Meschederin Angelika Bartram ist Autorin aus Leidenschaft

Der Weg der Fantasie

Ein literarischer Tausendsassa: Autorin Angelika Bartram präsentiert ihr neuestes Projekt, eine Art Ratgeber für Eltern. Foto: Lars Lenneper

„Man sieht nur mit dem Herzen gut.

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Diese weltberühmte Weisheit aus der Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry hat die Schrifstellerin Angelika Bartram für sich und ihr Schaffen umgedeutet. „Man schreibt nur mit dem Herzen gut“, sagt die 62-Jährige, die seit kurzer Zeit in Meschede wohnt.

Es ist vor allem das Element der Fantasie in ihren vielfältigsten Formen, das sich durch das gesamte Werk der gebürtigen Hannoveranerin zieht. Ganz gleich ob in Kinderbüchern, Theaterstücken, Hörspielen oder Musicals – das Vorstellungsvermögen und die Einbildungskraft spielen stets eine zentrale Rolle.

„Die Dimension der Fantasie ist schier unerschöpflich. Fantasie hilft uns dabei, über uns selbst hinauszuwachsen“, erklärt Angelika Bartram. Deshalb sei es ihr immer besonders wichtig, aus ihren Geschichten keine Lehrstücke mit erhobenem Zeigefinger zu machen sondern eben diesen Weg der Fantasie zu beschreiten. Das gemeinsame Erleben mit ihren Lesern steht im Mittelpunkt.

Dass diese Leser häufig besonders jung beziehungsweise noch im Kindesalter sind, stellt für die Autorin selbst jedes Mal aufs Neue eine besondere Herausforderung da. „Kinder sind das anspruchsvollste und auf ihre Weise auch unbarmherzigste Publikum. Von ihnen bekommt man ungefilterte und echte Reaktionen und Emotionen. Die Geschichten müssen eine ganz bestimmte Tiefe haben, um Kinder zu erreichen. Das macht es so viel schwerer, Kinderstücke zu schreiben“, räumt die Schriftstellerin ein.

Dass sie dieses Urteil fundiert fällen kann, liegt vor allem an ihrer bewegten Lebensgeschichte. Denn auf literarischem Gebiet hat sich die Neu-Sauerländerin bereits als echter Tausendsassa erwiesen.

Arbeit für Theater, Funk und Fernsehen

Schon während des Studiums der Medizin und Psychologie entdeckte Angelika Bartram ihr Herz für das Kindertheater. Daraufhin studierte sie Erziehungswissenschaften und gründete mit anderen die Theatergruppe Ömmes & Oimel und die Comedia, ein Privattheater in Köln.

Hier entwickelte sie mit ihren Stücken und Inszenierungen das Phantastische Erlebnistheater.

In mittlerweile fast 40 Jahren hat sie sich seitdem als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin für Theater, Funk und Fernsehen einen Namen gemacht. arbeitete unter anderem mit Hella von Sinnen und Dirk Bach, für den sie auch Drehbücher schrieb (unter anderem die Comedyserie „Lukas“) und ihn in die Sesamstraße holte, für die sie mehrere Jahre als Headautorin arbeitete. Auch das preisgekrönte Kinderbuch „Lilli oder die Reise zum Wind“ entstammt der Feder von Angelika Bartram.

Warum sich die Schriftstellerin in ihrem neuen Projekt indes mehr den Eltern widmet und welche Bedeutung eine einfache Wäscheleine für ihr literarisches Schaffen hat, erfahren Sie in der Fortsetzung auf ffi Seite 5. (Von Lars Lenneper, l.lenneper@sauerlandkurier.de)

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