„Künstler auf der Überholspur“

Bildhauer Michael Sailstorfer mit August-Macke-Preis ausgezeichnet

Michael Sailstorfer freute sich über die Auszeichnung.

Meschede. In feierlichem Rahmen, untermalt durch den musikalischen Auftritt des Saxophonquartetts der Musikschule Hochsauerland, wurde am Samstag der August-Macke-Preis 2017 in der evangelischen Christuskirche in Meschede an Michael Sailstorfer verliehen.

Sailstorfer, Ausnahmekünstler der Gegenwart, der in Velden (Oberbayern) geboren und heute in Berlin lebt und arbeitet, wurde mit dem 20000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet, da er in seinen künstlerischen Arbeiten die Zukunft trägt. „Michael Sailstorfer ist ein Künstler der international und national gefragt ist. Dass er heute nach Meschede gekommen ist um den August-Macke-Preis entgegenzunehmen, stellt Meschede und den Preis in den Vordergrund. Der August-Macke-Preis, der inzwischen zum vierten Mal vergeben wird, steht für Neugier, Offenheit und kritische Auseinandersetzung. Sailstorfer ist mit seiner Gegenwartskunst Vorreiter. Er ist ein Künstler auf der Überholspur. Bei Michael Sailstorfer kann alles zur Kunst werden. Seine Werke eröffnen ein großes Assoziationsfeld“, so Landrat Dr. Karl Schneider. Sailstorfer, der 38-jährige Bildhauer sowie Installations- und Objektkünstler setzt Dinge und Materialien des Alltags in eine neue Beziehung, verfremdet ihre Funktion und gibt seinen Arbeiten somit eine neue Identität geprägt von Licht, Geräuschen und Gerüchen. Mit seiner Strategie des sinnfälligen Wechselns zwischen Realitätsebenen versteht er sich in der Nachfolge von Joseph Beuys, Marcel Duchamps oder auch Andy Warhol, distanziert sich jedoch von deren Sendungsbewusstsein durch einen programmatischen Pragmatismus.

"Jede seiner Arbeiten fasziniert."

„Mit dem August-Macke-Preis werden Künstler ausgezeichnet, die noch jung sind und die Zukunft in sich tragen. Es war eine klare Entscheidung der Jury, Michael Sailstorfer auszuwählen, denn er hat die Bildhauerei neu definiert. Jede seiner Arbeiten fasziniert. Anfangs sieht man in seinen Werken Alltagsgegenstände. Dann stellt man plötzlich fest, dass mit den Dingen etwas passiert und neue, humorvolle oder auch tiefsinnige Bedeutungen geschaffen wurden“, erläuterte Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle, Juryvorsitzender und Vorsitzender August-Macke-Kuratorium, die Wahl.

Roland Nachtigäller, künstlerischer Direktor des Museums Marta Herford, hob in seiner Laudatio die Handhabung zeitgenössischer Kunst im Hinblick auf den Bildhauer hervor und bezeichnete den Ausnahmekünstler der Gegenwart als romantischen Rebell. „In den Werken von Michael Sailstorfer wird Spannung auf mehreren Ebenen aufgebaut. Er spielt mit dem Sehen und Staunen. In seiner Abenteuerwelt bleibt immer ein Rest Geheimnis.“

Im Anschluss an die Preisverleihung fand die Ausstellungseröffnung von Michael Sailstorfer „Zwei Äpfel“ im kunsthaus alte mühle/Lenneatelier in Schmallenberg statt, die bis zum 10. Dezember zu sehen ist.

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