Polizei in Meschede hebt Cannabis-Plantage aus

Drogenfund in Eversberg

Über 2000 Cannabis-Pflanzen, Setzlinge und auch abgepacktes Marihuana fand die Polizei. Foto: Polizei

Filmreifer Kriminalfall in Meschede: Auf Hinweis eines besorgten Einwohners überprüften Beamte am frühen Samstag das vermeintlich leerstehende „Tingelhoffs Haus“ in Eversberg. Was sie dort fanden, überraschte nicht nur die Polizisten vor Ort: In dem historischen Gebäude hoben sie eine ganze Plantage mit Cannabis-Pflanzen aus und nahmen drei Männer fest. Eine weitere Person konnte flüchten.

Während Millionen Deutsche am Sonntagabend in der ARD wieder gebannt den „Tatort“ verfolgten, befasste sich die Polizei in Meschede in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem ähnlich spannenden Kriminalfall. Auf Hinweis eines besorgten Einwohners überprüften Beamte am Samstag gegen Mitternacht das vermeintlich leerstehende „Tingelhoffs Haus“ in Eversberg. Was sie dort fanden, überraschte nicht nur die Polizisten vor Ort: In dem historischen Gebäude hoben sie eine ganze Plantage mit Cannabis-Pflanzen aus und nahmen drei Männer fest. Eine weitere Person konnte flüchten.

Filmreif ist nicht nur die Dimension des Fundes, auch der Fundort selbst spielt hier im wahrsten Sinne des Wortes eine besondere Rolle. Schließlich bildete „Tingelhoffs Haus“ an der Oststraße in Eversberg noch im vergangenen Jahr die Kulisse für den Film „Letzte Ausfahrt Sauerland“ mit Heiner Lauterbach. Dass ausgerechnet dieses idyllisch wirkende Gebäude, das nach den Filmaufnahmen zwangsversteigert wurde und bis Samstag keinen bewohnten Eindruck machte, ein geheimes Drogenversteck darstellt, damit hatte niemand gerechnet.

Dem Hinweis eines aufmerksamen Anwohners ist es zu verdanken, dass die Cannabis-Plantage nun ausgehoben werden konnte. Am Samstag zwischen 0.15 und 0.30 Uhr ging der Anruf bei der Polizei in Meschede ein, wie Polizeipressesprecher Ludger Rath berichtet. Ein Anwohner erklärte, wiederholt merkwürdige Beobachtungen rund um das Haus gemacht und verdächtige Personen dort gesehen zu haben. Die Beamten folgten dem Hinweis und stellen schnell fest, dass „irgendwas im Busch ist“, so Rath. Während einer Person die Flucht gelang, bevor das Haus von der Polizei umstellt werden konnte, wurden drei Männer beim Zugriff festgenommen. Die beiden 32-Jährigen und ein 26-Jähriger wurden dem Haftrichter vorgeführt und daraufhin am Montag in Untersuchungshaft genommen.

Der Tatort ist gesichert, die Drogenpflanzen sind beschlagnahmt. Über 2000 Pflanzen sind es nach Angaben von Ludger Rath. Zudem bestätigte der Polizeipressesprecher den Fund von mehreren Kilo fertig abgepacktem Marihuana, ebenso die Tatsache, dass ein Auto mit niederländischem Kennzeichen vor dem Haus geparkt hatte. Erst nach Ermittlung des THC-Gehaltes könne allerdings der genaue Marktwert der aufgefundenen Ware taxiert werden.

Ludger Rath weist in diesem Fall ausdrücklich auf das „vorbildliche Verhalten“ des Anwohners hin und ermutigt die Bürger, selbst beim leisesten Anfangsverdacht einer Straftat jederzeit die Polizei einzuschalten.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ist eingeschaltet, die weiteren Ermittlungen - auch nach möglichen Hintermännern - laufen.

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