„Zufriedenstellende Entwicklung“

HSK-Polizei vermeldet im dritten Jahr in Folge sinkende Kriminalitätszahlen

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Konstatierten eine „zufriedenstellende Entwicklung“: (von links) Polizeidirektor Klaus Bunse, Landrat Dr. Karl Schneider und Kriminaloberrat Josef Jakobi.

Meschede/Hochsauerland. Der Hochsauerlandkreis ist weiterhin eine der sichersten Regionen in Deutschland. Mit 12.301 Straftaten ist die Gesamtkriminalität statistisch gesehen erneut um 3,5 Prozent gesunken. Damit ergibt sich das dritte Jahr in Folge eine abnehmende Tendenz. Die Aufklärungsquote konnte von 52,9 auf 54,7 Prozent gesteigert werden. Damit fiel die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016, die die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis am vergangenen Mittwoch im Mescheder Kreishaus vorstellte, in vielen Punkten positiv aus.

„Mit dieser Aufklärungsquote liegen wir deutlich über dem Landesdurchschnitt von 50,7 Prozent. Die Entwicklung ist insgesamt zufriedenstellend. Mir ist jedoch bewusst, dass die Betroffenen die Statistik anders erleben“, so Landrat Dr. Karl Schneider.

Eine Trendwende ist insbesondere bei den Wohnungseinbrüchen zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2015 ging die Zahl der Delikte im vergangenen Jahr um 72 auf 417 zurück. Mit einer Aufklärungsquote von 18,23 Prozent wurden im Hochsauerlandkreis mehr Wohnungseinbrüche geklärt als in Nordrhein-Westfalen. Kriminaloberrat Josef Jakobi: „Eine 13-köpfige Ermittlungsgruppe wurde extra zur Aufklärung eingerichtet. Der Behördenschwerpunkt liegt in der operativen Arbeit, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit. Wir sind zudem Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften eingegangen, um durch die Sicherheitsmaßnahmen den Tätern ihre Arbeit zu erschweren und die Hauseigentümer entsprechend der Sicherheitsmaßnahmen zu sensibilisieren.“

„Wir sind auf die Bürger angewiesen“

Trotz guter Polizeiarbeit sei es aufgrund der strukturierten Organisation der Banden – der Hauptanteil der Tatverdächtigen bei den Wohnungseinbrüchen stammt aus Bosnien Herzegowina, Serbien und Albanien – jedoch schwer, die Delikte aufzuklären. „Wir sind auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen, um solche Einbrüche aufzuklären. Die hohe Mobilität der Banden erschwert unsere Arbeit“, ergänzte Polizeidirektor Klaus Bunse.

Auch bei den Raubdelikten ist ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen festzustellen. Im Vergleich zum Jahr 2015 ging die Zahl der Raub-Straftaten 2016 um 18,48 Prozent auf 75 Fälle zurück. Die hohe Fallzahl beim Handtaschenraub (18 Fälle 2015) hat sich wieder stark verringert auf fünf. Die Zahl der sogenannten einfachen Diebstähle reduzierte sich im vergangenen Jahr um elf Prozent auf 2.863 Fälle.

Auffällig stark zugenommen haben hingegen die Kontrolldelikte. 777 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden 2016 zur Anzeige gebracht. Das entspricht einem Plus von 41 Prozent. Laut Aussagen der Polizei ist der Anstieg mit verstärkten Verkehrskontrollen zu erklären. „Bei Fahrzeugführern wurde ein Rauschgiftkonsum festgestellt und bei der Durchsuchung der Pkws stellten wir Rauschgift sicher. Das führte Anzeige“, so Josef Jakobi. Aber auch die intensivierten Fahndungs- und Kontrolltage zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität trugen zur Fallsteigerung bei den Betäubungsmittel-Delikten bei.

Sexual-Straften und Gewaltkriminalität sind gestiegen

Gestiegen im vergangenen Jahr ist die Zahl der Sexual-Straftaten von 102 (2015) auf 117. Gravierend dabei ist der Anstieg der sexuellen Nötigung von 7 auf 26 Fälle sowie die extreme Steigerungsrate bei der Verbreitung von Kinderpornografie von zwei auf 15 Delikte, was letztendlich eine Steigerung von 650 Prozent bedeutet. Zurückzuführen ist der hohe Anstieg laut Jakobi auf die vermehrte Sicherstellung digitaler Datenträger. 80 Prozent der Tatverdächtigen im Bereich der Sexual-Straftaten sind Deutsche, die anderen 20 Prozent kommen zum Teil aus dem Irak, der Türkei, Marokko, Afghanistan, Pakistan oder auch den Niederlanden.

Im Bereich der Gewaltkriminalität ist in der Statistik ein Plus von 42 Fällen oder 11,7 Prozent zu verzeichnen, wobei die gefährlichen Körperverletzungen mit 296 Anzeigen wieder das Gros der Gewaltdelinquenz ausmachen (74 Prozent). Insgesamt kamen 401 Fälle zur Anzeige. „Der Anstieg ist mit einem gesteigerten Aggressionsverhalten zu erklären. 64 Prozent der Tatverdächtigen kommen aus Deutschland, die anderen 36 Prozent unter anderem aus Syrien, Marokko, der Türkei oder auch Serbien. Einige Flüchtlinge sehen häufig Gewalt als Konfliktlösungsmuster, da sie es oftmals von zu Hause her nicht anders kennen“, so der Kriminaloberrat.

Positiv hingegen fällt die Statistik im Bereich der Betrugsdelikte aus. Im Jahr 2016 wurden 1.456 Betrügereien verübt, 123 weniger als in 2015. Auch die Delikte im Bereich der Jugendkriminalität gingen um 1,3 Prozent zurück.

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