Gesprächskreis will künftig pflegenden Angehörigen ein Forum bieten

Gegenseitige Hilfestellung

Foto: Rainer Sturm/pixelio

Wer eigene Angehörige pflegt, hat dabei oftmals viele große Herausforderungen zu bewältigen und zum Teil auch hohe Belastungen für sich selbst zu tragen. In Meschede soll nun ein Gesprächskreis gegründet werden, der pflegenden Angehörigen eine Plattform zum Austausch bietet.

Wer eigene Angehörige pflegt, hat dabei oftmals viele große  Herausforderungen zu bewältigen und zum Teil auch hohe Belastungen für sich selbst zu tragen. In Meschede soll nun ein Gesprächskreis gegründet werden, der pflegenden Angehörigen eine Plattform zum Austausch bietet.

Pflegende Angehörige sind Personen aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis eines pflegebedürftigen Menschen, die diesen Menschen im häuslichen Bereich ganz oder teilweise im Sinne der Laienpflege versorgen und betreuen, so eine gängige Definition. In Deutschland sind weit über 2 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Rechts der Pflegeversicherung. Davon werden ca. zwei Drittel in häuslicher Umgebung versorgt, hiervon wiederum etwa zwei Drittel ausschließlich von Angehörigen. Ihnen soll nun ein neu gegründeter Gesprächskreis Unterstützung geben.

Pflegende Angehörige nehmen eine Reihe von pflegerischen, sozialen, rechtlichen und manchmal auch finanziellen Aufgaben wahr. Dafür müssen sie sich hohen Anforderungen stellen und manchmal psychische und physische Beeinträchtigungen hinnehmen. Beispiele hierfür sind körperliche Belastungen - hervorgerufen durch Heben, Umlagern etc. -, soziale Einschränkungen durch Freizeitmangel und nicht zu vergessen die finanziellen Belastungen durch teure Pflegehilfsmittel oder sogar Wohnungsumbauten.

Diese Erfahrung hat auch Marlis Enssen-Hoffmann aus Meschede gemacht. „Mit der Pflege meiner hilfsbedürftigen Eltern beginnend vor 2 Jahren hat sich mein Leben komplett verändert“ so Frau Enssen-Hoffmann. „Meine Bedürfnisse rückten stark in den Hintergrund, weil es sich nur noch darum dreht, dass es meinen Eltern so gut wie möglich geht. Mal eine Auszeit oder einfach Zeit für mich selbst zu haben, wurden zum reinsten Wunschdenken.“

Geplant sind monatliche Treffen

Da andere Betroffene möglicherweise ähnlich fühlen, möchte Enssen-Hoffmann daher einen Gesprächskreis für „Pflegende Angehörige“ in Meschede und Umgebung gründen. Der Gesprächskreis wendet sich an Menschen, die an einem Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen interessiert sind. „Wir wollen uns mit unseren Problemen auseinandersetzen und gegenseitig Hilfestellung bei den alltäglichen Anforderungen geben. Die Gespräche sollen aber auch durch Informationsabende mit Personen ergänzt werden, die beruflich mit älteren Menschen zu tun haben, wie zum Beispiel Ärzte, Pflegepersonal, Vertreter von Pflegeversicherungen etc.,“ so die Initiatorin. Geplant sind monatliche Treffen. Unterstützt wird die Initiatorin dabei von der AKIS im HSK (Arnsberger Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Hochsauerlandkreis) und vom St. Walburga-Krankenhaus in Meschede, das auch zukünftig seine Räumlichkeiten für weitere Treffen zur Verfügung stellt.

Aber nicht nur das. „Die Anfrage, ob wir bei dem Projekt behilflich sein können“, betont Anja Rapos, Geschäftsführerin der Kreisstadt-Klinik, „ist intern sofort positiv beantwortet worden. Die Pflege von Patienten gehört bei uns zu den Kernaufgaben, deshalb lassen sich aus einer Zusammenarbeit viele nützliche Synergie-Effekte ableiten.“

Die Auftaktveranstaltung zur Gruppengründung findet am Dienstag, 29. Oktober, um 18:30 Uhr im St. Walburga-Krankenhaus (Konferenzsaal neben der Cafeteria) mit dem Thema

„Probleme in der Pflege zu Hause“ statt. Frau Wolff, Krankenschwester und Pflegeberaterin im Sozialdienst des St. Walburga-Krankenhauses, referiert und berichtet aus ihrem Berufsleben über die Probleme und Schwierigkeiten pflegender Angehöriger im Alltag zu Hause. Im Anschluss wird sie für Fragen zur Verfügung stehen und auch künftig der Selbsthilfegruppe mit Rat und Tat beistehen.

Die Mitarbeiterinnen der AKIS im HSK werden zudem mit einem Informationsstand vor Ort sein, an dem sich Interessierte über alle Selbsthilfegruppen des Hochsauerlandkreises informieren können.

Interessierte wenden sich bitte an Marlis Enssen-Hoffmann, Tel.: 0291/52032 oder die AKIS im HSK, Marion Brasch, Tel.: 02931 9638-105, Mail: selbsthilfe@arnsberg.de.

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