Branche präsentiert sich am nächsten Wochenende in Meschede

"KOSTbar" Gastronomietag soll „bunt wie eine Speisekarte“ werden

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Manfred Nieder (Warsteiner Brauerei), Michael Röleke (Kolping Bildungswerk Paderborn), Angela Rademacher (IHK Arnsberg), Georg Seibt (Firma Maiworm), Maria Eckstein (Kolping Bildungswerk Südwestfalen), Stefan Wiese-Gerlach (Hotel Jagdhaus Wiese), Daniela Tigges (Familotel Ebbinghof) und Thilo Schulte (Welcome Hotel Hennesee) stellten den Gastronomietag „KOSTbar“ vor.

Meschede/Hochsauerland. Der vielzitierte „Fachkräftemangel“ ist in allen Branchen und Fachgebieten ein Thema. Die Gastronomie ist aber aktuell besonders davon betroffen. Um dem entgegenzuwirken und junge Menschen auf die Berufe der Branche aufmerksam zu machen, veranstaltet das Kolping Bildungswerk Südwestfalen am Sonntag, 22. November, den „KOSTbar“ Gastronomietag im Sauerland. Zwischen 14 und 18 Uhr werden sich verschiedene Unternehmen im Welcome Hotel in Meschede präsentieren.

Die Zahl der Auszubildenden in den Hotels und Gaststätten im HSK und im Kreis Soest hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert: Während 2005 noch etwa 750 junge Menschen als Koch, Restaurant- oder Hotelfachleute lernten, sind dies aktuell nur noch knapp 300. „Die Zahlen sind katastrophal. Wenn es so weitergeht, haben wir auf Dauer ein Problem“, erklärte Angela Rademacher, Ausbildungsberaterin für die Gastronomie bei der IHK in Arnsberg, im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des „KOSTbar“Gastronimietages.

Um gemeinsam Strategien gegen diesen Trend zu entwickeln, setzten sich Vertreter von Kolping, IHK, DEHOGA, Schulen und Unternehmen an einen Tisch. Dabei sei ein „Strauß von Ideen“ entwickelt worden, wie Michael Röleke vom Kolping Bildungswerk Paderborn berichtete: „Es war eine Freude, mitzuerleben, wie aktiv die Teilnehmer sich eingebracht haben.“ Dabei entstand unter anderem die Idee für den „KOSTbar“ Gastronomietag. Bei dieser Veranstaltung sollen die unterschiedlichen Berufe aus der Branche präsentiert werden, wie sie tagtäglich in den zahlreichen Betrieben im HSK ausgeübt werden.

„Bezahlung besser als in anderen Branchen“

Interessierte können sich mit aktuellen Azubis austauschen und verschiedenene Praxisstationen wie zum Beispiel einem Hotelzimmer-Check oder einem Bier-Zapf-Seminar ausprobieren. Auch für Eltern wird es Informationen geben. Ziel der Veranstalter ist es, Vorurteile aus der Welt zu schaffen.

Üble Arbeitszeiten, maue Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen – all das sind Gerüchte, die sich hartnäckig halten. „Die schlechten Arbeitszeiten sind ein Ammenmärchen. Der Zoll kontrolliert im Zuge des Mindestlohns auch die Arbeitszeiten. Daran müssen sich alle halten“, sagte Thilo Schulte, Direktor des Welcome Hotels Meschede. Angela Rademacher ergänzte: „Die Bezahlung in der Gastronomie ist besser als in anderen Bereichen. Und wenn jeder Gast bereit ist, für ein Jägerschnitzel mit Pommes und Salat 20 Euro zu bezahlen, können die Betriebe ihre Mitarbeiter auch höher entlohnen.“

Trotzdem sind sich die Organisatoren einig: Die Branche sei derzeit nicht attraktiv genug, daher müsse es Aktionen wie den Gastronomietag geben, um Werbung zu machen. „Gastronomen in Action sind normalerweise Werbung genug“, meinte Angela Rademacher. „KOSTbar“ sei aber auch nicht das Allheilmittel, so die Ausbildungsberaterin weiter: „Die Strategien, um die Gastronomie am Leben zu erhalten, sind so bunt wie eine Speisekarte.“

Thilo Schulte wies vor allem auf die „sensationellen“ Aufstiegschancen in der Branche hin: „Ich kenne kaum einen Berufszweig, in dem man so schnell nach oben kommt.“ Außerdem könne man in vielfältigen Berufsfeldern arbeiten und viel ausprobieren. Gastronomie sei eben nicht nur Kochen und Teller von links nach rechts Tragen. „Wir brauchen ganz dringend die Zauberwesen im Hintergrund“, erklärte Angela Rademacher.

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