Förderprogramm über 300 Millionen Euro

HSK-Vereine können von Konzept "Moderne Sportstätte 2022" profitieren

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Erläuterten das Konzept "Moderne Sportstätte 2022": (v.l.) Detlev Lins (KSB) und Ministerialrat Detlef Berthold.

Meschede/Hochsauerland - „Moderne Sportstätte 2022“, so nennt sich das Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, das eine Förderung von 300 Millionen Euro für vereinseigene Sportstätten vorsieht, um dem derzeitigen Sanierungsstau entgegenzuwirken. Wie die Vereine im HSK davon profitieren können, wurde am Mittwoch in Meschede verdeutlicht.

Auf der Infoveranstaltung im Gymnasium der Stadt Meschede, ausgerichtet vom KreisSportBund Hochsauerlandkreis (KSB), erklärte der Erste Vorsitzende Detlev Lins, dass der Sport eine gewichtige Rolle innerhalb der Landesregierung spiele. „Das Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ sei daher ein guter Ansatz. „Die 300 Millionen sind zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung“, so Lins.

Im Anschluss an das Grußwort des KSB-Vorsitzenden erläuterte Detlef Berthold, Ministerialrat und Leiter des Referats III 2 Sportstätten, den rund 200 Vertretern aus den Sportvereinen des HSK sowie einigen umliegenden Kreisen das neue Konzept, das eine Laufzeit von 2019 bis 2022 hat.„Die Förderziele des Projektes sind es, den Modernisierungsstau abzubauen, energetisch, modern und geschlechtergerecht zu sanieren, Barrierefreiheit zu schaffen sowie Unfälle zu vermeiden beziehungsweise ihnen vorzubeugen“, so Detlef Berthold.

"Kein Windhundverfahren"

Weiterhin erklärte der Ministerialrat, dass ein möglichst geringer Bürokratieaufwand durch vielfache Verfahrensvereinfachungen für die ehrenamtlich geführten Sportorganisationen initiiert worden sei. Diese Vereinfachung umfasse unter anderem eine Festbetragsfinanzierung, eine Mittelbereitstellung ohne einzelnen Mittelabruf sowie einfache Verwendungsnachweise. Bei Förderungen bis zu eine Millionen Euro komme zudem das öffentlichen Vergaberecht nicht zum Tragen.

„Das Geld wird nach Rechtskraft des Vertrages zur Verfügung gestellt. Das ist kein ,Windhundverfahren‘, die nötige Sachlichkeit ist schon geboten“, so Berthold. „Das Geld verfällt nicht und wird dauerhaft fixiert, damit es zukunftsorientiert eingesetzt werden kann. Bis 2020 soll das Geld von der Landesregierung ausgegeben werden.“ Der Leiter des Referats III 2 Sportstätten erläuterte weiterhin, dass zusätzlich zu den bestehenden Programmen rund 266,8 Millionen Euro (ein Fünffaches der Sportpauschale 2018) als Zuwendung an 396 Gemeinden verteilt werde.

Die Antragsstellung

Antragsberechtigt sind alle Sportorganisationen in Nordrhein-Westfalen, die am 15. Oktober 2018 Mitglied in einem Stadt- / Kreissportbund oder einem Fachverband des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen e.V. waren. Eine doppelte Mitgliedschaft müsse jedoch nachgewiesen werden. Voraussetzung für die Antragstellung sei es, dass die Sportorganisation Eigentümer der Sportstätte ist oder als Mieter beziehungsweise Pächter fungiert. Der Miet- oder Pachtvertrag muss dabei mindestens zehn Jahre Bestand haben. „Der klassische Neubau wird nicht gefördert. Die Duschräume mit dem Charme der 60er Jahre können hingegen renoviert, getrennte Umkleidekabinen für Damen und Herren geschaffen oder auch die Heizungsanlage erneuert werden“, so Berthold. Ausgeschlossen in Sachen „Moderne Sportstätte 2022“ seien Profi-Sportvereine, der Kauf von Sportstätten sowie Maßnahmen an Sportanlagen auf dem Schulgelände. Des Weiteren seien Umschuldungen sowie Kunststoff-Granulat auf Kunstrasenplätzen von dem Maßnahmenpaket ausgenommen.

Die Förderhöhen

Berthold erklärte, dass im Cluster eins die Förderhöhe 10.000 bis 100.000 Euro (50 bis 90 Prozent), im Cluster zwei 100.001 bis 1.000.000 Euro (50 bis 85 Prozent) und im Cluster drei mehr als 1.000.000 Euro (50 bis 80 Prozent) betrage. „Im Einzelfall können auch 100 Prozent gefördert werden aufgrund der Struktur des Vereins. Ab Cluster zwei müssen immer drei vergleichbare Angebote eingeholt werden“, verdeutlichte der Ministerialrat. Wie der Eigenanteil erbracht wird, sei dabei völlig egal – natürlich „solange es auf legalem Wege ist. Es geht natürlich nicht, dass die Bielefelder Hütte im Bergdesgardener Land gefördert wird“, so Berthold. Insgesamt müsse die Maßnahme grundsätzlich mindestens 50 Prozent betragen, um die Förderung/Beteiligung des Landes zu erhalten.

Der Verfahrensablauf

In der ersten Stufe werden dem SSB, GSV, SSV oder KSB Projektentwürfe und Kostenplanungen der Sportorganisationen im Gemeindegebiet übersandt. Ein mit den Sportorganisationen abgestimmtes Gesamtkonzept wird erstellt und um die Stellungnahme der Stadt gebeten. Danach werden die Anträge bei der Staatskanzlei eingereicht, die dann in der zweiten Stufe die Förderinformation an die Sportorganisation sendet. Die Freischaltung des Zuwendungsantrages auf dem Förderportal des Landessportbundes NRW erfolgt, die erste Zuwendungsrate in Höhe von 80 Prozent wird durch die NRW.BANK bereitgestellt. Seit dem 1. Oktober ist das Modul „Moderne Sportstätte 2022“ auf dem bekannten Förderportal des Landessportbundes NRW freigeschaltet. Ab dem 1. November erfolgt die Freischaltung der Antragsplattform der NRW.BANK.

Förderfähige Maßnahmen 

Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen laut Förderprogramm 

  • Modernisierung, Instandsetzung, Sanierung, Ausstattung, Erweiterung und Umbau von Sportstätten und Sportanlagen unter besonderer Berücksichtigung einer energetischen Ertüchtigung, notwendiger baulicher Sicherheitsmaßnahmen, Geschlechtergerechtigkeit, der digitalen Modernisierung und der Herstellung von Barrierefreiheit (-armut), 
  • Ersatzneubau, wenn dies im Vergleich mit einer Bestandsanierung die wirtschaftlichere Variante ist, begleitende, sportfachlich 
  • notwendige Infrastruktur wie zum Beispiel Unterkünfte, Verpflegungseinrichtungen, Schulungs- und Aufenthaltsräume, Geschäftsstellen 
  • sowie Zuschauereinrichtungen.

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