Zahlreiche Aktion ab Montag

HSK beteiligt sich erstmals an Europäischer Mobilitätswoche

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Gemeinsam für mehr nachhaltige Mobilität: Jörg Maass (Regionalentwicklung WFG Hochsauerlandkreis), Hauke Möller (RLG Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH), Landrat Dr. Karl Schneider (Hochsauerlandkreis), Thomas Ressel (NWL Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe), Ralf Droste (DB Regio Bus Region Nordrhein-Westfalen) und Bürgermeister Christoph Weber (Stadt Meschede).

Meschede/Hochsauerland - Innovative und klimafreundlichere Verkehrslösungen sowie kreative Ideen für eine nachhaltige Mobilität – mit diesen Schlüsselkonzepten für die Zukunft beschäftigt sich die Europäische Mobilitätswoche (EMW). Erstmalig beteiligen sich auch der Hochsauerlandkreis und die Stadt Meschede vom Montag bis Sonntag, 16. bis 22. September, mit zahlreichen Aktionen an der Initiative.

„Wir wollen nicht allein theoretisch über den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sprechen, sondern vielmehr den Menschen die Möglichkeit geben, den Öffentlichen Nahverkehr im Hochsauerlandkreis auszuprobieren“, erklärte Landrat Dr. Karl Schneider am Freitag bei einem Pressetermin an der Mobilitätsstation am Busbahnhof in Meschede. Der Rahmen für das Gespräch war mit einem Bus der RLG (Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH) auch gleich passend gewählt. Denn der Busverkehr spielt im Konzept der Kreisverantwortlichen und der Vertreter der Stadt Meschede in den kommenden Tagen eine wesentliche Rolle.

Nachtbus ohne Aufpreis nutzen

So dürfen sich Nachtschwärmer unter anderem darauf freuen, dass in der Nacht vom 21. auf den 22. September (Samstag auf Sonntag) die Nachtbusse ohne den sonst üblichen Aufpreis von 1,20 Euro bzw. 1,70 Euro für Hin- und Rückfahrt entlang der Ruhrachse zwischen Neheim, Arnsberg, Meschede, Bestwig und Olsberg und Sundern verkehren.

Shuttleservice für Pendler nach Enste

Als „besonderen Höhepunkt“ bezeichnete der Landrat zudem den kostenfreien Shuttle-Testbetrieb, der im Zuge der Europäischen Mobilitätswoche von Meschede Bahnhof bis ins Gewerbegebiet Enste-Nord stattfinden wird. „Ich freue mich auch deshalb darüber, weil die Erweiterung des Nahverkehrsangebotes in Meschede-Enste auch immer ein Thema im Rahmen des Nahverkehrsplans war. Jetzt testen wir diese Strecke und dieser Test wird, weil gleichzeitig eine Befragung stattfindet, zur Ausgestaltung eines möglichen zukünftigen Angebotes genutzt werden“, so Schneider. 

Konkret bedeutet dies, dass ein Shuttleservice zwischen den für Pendler besonders relevanten Zeiten morgens zwischen 6 und 9 Uhr und nachmittags zwischen 14 und 18 Uhr angeboten wird – immer mit Blick auf die Anschlüsse der Nahverkehrszüge der Oberen Ruhrtalbahn. Im Gewerbegebiet Enste werden unter anderem die Straßen Am Steinbach, Auf´m Brinke und Steinwiese angefahren. Der Shuttle-Verkehr werde mit einem Kleinbus an der Nord-Seite des Mescheder Hauptbahnhofs Richtung Lagerstraße angeboten, verdeutlichte Hauke Möller von der RLG. Meschedes Bürgermeister Christoph Weber hob wiederum vor allem die enge Taktung zu den für Pendler relevanten Stoßzeiten hervor.

Elektromobilität im Carsharing-Angebot

Der Mescheder Bahnof steht in der kommenden Woche aber noch anderweitig im Fokus, denn auch die Mobilstation vor Ort wird in dem Zuge weiterentwickelt – das dortige Carsharing-Angebot wird auf Elektromobilität umgestellt – ein attraktiver BMW i3 steht zur Verfügung.

VIP-Tickets für Bus und Bahn erwerben

Schon jetzt auf große Resonanz stößt das sogenannte VIP-Ticket, das der Hochsauerlandkreis gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen der Region seit einigen Tagen eigens für die Zeit der EMW anbietet. Mit diesem kostenlosen Ticket können 1.000 Bürger vom 16. bis zum 22. September sämtliche Nahverkehrsmittel in den Kreisen HSK und Soest so oft benutzen, wie sie möchten. „460 der ursprünglich 500 Tickets dieser Art sind im HSK bereits verschickt worden. Deshalb haben wir das Angebot noch einmal um 100 aufgestockt, sodass zurzeit noch 160 Tickets kostenfrei erworben werden können“, berichteten Jörg Maass, beim Hochsauerlandkreis zuständig für Strukturförderung und Regionalentwicklung, und Hauke Möller von der RLG. 

Die Bewerbung um eines der verbleibenden Tickets sei ganz einfach: Einfach direkt eine E-Mail an info@rlg-online.de schicken oder im Internet unter www.rlg-online.de anfordern. Einzige Voraussetzung: der Besteller muss in einem der beide Kreise wohnen. „Wichtig ist zudem die vollständige Angabe der postalischen Adresse, sonst können wir das Ticket nicht verschicken“, so Hauke Möller.

Mobilitätsberatung und autofreier Freitag

Landrat Dr. Karl Schneider betont, dass auch die Kreisverwaltung voll hinter dem Konzept stehe. So gebe es eine Mobilitätsberatung für die Mitarbeiter, zudem empfehle er das Pendeln ohne eigenes Auto mittels Jobticket und die Teilnahme am freiwilligen autofreien Freitag am 20. September. Diese Maßnahmen, so Schneider, seien ein erster Schritt hin zu einer Öffnung für nachhaltige Mobilität und könnten als erfolgreicher Wegbereiter für einen möglicherweise dauerhaften Umstieg auf den ÖPNV darstellen.

Mobilität mit "Maß und Mitte"

Wenngleich der Landrat einräumte: „So ganz lässt sich der Individualverkehr nicht ausbremsen, davon bin ich überzeugt.“ Dafür habe der HSK als Flächenkreis mit hohem Mobilitätsbedarf, Wirtschaftsstandort und Naherholungsregion einfach zu hohe Anforderungen. Aber man nehme als Kreis aktuelle Trends etwa bei der Radmobilität, dem Schnellbusverkehr oder den ehrenamtlichen Bürgerbuslinien auf. In diesem Zuge sei auch die erstmalige Teilnahme an der EMW zu betrachten. „Im Hochsauerlandkreis machen wir uns mit Maß und Mitte auf den Weg zu einem erweiterten ÖPNV“, brachte es Dr. Karl Schneider abschließend auf Punkt. Gestartet wird dieser Motor ab kommenden Montag.

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