Frischer Wind im neuen Jahr

Frauenberatung im HSK freut sich über Erweiterung des Teams

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Die Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle HSK in Meschede freuen sich über die neue „Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt“. 

Meschede/Hochsauerland. Jede siebte Frau erlebt mindestens einmal im Leben sexualisierte Gewalt, so die Statistik. Dieses Thema hat insbesondere nach der Silvesternacht 2015/16 in Köln und der Reform des Sexualstrafrechtes an Bedeutung in der Öffentlichkeit gewonnen. Wer selbst Opfer einer Sexualstraftat geworden ist, befindet sich körperlich und psychisch in einer absoluten Ausnahmesituation. Hilfe für Betroffene bietet die Frauenberatungsstelle im HSK, die sich nun über die Erweiterung des Teams um die „Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt“ freut.

Als Reaktion auf die Vorfälle in Köln hatte die Landesregierung eine Aufstockung der Fachstellen gegen sexualisierte Gewalt beschlossen. Diese Chance hat die Frauenberatungsstelle Meschede ergriffen und die halbe Stelle von Mitarbeiterin Jana Schlömer erweitert sowie Susanne Willmes neu ins Team geholt.

„Wir freuen uns riesig, unsere Arbeit nun ausweiten zu können, insbesondere weil das eine absolute Zitterpartie war“, so Gabriele Kersting. Die Diplom-Soziologin meint damit die Finanzierung der Stelle, denn nur 85 Prozent der Personalkosten werden vom Land gefördert, sodass die verbleibenden 15 Prozent von der Beratungsstelle selbst erwirtschaftet werden müssen. Die Beratungsstelle muss jährlich aber ohnehin einen Eigenanteil von rund 11.000 Euro erwirtschaften.

Im vergangenen Dezember gab es dann aber grünes Licht vom Kreistag, der zugesagt hatte, die Personalstelle für die kommenden fünf Jahre zu fördern. „Jetzt können wir mit Tatkraft und frischem Wind in das neue Jahr starten“, freuen sich die Mitarbeiterinnen. Sexualisierte Gewalt sei natürlich nicht nur in Köln ein Thema und man sei dankbar, dass die Politik entsprechend reagiert habe. „Es tut sich was auf Bundesebene und vor allem in den Köpfen und im Bewusstsein der Menschen. Durch die neue Stelle können auch wir noch mehr tun“, sagt Psychologin Susanne Willmes.

Beratung, Begleitung und Prävention

Neben der Beratung und der Begleitung betroffener Frauen, hat die neue Fachstelle den Schwerpunkt im Bereich Präventionsarbeit: „Wir freuen uns sehr, über die neuen Möglichkeiten zur Verstärkung unseres Einsatzes in diesem Bereich und um betroffenen traumatisierten Frauen qualifiziert zu helfen.“

Die Präventionsarbeit der Frauenberatung im HSK geht von der Entwicklung von Schutzkonzepten für den öffentlichen Raum, über Seminare für Frauen mit speziellem Förderbedarf bis hin zu Kampagnen zum neuen Sexualstrafrecht und zum Ausrichten großer Informationsveranstaltungen wie dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“. Hauptbestandteil der Präventionsarbeit sind aber Projekte, die möglichst früh ansetzen und nun weiter ausgebaut werden können. „Es geht darum aufzuklären, Tabus abzubauen und über das Thema ‘Grenzen aufzeigen’ zu sprechen. Das tun wir künftig verstärkt und zwar vom Kindergarten über weiterführende und fördernde Schulen bis hin zu Berufsschule und Sportverein“, erklärt Soziologin Jana Schlömer.

Und auch die Vernetzung werde immer wichtiger. „Wir arbeiten eng mit der Polizei, Trauma-Ambulanzen und Kliniken und anderen Beratungsstellen zusammen. Ich könnte mir vorstellen künftig auch Security-Mitarbeiter von Großveranstaltungen mit ins Boot zu holen“, so Jana Schlömer weiter.

Der Bedarf an Beratung und Aufklärung ist da: Die Frauenberatungsstelle hat (in alter Besetzung) im vergangenen Jahr allein 309 Klientinnen betreut und rund 1150 Beratungsgespräche geführt.

Info: Die Frauenberatungsstelle lädt am Internationalen Frauentag am Mittwoch, 18. März, ab 18 Uhr zu einem Sektempfang ein, um die neuen Fachstellen und die Reform des Sexualstrafrechts zu feiern. Weitere Informationen gibt es hier.

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