanden, an dem Menschen ihrer Verstorbenen gedenken können, für die keine Grabstätte (mehr) existiert.

Der Gedenkstein wurde von dem Sunderner Künstler Johannes Dröge angefertigt und von der Abtei Königsmünster und Steinmetz Pape aufbereitet. (zum Vergrößern anklicken)

„Uns war aufgefallen, dass am Hochkreuz immer wieder Kerzen aufgestellt werden“, erklärte Reinhard Paul, bei der Stadt Meschede zuständig für die Friedhofsverwaltung, im Rahmen der Einweihung die Wahl des Standortes. Dieser stehe ausdrücklich nicht nur Mescheder Bürgern offen. „Ein Friedhof ist ein sozialer Ort, ein Ort der Einkehr und der Begegnung. Es steht jedem frei, hier seiner Verstorbenen zu gedenken“, betonte Pater Abraham von der Abtei Königsmünster. 

Gestifteter Grabstein als Mittelpunkt 

Er selbst hat gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und Steinmetz Werner Pape aus Heinrichsthal den Mittelpunkt der Gedenkstätte gestaltet: Einen gestifteten Grabstein, den der Sunderner Künstler Johannes Dröge einst für die Mescheder Familie Wilhelm angefertigt hatte, die ihr Kind vor 45 Jahren viel zu früh verloren hatte. Nach der Einebnung des Grabes stellte Familie Wilhelm den Stein jetzt bereitwillig für die Gedenkstätte zur Verfügung. 

Den Stein, ein Serpentin, ziert eine eingelassene Muschel mit offenem Ausgang, die „eine neue Perspektive eröffnet – der Stein selbst ist belebt“, so Pater Abraham. Umrahmt wird er von einer Fassung aus Corthenstahl mitsamt Einbuchtungen für Erinnerungskerzen. Getragen wird die Gedenkstätte von dem Spruch: „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht im Herzen seiner Mitmenschen.“

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