Frauen (55 & 38) wieder auf freiem Fuß

Pfiffiger Rentner legt Betrüger rein: Echte Polizei nimmt falsche Polizisten fest

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Symbolfoto

Meschede - Eigentlich wollten sie einen 71-Jährigen übers Ohr hauen, der legte aber die eigentlichen Betrüger rein: In Meschede sind in der Nacht zu Freitag "falsche Polizisten" aufgeflogen. Sie wurden von ihren echten "Kollegen" festgenommen.

Die Masche der "falschen Polizei" ist immer die gleiche: Die Betrüger rufen an, um vor einem geplanten Einbruch oder einer anderen Straftat zu warnen. Häufig erscheint hierbei die Nummer "110" im Telefondisplay. Die Geschichten, die die Betrüger ihren Opfern auftischen, gehen teilweise so weit, dass sie ihnen glaubhaft machen, dass selbst Bankmitarbeiter der vermeintlich kriminellen Bande angehören. 

"Die Opfer werden angewiesen ihre gesamten Sparbeträge von der Bank abzuheben und die Wertsachen aus dem Haus an einen vermeintlichen Kriminalbeamten zu übergeben. Selbstverständlich versprechen die Betrüger die Wertsachen zurückzubringen, wenn die Gefahr gebannt ist", erklärt die Polizei. Das tun sie aber nicht. Durch diese Vorgehensweise haben die Betrüger laut Polizei schon fünfstellige Summen erbeutet. 

Rentner kennt Masche - und informiert die richtige Polizei

Genau mit dieser Masche riefen falsche Polizisten am Donnerstagabend einen 71-jährigen Mescheder an. Der angebliche Polizist am Telefon warnte vor einer Einbrecherbande. Zur Sicherheit würde er eine Kollegin schicken, welche die Wertsachen des Mescheders in Sicherheit bringt. Was er aber nicht ahnte: "Dem 71-jährigen Rentner war die Betrugsmasche bekannt", berichtet die Polizei. 

Also informierte er während des Gesprächs kurzerhand seine Frau, die daraufhin den echten Polizeiruf 110 wählte. "Ab diesem Zeitpunkt stand die Polizei den beiden Meschedern zur Seite. In enger Absprache konnte so die Geldübergabe geplant und durch die Einsatzkräfte vorbereitet werden", teilt die Polizei mit. 

Frau und ihre Fahrerin festgenommen

Wie vom Betrüger angekündigt, erschien dann um 0.20 Uhr eine Frau vor die Haustür. Dieser wurde schnell das Handwerk gelegt: "Sofort schritten die Polizeibeamten ein und nahmen die 58-jährige Deutsche fest", heißt es im Polizeibericht. Die Frau wurde kurz zuvor von einer Fahrerin in der Nähe abgesetzt, deren Wagen die Beamten ebenfalls stoppten. Darin saß eine 35-jährige Frau, die auch festgenommen wurde. 

Da bei der Fahrerin ein Drogentest positiv verlief, wurde ihr zudem eine Blutprobe entnommen. "Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg wurden die beiden Rheinländerinnen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen im Laufe des Freitags entlassen. Die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt dauern an", teilt die Polizei mit. 

Diese Tipps gibt die Polizei

Auch wenn es in diesem Fall für die eigentlichen Opfer gut ausging, zeigen andere Fälle, dass längst nicht alle Bürger mit der Betrugsmasche vertraut sind. Daher gibt die Polizei Tipps, mit denen sie sich vor Trickbetrügern schützen können: 

  • Die auf dem Display erscheinende Nummer 110 ist falsch. Mit geringem Aufwand lassen die Täter die 110 oder andere Behördennummern im Telefon erscheinen. 
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf. 
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den echten Polizeiruf 110 an. 
  • Scheuen Sie sich auch nicht, bei guten Freunden, Nachbarn oder Angehörigen nachzufragen. 
  • Die Polizei wird sie niemals um Geldbeträge oder andere Wertgegenstände bitten. 
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis. 
  • Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.

"Die Polizei ist für Sie da! Sollten Sie Fragen haben besuchen Sie die nächstliegende Polizeiwache oder rufen uns einfach an", betont die Polizei abschließend.

Weitere Informationen zum Betrug mit falschen Polizisten hat die Polizei im Internet zusammengestellt

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