Grausamer Nazi-Akt

Russische Zwangsarbeiter wurden 1945 bei Meschede erschossen und vergraben.

Ein scheußliches Nazi-Verbrechen wurde am 22. März 1945 an 80 russischen Zwangsarbeitern bei Meschede begangen. Die Männer wurden auf der Kuhweide, unweit des Abzweigs an der B 55 Richtung Eversberg, erschossen und verscharrt. Das Massengrab wurde heute vor 65 Jahren, am 28. März 1947, entdeckt. Im selben Jahr wurde in Gedenken an die Opfer das Sühnekreuz aufgestellt.

Die Erschossenen waren als Fremdarbeiter in der Warsteiner Schützenhalle untergebracht. Ein Augenzeuge berichtete damals, dass die Zwangsarbeiter mit mehreren Transportern unter dem Vorwand eines "Arbeitseinsatzes" zum Exekutionsplatz zwischen Meschede und Eversberg hergebracht wurden. Mithilfe von Sprengmunition war demnach im Vorfeld eine 30x6 Meter große und 1,50 Meter tiefe Grube auf dem Gelände ausgehoben worden. Als die Männer dort ankamen und Mäntel, Decken, Brotbeutel sowie Ausweispapiere abgeben mussten, wussten sie, was ihnen bevorstand. "Sie wurden unruhig, ließen sich aber in die Grube hineinführen und mit dem Gesicht zur Wand aufstellen", heißt es in einem Zeitungsbericht, der sich 1982 mit dem Nazi-Verbrechen beschäftigte. Durch Kopfschuss aus nächster Nähe sollen die Zwangsarbeiter hingerichtet worden sein. Nachdem die Leichen notdürftig mit Erde zugeschaufelt waren, gingen die Wehrmachtssoldaten unter Führung des SS-Obergruppenführer Dr. Gammler zur Straße zurück und warteten auf den nächsten Transporter. Die Männer hätten, so der Augenzeugenbericht, den Tod vor Augen "gejammert und geweint".

Zwei Jahre später wurde das Massengrab entdeckt und die Toten auf den Franzosenfriedhof in der Waldstraße umgebettet. Bei strömendem Regen fand am 3. April 1947 auf dem Franzosenfriedhof die Beisetzung der Leichen statt. Die Schuldigen wurden in den Jahren 1958/1959 für ihre Taten verurteilt.

' Fortsetzung auf S. 2

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare