Campino ganz privat

Unter die Jugendlichen mischte sich Campino zum Ausklang in der Turnhalle. Fotos: Björn Theis

Am Pizzastand war Campino eine Person wie "Du und ich": Wie alle anderen stellte sich Andreas Frege, so heißt er mit bürgerlichem Namen, brav hinten an. Genauso, ohne jegliche Starallüren, präsentierte sich der Sänger der Band "Die Toten Hosen" am Sonntag in der Abtei Königsmünster in Meschede.

Dass mehr als 500 Jugendliche an diesem Abend in die Abteikirche strömten, lag vor allem an Campino. Zusammen mit Fotografin Donata Wenders, der Frau vom ebenfalls mitgereisten Regisseur Wim Wenders, sprach er bei der Jugendvesper "Bless You" darüber, wie der Glaube sein Leben begleitet und bereichert.

"Es ist toll, mit Euch diese Stunden zu zelebrieren", begrüßte Campino, von tosendem Applaus empfangen, die Jugendlichen. Mit sehr persönlichen und bewegenden Worten verriet er ihnen, dass der Tod seines Vaters dazu geführt habe, "meine Einstellung zum Glauben zu überdenken." Alte Briefe seines Vaters habe er auf dem Dachboden gefunden, die dieser als Soldat während des Zweiten Weltkriegs aus Russland nachhause geschickt hatte. Darin habe er geschildert, wie ihm das Gottvertrauen half, auch schwierigste Situationen zu überstehen. "Am Glauben kommt man nicht vorbei", steht für Campino seitdem fest.

An der Abtei Königsmünster in Meschede, die der Toten-Hosen-Frontmann regelmäßig zum Abschalten aufsucht, beeindruckt ihn die "unglaubliche Offenheit". Die Verbindung zu Altabt Stephan sei für ihn eine Freundschaft, "von der ich weiß, dass sie für immer hält." Bei Pizza und Würstchen suchten die Jugendlichen nach der Vesper in der benachbarten Turnhalle den Kontakt zu Campino. Er erfüllte geduldig Autogramm- und Fotowünsche. Auch das ein oder andere Gespräch kam so zustande. Beeindruckt davon, so viel Privates aus dem Leben und dem Glauben einer prominenten Persönlichkeit erfahren zu haben, gingen die Jugendlichen an diesem Abend nachhause.

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