Kleine Tiere, große Pläne

Geplanter Bienenlehrpfad in Berge soll ein Ort für Einheimische und Gäste sein

Auf dem neuen Bienenlehrpfad soll auch ein Bienenvolk angesiedelt werden, das Kinder hautnah erleben können.

Berge. Regelrecht ins Schwärmen können bald nicht nur alle Kinder in Berge geraten. Direkt am SauerlandRadring soll unweit des Jüppkenparks ein Bienenlehrpfad entstehen. Der Verkehrsverein möchte dieses Projekt gemeinsam mit der Luziaschule und dem Imker Werner Rüden umsetzen. So soll auf einer brachliegenden Fläche nicht nur ein besonderer Lernort für die Schüler sondern auch ein attraktiver Aufenthaltsort für Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger entstehen. Finanziert werden soll das Projekt mit Leader-Fördermitteln von bis zu 33.000 Euro, die zunächst noch bewilligt werden müssen.

Was bislang noch eine brachliegende Fläche am SauerlandRadring ist, wollen Bernd Krämer (l.) und Werner Rüden in einen Bienenlehrpfad verwandeln.

Wenn die Berger eines mit den Bienen gemeinsam haben, dann ist es wohl der sprichwörtliche Fleiß. Immer wieder treiben engagierte Bürger Projekte an, die dem Ort und seinen Bewohnern zugute kommen. Und so soll auch der geplante Bienenlehrpfad vor allem eins werden: ein Ort von Bergern für Berger – und Gäste. 

In erster Linie wird das Gelände am Radweg den Kindern der Luziaschule als außerschulischer Lernort zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit Imker Werner Rüden beschäftigen sich die Grundschüler bereits länger mit Bienen und der Imkerei. Was bislang an Rüdens privatem Bienenhaus gemacht wurde, könnte zukünftig am neuen Bienenlehrpfad stattfinden. 

Dort soll ein großes Bienenvolk angesiedelt werden. „Das wird richtig bewirtschaftet – mit der Option, Honig zu produzieren“, berichtet Rüden, der das Projekt gemeinsam mit Bernd Krämer vom Verkehrsverein angestoßen hat. Die bereits vorhandene Hütte, die zunächst umfassend renoviert wird, dient dann als „Bienenhaus“ mit Lagermöglichkeit für Imkereigeräte, Schutzanzüge oder Bänke für den „Outdoor-Unterricht“. 

Dieser soll den Schülern – ergänzend zu Inhalten im „normalen Unterricht“ – veranschaulichen, wie das Leben in einem Bienenvolk abläuft. Aus Erfahrung weiß Werner Rüden, dass das bei den Kindern sehr gut ankommt: „Sie verlieren ganz schnell ihre Berührungsängste und stellen ganz gezielte Fragen.“ Zusätzlich aufgestellte Lehrtafeln sollen Wissenswertes vermitteln. Auch anderen Schulen aus dem Mescheder Stadtgebiet wird die Möglichkeit gegeben, das Angebot zu nutzen. 

„Möchten bis zum Frühjahr fertig sein“

Doch nicht nur Schüler sollen vom neuen Bienenlehrpfad profitieren. „An Wochenenden im Sommer kommen hier bis zu 250 Radfahrer pro Stunde vorbei“, weiß Bernd Krämer. Und die können ebenso wie Wanderer und Spaziergänger das Gelände nutzen. Dazu sollen Aussichtspunkte zur Wenne und zur Berger Mühle sowie eine Wildblumen- und Streuobstwiese mit Apfelbäumen angelegt werden. In einem Schaukasten haben „Passanten“ die Möglichkeit, durch Glasscheiben den Bienen „bei der Arbeit“ zuzuschauen. 

So sehen die Pläne für den Bienenlehrpfad aus.

Nicht zuletzt kommt das Projekt aber auch Wildbienen und anderen Tieren zugute. Ein rund fünf Meter hoher „Öko-Turm“, der zuletzt im Luzia-Park stand, soll auf dem Gelände errichtet werden. Im unteren Bereich stehen dort von Schülern gestaltete „Hotels“ für allerlei Insekten bereit, im oberen Abschnitt können sich Vögel Nistplätze einrichten. 

Die Pläne für den Bienenlehrpfad sind fertig, jetzt soll es schnellstmöglich an die Arbeit gehen. „Wir möchten gerne bis zum Frühjahr alles fertig haben“, erklärt Bernd Krämer. „Das wäre auch aus biologischen Gründen wichtig, damit zur richtigen Zeit gesät und gepflanzt werden kann“, ergänzt Werner Rüden. 

Dazu hoffen die Verantwortlichen darauf, dass die Bezirksregierung eine Leader-Förderung bewilligt. „Der Antrag des Verkehrsvereins hat vom Leader-Vorstand bereits grünes Licht bekommen. Jetzt arbeiten wir gemeinsam daran, den Bewilligungsbescheid von der Bezirksregierung zu bekommen“, erklärt Leader-Regionalmanager Stefan Pletziger. Sobald die Bestätigung aus Arnsberg kommt, sollen die Arbeiten starten. Und dann wollen fleißige Berger einen Ort für fleißige Bienen schaffen.

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