Es bleibt eine schwierige Geburt

HSK-Krankenhäuser stimmen Planungsvorschlag der Krankenkassen nicht zu

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Bereits im Januar standen beim Treffen mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Meschede konzeptionelle Ansätze für die Zukunft der Krankenhäuser im HSK im Mittelpunkt der Gespräche.

Meschede/Hochsauerland. Die Diskussion geht in die nächste Runde: Obwohl den Krankenhäusern im HSK mittlerweile der Planungsvorschlag der Krankenkassen für die zukünftige Betten- und Abteilungsstruktur in der Region vorliegt, ist noch keine Lösung in Sicht. Wie die Arbeitsgemeinschaft der Krankenhäuser mitteilt, hat man das Konzept einvernehmlich abgelehnt. Nun liegt das Verfahren bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Für den geplanten Disziplinentausch zwischen Meschede und Hüsten hat diese Entscheidung allerdings ausschließlich aufschiebenden Charakter. „Der Abteilungstausch von Urologie und Gynäkologie/Geburtshilfe zwischen dem Klinikum Arnsberg und dem St. Walburga-Krankenhaus wurde von dem Verband der Krankenkassen nachvollzogen und in den Planungsvorschlag der Krankenkassen integriert“, verdeutlicht Anja Rapos, Geschäftsführerin des St. Walburga-Krankenhauses.

Da das Verfahren nun aber in Händen der Bezirksregierung liegt, gelte es, einen bestandskräftigen Bescheid abzuwarten. „Das kann noch dauern, aber – so die Hoffnung aller – nicht mehr zu lange“, erklärt die Geschäftsführerin.

Vorwurf: Pauschale Kürzung, alte Belegungsdaten

„Bis dahin gilt unser Versprechen, dass wir bis zum letzten Tag des bevorstehenden Disziplinentausches unsere Patienten, die werdenden Eltern und neugeborenen Babys mit unserem Team bestmöglich medizinisch behandeln und betreuen werden“, versichert Anja Rapos.

Abgesehen von diesem Abteilungstausch wurden jedoch keine weiteren konzeptionellen Ansätze aus dem gemeinsamen Vorschlag der Krankenhäuser im Planungsvorschlag der Kassen definiert. Zur Diskussion standen beispielsweise Verschiebungen in den Bereichen Kardiologie und Onkologie, dem ambulanten Sektor, der strukturellen Altersmedizin (Geriatrie), der telemedizinischen Versorgung, der Notfallversorgung (Traumatologie) oder der akut-neurologischen Versorgung sowie Gefäßmedizin. Diese Tatsache missfällt der Arbeitsgemeinschaft. Hauptkritikpunkt: Die übrigen Vorschläge beschränken sich auf pauschale Bettenkürzungen und ergeben sich auf Basis veralteter Belegungsdaten.

Deshalb haben die Krankenhäuser beschlossen, gemeinsam ihr Nicht-Einverständnis mit dem Vorschlag zu erklären. Damit endet die aktuelle Planung im Dissens und geht in die nächste Runde: Die Krankenkassen müssen nun das Verfahren an die Bezirksregierung Arnsberg abgeben. Fest steht: Es bleibt eine schwierige Geburt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenhäuser des HSK
  • Die Arbeitsgemeinschaft ist eine freiwillige Zusammenarbeit der regionalen Krankenhäuser 
  • Mitglieder: Klinikum Arnsberg, Neurologische Klinik Sorpesee und Sauerlandklinik Sundern, St. Franziskus-Hospital Winterberg, St. Marien-Hospital Marsberg, St. Walburga-Krankenhaus Meschede, Städtisches Krankenhaus Maria-Hilf Brilon, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft sowie Elisabeth-Klinik Bigge. 
  • Dipl.Kfm. Volker Koch, Geschäftsführer des Klinikums Arnsberg, ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Krankenhäuser im HSK 
  • In der Arbeitsgemeinschaft arbeiten die Klinikleitungen in regelmäßigen Abständen zu gemeinsamen, grundlegenden Themen wie der regionalen Krankenhaus-Planung oder der aktuellen Kampagne „Bündnis für gesunde Krankenhäuser“ zusammen.

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