"Wir glauben zusammen, egal wie."

„Gänsehaut-Feeling 24/7“: Sauerländer reisen zum Weltjugendtag nach Panama

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Ein friedliches Fest des Glaubens und der internationalen Begegnung – das soll der Weltjugendtag wie hier 2016 in Krakau auch in diesem Jahr in Panama werden. 

Meschede/Freienohl. Zwei Millionen Teelichter, die den Abendhimmel in Krakau erleuchten, eine einwöchige Übernachtung in einer spartanisch eingerichteten Grundschule und zahlreiche unvergessliche Begegnungen bei gemeinsamen Messen und Gebeten – für den Freienohler Jannis Bachen und die Meschederin Josefine tho Seeth sind dies nur Bruchstücke der Eindrücke, die sie vom Weltjugendtag 2016 in Polen mit in ihre sauerländische Heimat genommen haben. Die Erfahrung war für die beiden damals noch Jugendlichen aber derart prägend, dass sie erneut zu den 151 jungen Menschen gehören, die sich in diesen Tagen aus dem Erzbistum Paderborn auf den Weg machen, um dem riesengroßen Glaubensfest, das vom 22. bis 27. Januar in Panama stattfindet, beizuwohnen.

Wenn die beiden mittlerweile jungen Erwachsenen von ihren Erinnerungen berichten, geraten sie regelrecht ins Schwärmen: „Die Atmosphäre vor Ort ist die ganze Zeit einfach unbeschreiblich. Es gibt so viele berührende Momente und Begegnungen, dass man manchmal einfach nur weinen möchte“, so Josefine tho Seeth. Besonders habe sie damals in Krakau beeindruckt, wie vorurteilsfrei und trotz aller Unterschiede doch gemeinsam der Glaube vor Ort gelebt werde – ganz im Gegensatz zu den oft verstaubt anmutenden und anachronistisch wirkenden Vorschriften in der deutschen Kirche.

Hundertausende von Gleichgesinnten rund um den Globus

„Das ist Gänsehaut-Feeling 24/7 – also 24 Stunden, 7 Tage die Woche“, pflichtet Jannis Bachen seiner 18-jährigen guten Freundin bei. „Und während man hierzulande gerade von Leuten aus unserer Generation doch eher belächelt wird, wenn man seinen Glauben lebt oder sich für kirchliche Belange einsetzt, trifft man beim Weltjugendtag auf Hunderttausende von Gleichgesinnten rund um den Globus. Man könnte sagen: Wir glauben zusammen, egal wie. Das ist ein ganz besonderes Gefühl, weil man merkt, dass man doch nicht so ganz allein ist“, ergänzt der gebürtige Dortmunder, der sich als mit Abstand jüngstes Mitglied im Pfarrgemeinderat seines Wohnortes Freienohl engagiert.

Gemeinsam mit sieben weiteren jungen Erwachsenen aus Neheim hat sich das Mescheder Duo seine dreiwöchige Reise unter anderem durch eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion bei der Volksbank mitfinanziert. Los geht es bereits in der Nacht auf den morgigen Sonntag in aller Frühe. Von Frankfurt aus fliegt die Gruppe über Zürich zunächst nach Costa Rica, wo sie an den sogenannten „Tagen der Begegnung“ in der Diözese San Isidro de General teilnehmen werden. In dieser Zeit leben die Pilger aus aller Welt mitunter in Gastfamilien und lernen die lokale Bevölkerung kennen.

Vom nasskalten Deutschland geht es für Jannis Bachen und Josefine tho Seeth jetzt in die Hitze Zentralamerikas.

Auf diesen Teil der Reise freut sich Josefine tho Seeth, die im vergangenen Jahr am Gymnasium der Benediktiner erfolgreich ihr Abitur absolviert hat, besonders: „Man hat auf diese Weise die Möglichkeit, die Kultur und das Leben der Menschen vor Ort nochmal auf ganz andere Weise kennenzulernen.“ Weniger Vorfreude löst indes die anschließende rund 14-stündige Busfahrt nach Panama aus, wo die eigentlichen Veranstaltungen des Weltjugendtags von 22. bis 27. Januar stattfinden, für die auch Papst Franziskus sein Kommen angekündigt hat.

"Ich erwarte ein bisschen Chaos."

Überhaupt wissen die beiden Sauerländer noch nicht so recht, was sie in Zentralamerika erwarten wird. „Ich glaube, in diesem Jahr lernen wir den Weltjugendtag erst richtig kennen“, mutmaßt Jannis Bachen. Denn mit Polen werden die Rahmenbedingungen in dem Entwicklungsland Panama kaum zu vergleichen sein. „Ehrlich gesagt erwarte ich ein bisschen Chaos“, räumt der 20-Jährige ein. „Aber auch das hat ja einen gewissen Reiz“, entgegnet seine Begleiterin schmunzelnd.

Im Anschluss an den Weltjugendtag steht ab 27. Januar noch eine Woche zur freien Verfügung an, ehe es am 2. Februar mit dem Flieger wieder Richtung Heimat geht. In dieser Zeit will das Duo unter anderem den Regenwald, den Panamakanal und die karibischen Strände erkunden. „So ein Weltjugendtag ist zwar einmalig schön und besonders, aber auch echt anstrengend. Und neben dem Glauben muss ja auch noch ein bisschen Zeit für Urlaub sein“, erklären die beiden augenzwinkernd.

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