Neutrale Bühne in Meschede

IMW Forum: Diskussion der heimischen Abgeordneten

Neutrale Bühne in Meschede IMW Forum: Diskussion der heimischen Abgeordneten
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Auf einer neutralen Bühne bietet die Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft (IMW) den zur Wahl stehenden Vertretern aus dem HSK die Möglichkeit zur Diskussion, (v.l.) Otto Strauß (AFD), Friedrich Merz (CDU), Karl-Ludwig Gössling (Linke), Carl-Julius Cronenberg (FDP), Maria Tillmann (Grüne), Dirk Wiese (SPD), Andreas Melliwa (Moderation), Nicola Collas (Moderation) und Frank Hohmann (IMW Voritzender).

Die Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft (IMW) bot den heimischen Bundestagskanditaten der sechs größten Parteien eine neutrale Bühne zur Podiumsdiskussion um die aktuell brennenden und politischen Themen. Dazu waren rund 100 Gäste in der Stadthalle erschienen, zusätzlich folgten rund 50 Interessenten dem Livestream auf Youtube.

Hochsauerland/Meschede – Nach der Begrüßung durch den IMW Vorsitzenden Frank Hohmann stiegen die Moderatoren Nicola Collas und Andreas Melliwa mit den Themen Wirtschaft und Finanzen, Nachhaltigkeit, Bildung, Soziales und Digitalisierung, Außenpolitik: Deutschland und die Welt, sowie Innenpolitik und Sicherheit ins Gespräch ein.

Die hohen Kosten der Corona-Krise und die steigende Staatsverschuldung zu bewältigen sieht Friedrich Merz (CDU) im dauerhaften nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstum: „Wir müssen alles tun um aus der Rezession zu kommen.“

Was möchten die heimischen Bundestagskanditaten?

Dazu gehört für Merz auch die Behebung des Facharbeitermangels durch Einwanderung sowie ein Abbau der Bürokratie mit beherzten Schritten. Die Aufhebung der „Bürokratiegängelei“ war auch eine Forderung von Frank Hohmann an die nächste Bundesregierung. Für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer plädieren SPD, Grüne und Linke.

Dirk Wiese (SPD) möchte durch einen höheren Steuersatz für hohe Einkommen die kleineren und mittleren Einkommen entlasten. Bei der Abschaffung des Solizuschlags stimmte Carl-Julius Cronenberg (FDP) der Aussage des CDU Kandidaten Merz zu: „Das wollten wir schon vor vier Jahren, daran ist Jamaika gescheitert.“ Die Forderung Steuerschlupflöcher zu schließen, brachte Karl-Ludwig Gössling (Linke) in die Runde. Auf der Ausgabenseite möchten die Linken die Militärausgaben kürzen. Maria Tillmann (Grüne) ergänzte: „Auch das Thema mit Geschäften, die noch legal laufen, aber moralisch daneben sind, müssen wir in der nächsten Legislaturperiode angehen.“

Die Grünen sehen Investitionen in Mobilität, Schule und Bildung als Wachstumsmotor. Die Problematik mit fehlenden Facharbeitern sieht Otto Strauß (AFD) darin, dass heute viele junge Leute das Abitur und ein Studium der handwerklichen Ausbildung vorziehen. Die Wachstumssteigerung möchte Strauß durch die Steuersenkung, insbesondere der Mehrwertsteuer fördern, gepaart mit der Kritik an der aktuell im Gespräch befindlichen Subvention für den amerikanischen Automobilhersteller Tesla. Dieser soll für seine geplante Batteriezellenfabrik in Brandenburg Fördermittel in Milliardenhöhe erhalten, dagegen müssten unter der Corona-Krise leidende Unternehmen um finanzielle Hilfen bitten und betteln.

Ziele für den Hochsauerlandkreis

Nach Gesprächen über die geplanten Themen, Corona-Maßnahmen, Renteneintrittsalter, Wahlrechtsreform, um eine weitere Vergrößerung des Bundestages zu verhindern, ging die Abschlussfrage an die Gäste: „Was möchten Sie für den Hochsauerlandkreis im Bundestag erreichen?“ Der Erhalt der touristischen Region als grüne Lunge, ohne Windräder sowie der technologische Anschluss mit Glasfaserkabel, bezahlbare Energie und die Förderung von Unternehmertum steht für Otto Strauß auf der Agenda. Friedrich Merz möchte der Anwalt der Region sein und beide Seiten der „Industrieregion“ im „Grünen“ fördern. Dazu gehöre der Ausbau der Verkehrswege und der digitalen Infrastruktur.

Die Verbesserung der Infrastruktur ist auch für Karl-Ludwig Gössling ein wichtiges Thema, hier bestehe Nachholbedarf bei den Glasfaseranschlüssen. Ein weiterer Fokus liegt für Gössling auf dem Nachwuchs und der Bildung mit modernen Methoden. Drei Punkte zählte Carl-Julius Cronenberg auf. Die Befreiung der Menschen, Betriebe, Vereine und des Ehrenamts von Bürokratielasten, den Lückenschluss nach Menden, Hemer, Iserlohn, und den Weiterbau der A46 nach Osten und der B7n sowie die Stärkung der Bildungseinrichtungen.

Mehr Sauerland in Berlin wünscht sich nicht nur Cronenberg, sondern auch Maria Tillmann. Die Grünen Politikerin möchte sich jedoch gegen den Bau der Autobahn von Iserlohn nach Arnsberg und der B7n einsetzen mit der Forderung nach einer Mobilitätswende. Durchdachte Klimapolitik, die Verantwortung übernimmt, werde es nur mit starken Grünen geben, so Tillmann. Damit der Hochsauerlandkreis liebens- und lebenswert bleibt, steht für Dirk Wiese wirtschaftlicher Erfolg in der Region, wohnortnahe Gesundheitsversorgung und der Umbau des Systems der Fallpauschalen sowie die Verbesserung der Infrastruktur mit der Reaktivierung der Röhrtalbahn und Almetalbahn sowie die Schaffung von Wohnraum auf dem Plan.

„Demokratie lebt vom Mitmachen, daher gehen sie alle am 26. wählen“

Den Grund für das neutrale Forum sah Dirk Lahrmann (2. Vorsitzender IMW) beim Schutz der freiheitlichen demokratischen Errungenschaften im Zeitalter von sozialen Medien und Fake-News. Mit den Worten „Demokratie lebt vom Mitmachen, daher gehen sie alle am 26. wählen“, verabschiedete Lahrmann die Zuhörer nach der knapp dreistündigen Diskussionsrunde.

Diskussion online

Die komplette Diskussion mit den Bundestagsabgeordneten mit allen Argumenten und Gegenargumenten ist zu finden unter: https://youtu.be/keEgtAnt5i8

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