Botschaft lautet: „Ab drei dabei“

Erster Mescheder Kinderkonferenz ein Erfolg - Kindernetzwerk gegründet

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Dr. Tim Noeke erklärt zahnunfreundliche Lebensmittel an der Wurfbude.

Meschede/Hochsauerland. „Gesund beginnt im Kindermund“ lautete das Motto der ersten Mescheder Kinderkonferenz, die am vergangenen Wochenende im St. Walburga-Krankenhaus erfolgreich veranstaltet wurde. Neben interessanten Fachvorträgen und Führungen für Jung und Alt wurde im Anschluss an die Konferenz auch ein lokales Kindernetzwerk gegründet.

Nachdem die Veranstaltung mit witzigen Video-Clips a la “Dingsda” eröffnet wurde, zeigten sich der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese, Bürgermeister Christoph Weber (Schirmherren) und der zahnärztliche Bezirksstellenvorsitzende Dr. Franz Schaltenberg sowie die vielen Zuhörer im ausgebuchten Hörsaal des St. Walburga-Krankenhauses erfreut über die hohe Besucherzahl und die Vielfalt der angebotenen Vortragsthemen.

Gleich zu Anfang begeisterte die Mescheder Kinderbuchautorin Katie Grosser die Zuhörerschaft mit einem temperamentvollen und packenden Vortrag zum Thema: Stellenwert des Vorlesens für die Entwicklung des Kindes.

Anschließend legte Dr. Tim Noeke, Kieferorthopäde, die Wichtigkeit der kieferorthopädischen Prophylaxe dar. Das Maskottchen „Pedro das Dreizehenfaultier“ prägte schon in diesem frühen Vortragsstadium das Motto: “Ab drei dabei. “ Hintergrund: Mit drei Jahren haben Kinder in der Regel ihr volles Milchgebiss ausgebildet und sollten danach einmal jährlich den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie aufsuchen. Doch sowohl in der Bevölkerung als auch in Fachkreisen kursieren immer noch veraltete und falsche Empfehlungen. Nur der Kieferorthopäde könne vorausschauend abschätzen, wie sich die Kiefer- und Gebissentwicklung voraussichtlich gestalten wird, so der Experte. Jeder könne direkt den Fachzahnarzt aufsuchen, eine Überweisung sei nicht notwendig.

Anschließend informierte der Logopäde Marc Strehl die Zuhörer über neuartige Methoden wie zum Beispiel logopädische Übungen an der Kletterwand.

Danach zeigte der Kinderarzt und Vorsitzende der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Burkhard Lawrenz aus Arnsberg auf, wie sich Kinder heute ernähren sollten und ging dabei insbesondere auf die Vitamin D- und Fluoridgabe im Kindesalter ein.

Nach einer deftigen Sauerländer Erbsensuppe in der Cafeteria des Walburga-Krankenhauses, startete Dr. Peters, Chefarzt der geburtshilflichen Abteilung des Karolinen-Hospitals Hüsten, mit einem eindrucksvollen Vortrag zum Thema „Stillen und Ernährung von Mutter und Kleinkind“. Es wurde deutlich, dass die Ernährung der Schwangeren und insbesondere die Problematik des Rauchens und des Alkoholkonsums direkten Einfluss auf das gesamte Leben des Neugeborenen hat.

„Selten zu früh, oft zu spät“

Die Hauptvorlesung des Nachmittags hielt Dr. Werner Noeke, seit 31 Jahren niedergelassener Kieferorthopäde in Meschede. Dr. Noeke ging insbesondere darauf ein, wann der richtige Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Untersuchung beziehungsweise Behandlung gekommen ist. Sein Untertitel „selten zu früh, oft zu spät“ wurde anhand von konkreten Behandlungsfällen dargestellt. Leider herrschen laut Dr. Noeke auch hier immer noch überholte und veraltete Meinungen vor, nach denen erst alle Milchzähne gewechselt haben sollten. Der Kieferorthopäde dazu: „Wenn die Patienten so spät kommen, sind einige Zeitfenster für prophylaktische oder schonende Behandlungsmethoden bereits geschlossen. Häufig ist eine Therapie dann nur durch eine unterstützende Operation möglich.“ Aus diesem Grunde gab auch er an alle Zuhörer die Take-Home-Message aus: ,,Ab drei dabei! – Dann ist man mit Sicherheit nie zu spät“.

Danach stellte Dr. Wilfried Beckmann von der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe aus Münster die Problematik der ECC Karies (frühkindliche Karies) dar. Er zeigte auf, welche Patientengruppen in erster Linie gefährdet sind und warum eine Netzwerkbildung unter allen Beteiligten so wichtig ist. Nur innerhalb eines solchen Netzwerkes könne man die rund 14 Prozent sehr schlecht versorgten, kleinen Patienten erreichen.

Die Experten Dr. Wilfried Beckmann, Dr. Werner Noeke, Marc Strehl, Dr. Tim Noeke, Dr. Franz Schaltenberg, Bürgermeister Christoph Weber (hintere Reihe) und Dr. Peter Liese (vorne) zeigten sich ebenfalls begeistert von der begehbaren Mundhöhle.

Anschließend griff Dr. Bartholomäus Urgatz, Chefarzt der pädiatrischen Abteilung des Klinikums Hochsauerland, dieses Thema auf und machte deutlich, dass anhand der Karieshäufigkeit bereits ein Hinweis auf eine Kindesvernachlässigung gegeben sein kann. Er gab den Zuhörern Verhaltensweisen mit auf den Weg, wie man in einem solchen Fall reagieren sollte. Nach einer regen Abschlussdiskussion wurde die erste Mescheder Kindekonferenz beendet.

Viele Zuhörer äußerten sich spontan sehr lobend über die reibungslose Organisation durch die Praxis Dr. Noeke und insbesondere über die kurzweiligen und sehr interessanten Vorträge. Begleitend zu den wissenschaftlichen Vorträgen führte das Praxisteam Dr. Noeke am Freitag, Samstag und Sonntag mehrere hundert Kinder durch die Ausstellung mit dem begehbaren Mundhöhlenmodell, Kariestunnel, Putzbrunnen und Wurfbude. Auch hier waren alle Termine ausgebucht und Eltern, Erzieher und natürlich alle Kinder waren begeistert.

Ergänzend zu den turbulenten Tagen gründeten alle Teilnehmer unter Federführung von Dr. Werner Noeke ein lokales Kindernetzwerk, in dem alle Interessenten per E-Mail über einen Verteiler zukünftig interessante Beiträge zum Thema Kindergesundheit untereinander austauschen und diskutieren können. Auch für Außenstehende sind Fragen unter info@drwernernoeke.de jederzeit möglich und willkommen.

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