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„Eine zentrale Quelle“

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Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (l.) und Dr. Manfred Wolf überreichen Landrat Dr. Karl Schneider ein Exemplar des neuen Buches. Foto: LWL/Burkhard Beyer
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (l.) und Dr. Manfred Wolf überreichen Landrat Dr. Karl Schneider ein Exemplar des neuen Buches. Foto: LWL/Burkhard Beyer

Meschede/Hochsauerland. Auf reges Interesse stieß in der vergangenen Woche eine Buchvorstellung im Kreishaus in Meschede.

Der Historiker und ehemalige Archivar Dr. Manfred Wolf stellte die Ergebnisse seines Bandes „Rechte, Güter und Lehen der Kölner Erzbischöfe in Westfalen“ vor. Eingeladen hatten die Historische Kommission für Westfalen und der Hochsauerlandkreis, die sich über einen vollen Saal mit 100 Gästen freuen konnten.

„Es ist wichtig zu wissen woher wir kommen, wer wir sind“, betonte Landrat Dr. Karl Schneider in seiner Begrüßungsansprache. Er verwies darauf, wie bedeutend die Erforschung der Geschichte für die Identität einer Region sei.

Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Vorsitzender der Historischen Kommission, war von der großen Resonanz beeindruckt. Dies zeige, so Reininghaus, dass die Lehnregister eine zentrale Quelle für die Regional- und Landesgeschichte seien. Er gab den Anwesenden einen kurzen Überblick über das Lehnswesen im Mittelalter. Hierbei handelte es sich um ein System der Vergabe von Land oder anderen Einkünften des Lehnsherrn, der im Gegenzug von seinem Lehnsmann („Vasall“) einen Treueid einforderte sowie Unterstützung in kriegerischen Auseinandersetzungen. Mit Zunahme der Schriftlichkeit im Mittelalter begannen Lehnsherren systematisch Register und Bücher anzulegen, um festzuhalten, wie viele Besitzungen und Rechte sie in welchen Regionen besaßen. Dies taten auch die Kölner Erzbischöfe, die im Gebiet des Sauerlandes ab dem 11. beziehungsweise 12. Jahrhundert Grundbesitz erwarben.

Manfred Wolf hat das im Landesarchiv in Münster erhaltene Register, eine lateinische Handschrift von 1438, abgeschrieben und Anmerkungen sowie Übersetzungen hinzugefügt. Es ist nach Orten sortiert und durch ein Register erschlossen.

Orts- und Familiengeschichte

So kann man nachlesen, welche Besitzungen der Erzbischof beispielsweise in Eversberg, Grevenstein oder Winterberg hatte und wer dort zu seinen Lehnsmännern zählte. Die Quelle ist deshalb auch spannend für die Orts- und Familiengeschichte – der ein oder andere Sauerländer wird möglicherweise den Namen eines Vorfahren im Buch wiederfinden. Die zum Verkauf mitgebrachten Exemplare des Buches waren bereits vor Beginn der Veranstaltung vergriffen. Mit einem so großen Interesse hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet.

Das Buch ist in jeder Buchhandlung und beim Aschendorff-Verlag in Münster erhältlich.

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