Skurrile Mischung mit "Wow-Effekt"

"Mann ohne Knochen" aus dem Sauerland möchte mit brandheißer Show beim "Supertalent" punkten

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Spiel mit dem Feuer – Moisés Ugidos möchte die Jury von „Das Supertalent“ mit einer skurrilen und spektakulären Show überzeugen.

Freienohl - Als eine Mischung aus Tänzer, Fakir und Schlangenmensch mit einem Hang zum Extremen – so präsentiert sich Moisés Ugidos als Straßenkünstler seinem Publikum. Mit seiner skurrilen Show möchte der 33-jährige Freienohler am Samstag, 12. Oktober, nun die Jury von „Das Supertalent“ überzeugen.

Feuer schießt aus einer seiner Fackeln, die er wild vor sich hin und her bewegt, eine riesige Flamme wird hinter ihm entfacht. Moisés Ugidos beginnt zu Tanzen – eine seiner großen Leidenschaften. Es sieht spektakulär aus, wie sich der 33-jährige Freienohler auf der Bühne mit Pyrotechnik in Szene setzt und mit dem Feuer spielt. Die rote Glut scheint sein Element zu sein. Doch es ist nicht das einzige, mit dem der durchtrainierte gebürtige Spanier auf der großen Showbühne von „Das Supertalent“ für einen „Wow-Effekt“ sorgen möchte. 

Er hebt seinen rechten Arm, biegt die Schulter auf eine Weise, die für die meisten Zuschauer wohl unvorstellbar ist, und verdreht beide Arme hinter seinem Kopf ineinander. Sie wirken wie miteinander verschlungen. „Wie ist das möglich“, fragt sich auch der meist so kritische Pop-Titan Dieter Bohlen. „Ich habe keine Knochen“, lacht der Kandidat daraufhin. Mit seiner skurrilen Muy Moi Show aus Tanz, Fakir-Elementen und Verbiegung versucht er die Jury, bestehend aus Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sarah Lombardi, von sich zu überzeugen. Ob ihm das gelingt, das wird sich am Abend bei RTL zeigen.

Körperkünstler mit Lampenfieber

Auf der Bühne souverän wirkend, macht sich Ugidos, der vor zwei Jahren der Liebe wegen von Teneriffa nach Freienohl gezogen ist, aber vor seinen Auftritten durchaus viele Gedanken und auch vor dem berüchtigten Lampenfieber bleibt er nicht verschont, wie er im Gespräch mit Sauerlandkurier zugibt. „Man wartet lange, läuft auf und ab und man ist aufgeregt“. Besonders wenn es dann Richtung Bühne gehe, steige die Anspannung bis ins Unermessliche. „Wenn ich vor dem Vorhang stehe, der jeden Moment aufgeht, macht sich richtig Panik breit: ,Oh nein, ich muss jetzt da raus’. Wenn ich dann auf der Bühne stehe, bin ich ganz cool. Ich lüge mich quasi selber an und rede mir ein, dass alles total entspannt ist“, lacht der 33-Jährige. 

Irre Verrenkungen: Der 33-jährige Straßenkünstler hat etwa ein Jahr gebraucht, um im Bereich der Schultern so gelenkig zu werden.

Auf die Frage, ob auch Jurymitglied Dieter Bohlen bei ihm für höchste Anspannung sorgt, reagiert er mit einem Lächeln. „Die Meinung von Dieter Bohlen ist mir schon sehr wichtig. Aber ich habe vor ihm nicht so viel Angst wie vor Risto Mejide Roldán, das ist sozusagen der spanische Dieter Bohlen.“ Von ihm hat das Talent vor sechs Jahren bei der spanischen Talentshow „Tú sí que vales“ harte Kritik einstecken müssen. „Meine Show war damals aber auch wirklich nicht sehr gut“.

Angefangen hat Ugidos nämlich nicht mit spektakulären Shows, wie er sie heutzutage präsentiert, sondern mit kleinen Fakir-Auftritten und Jonglieren auf spanischen Straßen. „Ich habe einen Straßenkünstler kennengelernt, der Feuer gespuckt hat. Das hat mich sehr beeindruckt.“ – eine Begegnung, die das Leben des damaligen Kellners auf den Kopf gestellt hat und seinen weiteren Werdegang geprägt hat. Sein ständiger Anlaufpunkt wurde daraufhin das Videoportal „YouTube“. „Ich habe mit vielen Straßenkünstlern gesprochen, aber keiner wollte mir sagen, wie die Tricks funktionieren. Um die Fakir-Künste wird ein Geheimnis gemacht“, schmunzelt Moisés Ugidos.

