Klimafreundlicher Himmelsstürmer

E-Flugzeug macht bei Weltrekordversuch Zwischenlandung in Schüren 

Im Landeanflug auf Schüren: Das erste zertifizierte elektrische Leichtflugzeug der Welt.
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Im Landeanflug auf Schüren: Das erste zertifizierte elektrische Leichtflugzeug der Welt.

Meschede-Schüren - Gleich sieben Weltbestleistungen nahmen einige tollkühne Elektro-Enthusiasten jetzt mit dem ersten zertifizierten elektrischen Leichtflugzeug in Angriff. Halt machten sie bei der spektakulären Rekordjagd unter anderem auf dem Flugplatz in Meschede-Schüren.

CO2-neutral mit einem batterie-elektrischen Leichtflugzeug von Zürich an die Nordsee (Norderney) fliegen, das ist der Anspruch des Vereins „Freunde der Elektromobilität“. Futurist Morell Westermann, der Schweizer Pilot Marco Buholzer, Bierbrauer Tobi Pape, Video- und Musikproduzent Tom Albrecht, Sound and Ground Master Malik Aziz sowie die Bodencrew Kerstin Zulechner und Stefan Pieper haben das Langstrecken-Experiment gewagt und sind am Dienstagmorgen auf dem Flugplatz Schänis in der Nähe von Zürich (Schweiz) gestartet. Für die meisten reine Zukunftsmusik, doch durch das neuartige Modell „Velis Electro” des slowenischen Herstellers „Pipistrel” mit seinem 60 Kilowatt (81,6 Pferdestärken) starken Motor ein entscheidender Schritt in eine grünere und klimafreundlichere Zukunft.

Auf Weltrekordjagd: Die „Freunde der Elektromobilität“ um Stefan Pieper, Pilot Marco Buchholzer, Kerstin Zulechner und Ground Master Malik Aziz.

Mit zwölf Zwischenstopps – das Elektroflugzeug braucht nach 80 Meilen (129 Kilometer) Flugstrecke „Saft“ zum Weiterfliegen – erreichten die „Luftakrobaten“ dann am Nachmittag um 13.42 Uhr den Flugplatz in Meschede-Schüren. Dort ging es um genau 13.51 Uhr für rund eineinhalb Stunden an die Ladestation, damit dem Weiterflug, bei dem insgesamt sieben Weltrekorde purzeln (siehe Info-Kasten), nichts im Wege stehen konnte.

"Elektrisch fliegen ist die Zukunft."

„Elektrisch fliegen ist die Zukunft. Wir haben 32 Minuten vom Siegerland aus bis nach Schüren gebraucht. Alles verläuft nach Plan. Die längste Zeit die wir in der Luft bleiben können, beträgt 50 Minuten“, berichtete Pilot Marco Buholzer, der über 5.000 Flugstunden verfügt.

Eine echte logistische Herausforderung mit zahlreichen Hürden, denn der rund 80.000 Euro teure Flug ist nicht nur wetterabhängig, die Flugakkus müssen auch in Rollfeldnähe aufgetankt werden. „Wir mussten den Flug um einen Tag verschieben. In der Schweiz gab es die schlimmsten Regenfälle seit zehn Jahren“, erläuterte der Schweizer Pilot. Vor Beginn des großen Experiments hatte das Team die Aufgabe, kleine Flugplätze ausfindig zu machen, die über den notwendigen Drehstromanschluss mit 32 Ampère (22 Kilowatt) verfügen. Da jedoch bisher noch kein einziger Flughafen über ein entsprechendes Ladegerät verfügt, musste die Bodencrew mit dem notwendigen Akku in einem Hase- und Igel-Spiel vorausfahren.

„Das Flugzeug wurde für den Schulungsbetrieb entwickelt. 50 Minuten Flugzeit sind voll ausreichend dafür. Insgesamt hat uns die 700 Kilometer lange Strecke bis nach Norderney etwa 50 Euro an Strom gekostet“, so der IT-Experte Stefan Pieper. Nach dem Auftanken des 600 Kilogramm schweren Elektroflugzeugs ging es rund zwei Stunden später weiter Richtung Münster, um am folgenden Morgen über Diepholz und Westerstede-Felde nach Norderney zu fliegen.

E-Flugzeug macht bei Weltrekordversuch Station Schüren

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