Von Gott bekleidet

Gemeindeglieder erzählten in der Johanneskirche die Geschichten ihrer Taufkleider.

In der Mitte der Passionszeit, am Sonntag Laetare, feiert die Kirche ein Freudenfest. Früher wurden den Taufanwärtern symbolisch die Ohren geöffnet und die Zunge gelöst, damit sie das Wort Gottes hören und weitererzählen konnten. In der Johanneskirche in Meschede erzählten sich Gemeindeglieder die Geschichten ihrer Taufkleider und erfuhren mehr von dem Kleid, mit dem Gott sie bekleidet.

"Meine Kinder wollten ausschlafen. Aber ich wollte unbedingt zu diesem Gottesdienst und die Taufkleider sehen. Es hat sich gelohnt. Danach beim Frühstück mit meiner Familie habe ich erzählt, und wir haben Fotoalben aus dem Regal geholt und mit den Kindern die Fotos von ihrer Taufe angeschaut. Das tat richtig gut", erzählte am Montag danach eine Meschederin, die den Gottesdienst mit gefeiert hatte.

Drei Wochen vor Ostern hatte sie dabei schon das Osterlicht aufleuchten sehen: In den weißen Taufkleidern, die liebevoll an blaue Stellwände geheftet waren, mit Mützchen und Hemdchen, hellblauen und rosa Schleifen, eingestickten Taufsprüchen und vor allem: Namen von Kindern, die über mehrere Generationen in ein und demselben Taufkleid an verschiedenen Orten getauft worden waren. Großmütter erzählten, ein Vater und auch Mütter berichteten. Besonders beeindruckend schilderte Jaqueline Kostka, Konfirmandin von 2009, ihre Taufe als Sechsjährige.

Sie hatte sich gewünscht, im Kindergottesdienst getauft zu werden und konnte sich noch an viele Details erinnern. "Ihre Begeisterung war eine regelrechte Werbung für Taufen in diesem Alter", meinte Pfarrerin Karin-Neumann-Arnoldi, die die Idee zu diesem Gottesdienst und zur Taufkleider-Ausstellung eingebracht hatte. "In der Gemeinde bin ich auf große Resonanz gestoßen. Viele haben Taufkleider und -anzüge herausgesucht, sie liebevoll gebügelt und sich an die Menschen erinnert, die darin getauft wurden."

"Es steht uns gut dieses Kleid, denn Christus steht zu uns" — beschwingt von diesem Gedanken der Predigerin setzten die Gemeindeglieder beim Kaffee im Gemeindehaus oder zu Hause ihre Gespräche fort. Die Ausstellung ist in der Woche nach Ostern in der Kreuzkapelle in Freienohl zu besichtigen.

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