Wegweisender Entwurf

Ge-Komm stellt Wirtschaftswegekonzept für Meschede vor

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Bernd Mende (4. v. r.) und Alexander Klassen (r.) von Ge-Komm stellten das Wirtschaftswegekonzept Verantwortlichen der Stadt und Betroffenen vor.

Meschede. „Die Umsetzung wird eine Daueraufgabe für die Stadt“, sagte Bernd Mende, Geschäftsführer der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur (Ge-Komm), bei der Abschlussveranstaltung zum kommunalen Wirtschaftswegekonzept der Stadt Meschede. Darin hat Ge-Komm das gesamte Wegenetz der Kreis- und Hochschulstadt erfasst und gibt Empfehlungen, ob und wie einzelne Abschnitte umgebaut werden müssen.

In mühevoller Kleinarbeit haben die Ge-Komm-Mitarbeiter sämtliche Feld- und Waldwege (so genannte Wirtschaftswege) in Augenschein genommen, fotografiert und geografisch erfasst. Das Ergebnis: Im gesamten Stadtgebiet gibt es knapp 1500 Kilometer Wirtschaftswege. Rund 450 davon sind städtisches Eigentum, der Rest gehört dem Land (95,5 km), Privatpersonen (424,1 km) oder Teilnehmergemeinschaften (490,9 km).

Die Wege – egal in wessen Besitz – wurden anschließend gemäß eines Leitfadens des Landes NRW in neun Kategorien unterteilt – je nach Bedeutung und Nutzung. Auf vier Beteiligungsterminen, die im August und September stattfanden, konnten Bürger gemeinsam mit Ge-Komm die ersten Ergebnisse und Einschätzungen diskutieren. Die Öffentlichkeit hatte ebenfalls über ein Internetportal die Möglichkeit, ihre Meinung zu sagen. „Wir können nicht irgendwas über Köpfe hinweg beschließen. Ortskundige können nämlich oft Dinge beitragen, die wir als Außenstehende nicht kennen“, berichtete Bernd Mende.

Aus der Arbeit von Ge-Komm und den Meinungen der Bürger ist das Konzept entstanden, was die Stadt Meschede nun bei der Bezirksregierung Arnsberg einreicht, um eine Chance auf die Förderung entsprechender Maßnahmen zu haben.

Das Thema hat „finanzielle Brisanz“

Die sind nämlich der wichtigste Punkt im Wirtschaftswegekonzept: Für jeden Weg gibt Ge-Komm eine Handlungsempfehlung ab. Diese reichen von der Erhaltung über Aus- oder Umbaumaßnahmen bis zum vollständigen Rückbau. Ein Prioritätensystem gibt an, welche Maßnahmen wann umgesetzt werden sollen.

Laut Ge-Komm ist das Wegenetz im Mescheder Stadtgebiet im Großen und Ganzen gut, etwa zwei Drittel der Wege können so erhalten werden wie bisher. Allerdings, so empfiehlt es das Konzept, ist bei einem Viertel der Wege eine Gesamtsanierung erforderlich. Dennoch solle die Stadt den Fokus nicht nur auf die schlechten Wege legen: „Man muss auch überlegen, wie die guten Wege möglichst lange erhalten bleiben. Da lohnt es sich, auch mal Geld in die Hand zu nehmen“, meinte Bernd Mende.

Das Geld ist nun auch der Punkt, über den laut Mende „in Meschede zukünftig viel diskutiert wird“. „Es liegt eine finanzielle Brisanz in diesem Thema“, bestätigte Heinz Hiegemann, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur der Stadt Meschede. Diejenigen, die Flächen an den Wegen besitzen, könnten über die Anliegerbeteiligung zur Kasse gebeten werden, was viele allerdings als ungerecht empfinden, weil ja auch andere die Wege nutzen. Daher sei es laut Hiegemann auch wichtig, dass sich der Ausschuss für Stadtentwicklung noch einmal mit diesem Thema auseinandersetzt.

Allen Beteiligten liegt nun aber viel daran, die Empfehlungen umzusetzen. „Wir dürfen nicht den Fehler machen und sagen: Das ist bis jetzt auch immer gut gegangen“, meinte Hiegemann. Bernd Mende ergänzte: „Das Konzept gehört in keine Schublade, es muss von allen Beteiligten vorangetrieben werden.“

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