eBook-Ausleihe boomt in Meschede, Olsberg und Brilon<br />

Bibliotheken im Wandel

Auch Schüler nutzen die Bibliothek für Recherchearbeiten.

Seit zwei Jahren verleihen die Stadtbüchereien Brilon, Meschede und Olsberg eBooks. Die Zahl der Ausleihen von elektronischen Büchern steigt. In Meschede wurden 9.642 eMedien ausgeliehen, das macht 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus. In Olsberg wurden 4.322 eMedien ausgeliehen ( 8,4 Prozent des Gesamtumsatzes) und in Brilon wurden 13.951 eMedien ausgeliehen (9,3 Prozent der Gesamtausleihe).

Dass die Bibliotheken dieses Angebot vorhalten können, liegt daran, dass sich im Laufe der letzten Jahre ein interkommunaler Verbund von 37 Bibliotheken unter der Federführung der Stadtbüchereien Hamm unter dem Namen „Onleihe 24“ (www.onleihe24.de) gegründet hat. Die Sauerländer Bibliotheken wurden 2012 bis 2013 Mitglied dieses Verbundes, der inzwischen etwa 1,6 Millionen Einwohner mit eBooks versorgt.

Aufgrund der Tatsache, dass jede Mitgliedsbibliothek eigene Mittel für den Bestandsaufbau mitbringt, konnten 2014 für insgesamt rund 100.000 Euro neue Medien zum Download beschafft werden. Der Bestand wuchs von 27.360 auf 37.068 Exemplare, verteilt auf rund 17.000 verschiedene Titel. Damit vergrößerte sich der eMedienbestand um zirka 35 Prozent.

Die zwei größten Bestandsgruppen sind eBooks (80 Prozent) und eAudios (meist Hörbücher; im mp3-Format, 15 Prozent des Gesamtbestandes). Der Rest verteilt sich auf Zeitungen beziehungsweise Zeitschriften, eVideo und einen kleinen Bestand an eMusic.

Insgesamt erzielten diese gut 37.000 Bestandsexemplare im Jahr 2014 378.593 Downloads gegenüber 236.527 Downloads im Jahr 2013.

Die Onleihe ist mit dem Ziel angetreten, eine 7/24-Bibliothek zu sein: an sieben Tagen in der Woche für je 24 Stunden geöffnet zu sein. Diesem Anspruch kommt sie immer näher. Betrachtet man die Downloadzahlen nach Wochentagen, so fällt ein Wert sofort ins Auge, der Sonntag ist der ausleihstärkste Tag.

„Niemand hätte es für möglich gehalten, dass sich die Ausleihe von eBooks so rasant entwickelt“, resümiert Ute Hachmann, Leiterin der Stadtbibliothek Brilon und Sprecherin der Stadtbüchereien im Hochsauerlandkreis.

2014 gab es in den drei Bibliotheken weitere Veränderungen. Alle Bibliotheken bieten inzwischen in ihren Häusern Wlan-Nutzung an. Auch der Weg im Social Web ist beschritten, alle drei Bibliotheken waren zwei Jahre lang im Pilotprojekt „Lernort – Web 2.0 für kleine Bibliotheken des Landes NRW“ Projektpartner. „Die Kommunikation im Web 2.0 wird immer wichtiger für uns“, so Petra Böhler-Winterberg, Leiterin der Stadtbücherei Olsberg. Alle drei Bibliotheken sind in Facebook aktiv unter www.facebook.com/Sauerlaender.Bib.MOB und www.facebook.com/Stadtbibliothek.Brilon.

Aber auch der Kunde vor Ort und die Veranstaltungsarbeit insbesondere mit den Bildungseinrichtungen sind wichtige Standbeine der Bibliotheken. Die Stadtbücherei Meschede beispielsweise hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal ein Recherchetraining für weiterführende Schulen angeboten. „Viele kleine Tipps und Tricks rund um die effiziente Internet-Suche können wir Schülern vermitteln“, so Gisela Fildhaut, Leiterin der Stadtbücherei Meschede.

Die Verbindung von analogen und digitalen Angeboten, die Offenheit für Wandlungsprozesse in der weltweiten Informationsgesellschaft und der gleichzeitige Blick auf die Bedürfnisse der Kunden vor Ort – das sind die Herausforderungen, denen sich die drei Sauerländer Bibliotheken auch 2015 weiter stellen werden.

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