Der Weg zum Schlangenmenschen

Mit der Zeit habe sich bei ihm das Gefühl eingeschlichen, dass „das, was ich bisher gemacht habe, noch nicht nicht alles gewesen sein kann“. „Ich hatte mehr Interesse an besonderen Elementen, um mich so von anderen Straßenkünstlern abzuheben.“ Mit „hartem Training“ lehrte er sich daraufhin, sich zu verbiegen. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas überhaupt kann und hatte auch vorher mit dieser Art von Akrobatik keine Berührungspunkte“, kommt der 33-Jährige selbst etwas ins Staunen, als er daran zurückdenkt. 

Zugute gekommen sei ihm dabei, dass seine Finger von Geburt an etwas biegsamer seien als bei anderen Menschen. „Meine Schultern waren allerdings gar nicht so gelenkig. Da musste ich ein Jahr lang für täglich trainieren. Ich habe mir dafür ganz viele Tutorials angeschaut“ So entstand seine Mischung aus Tanz, Fakir-Elementen und Verbiegung. „Die Lust auf besondere Dinge ist das, was einen motiviert weiterzumachen. Es ist eine Freude, verschiedenste Elemente zu lernen“, betont der Künstler.

Seit vier Jahren ist er auch auf zahlreichen „Streetart-Festivals“ unterwegs. Dabei lege er auch immer Wert darauf, sein Niveau zu verbessern. „Mittlerweile umfasst mein Repertoire ein Nagelbrett mit 20 Nägeln, zwei kleine Fackeln, eine große Fackel, Glasscherben und noch vieles mehr“ – Dinge, die seine Show spektakulär und skurril machen. So gelang es ihm auch, bei zwei weiteren Talentshows in seiner ehemaligen Heimat Spanien, mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen als bei seinem ersten Versuch. 2015 erzielte er einen Erfolg, den Ugidos als „wertvolle Erfahrung“ einstuft. Bei der Talentshow „todo el mundo es bueno“ schaffte es der sympathische Straßenkünstler ins Finale. Daraufhin hätten ihm viele ans Herz gelegt, doch bei „Got Talent Espana“, dem spanischen Pendant von „Das Supertalent“ teilzunehmen. 

„Ich habe gezögert, weil Risto Mejide Roldán, der mich damals so extrem kritisiert hatte, in der Jury der Show saß. Das war damals eine schlechte Erfahrung für mich“, erklärt der Freienohler seine anfängliche Zurückhaltung. Anfang 2019 stellte er sich dann aber doch der „Got Talent“-Jury und das mit Erfolg. „Risto hat meine Show geliebt und ich bin ins Halbfinale gekommen.“ So etwas beflügele natürlich. „Nun nehme ich bei ,Das Supertalent’ teil. Ich finde es wichtig, auch in dem Land, in dem ich nun lebe, ein Teil dieses Formats zu sein.“

Ausstrahlung um 20.15 Uhr auf RTL 

Dort möchte er nun am heutigen Samstag die Jury mit seiner schrägen Show begeistern. Sollte der Künstler die erste Runde überstehen, könnte er am 14. Dezember dann das Ticket für das Finale lösen. Das Finale findet am 21. Dezember statt. Ob Ugidos das größte Talent ist, das mit 100.000 Siegprämie nach Hause geht, das ist noch offen. Eins weiß der zielstrebige 33-Jährige aber jetzt schon. „Ich hoffe, dass ich ein berühmter Künstler werde und eine eigene Show habe und die Leute nur wegen mir dorthin kommen.“

Am Samstag, 12. Oktober, ab 20.15 Uhr wird sich auf RTL zeigen, ob der Freienohler eine Runde weiterkommt. Wer es heute Abend nicht schafft, die Show am Fernsehen zu schauen, kann die Aufzeichnung auch online unter www.tvnow.de sehen.

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