Meschede als "Stadt im Wandel"

IMW-Jahresempfang steht ganz im Zeichen des 1150-jährigen Stiftjubiläums

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Blick zurück und nach vorn: Bürgermeister Christoph Weber, Dr. Gisela Muschiol von der rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Meinolf Ewers (IMW) beim Jahresempfang in Meschede.

Meschede – Der Jahresempfang der Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft (IMW) und der Kreis- und Hochschulstadt Meschede stand ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres „1.150 Jahre Stift Meschede“ und umfasste eine historische Rückschau auf die Entstehungsgeschichte der Emhildis Stiftung, die 870 für adelige Damen gegründet wurde, ebenso wie einen Blick auf die heutige Situation der Stadt.

„Die Geschichte der Heimatstadt Meschede begann vor 1.150 Jahren. Daraus lässt sich ableiten, wo wir herkommen und wo wir hinwollen. Heute zeichnet sich die Stadt durch ein starkes wirtschaftliches, kulturelles und geistliches Leben aus“, so Meinolf Ewers.

Der Erste Vorsitzende der IMW erklärte nach der Begrüßung aller Gäste in der Stadthalle Meschede weiter, dass nicht nur die Äbtissinnen im Mittelalter starke Frauen waren, sondern auch das heutige Zeitalter von genau diesen starken Frauen geprägt sei. Ewers sprach weiterhin davon, dass bereits im Jahr 958 König Otto der Große den Meilenstein für die Mescheder Wirtschaft legte, indem er das Marktrecht einführte und somit den Tauschhandel untereinander anregte.

„Das ist jetzt 1.062 Jahre her und die Region Südwestfalen ist zur drittstärksten Industrieregion Deutschlands geworden. Im produzierenden Gewerbe arbeiten 47 Prozent sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer“, erläuterte Ewers. Er erklärte weiter, dass zehn Jahre starken Aufschwungs hinter uns liegen und die gesamte Region davon profitiert habe.

„Wir werden Opfer des eigenen Erfolgs"

Ewers warnte aber auch gleichzeitig davor, dass die exportorientierten Branchen aufgrund des Wirtschaftskrieges zwischen Amerika und dem Iran ausgebremst werden. Um dem Abschwung entgegenzuwirken sei es daher vonnöten, drei Faktoren zu berücksichtigen, um den Standort Meschede zu stärken: In Bildung und Schulen zu investieren, die Digitalisierung weiter voranzutreiben sowie ausreichend neue Gewerbeflächen zu schaffen. „Wir werden Opfer des eigenen Erfolgs. Es sind kaum noch freie Flächen vorhanden. Die Landesregierung legt uns Steine in den Weg, dabei ist es wichtig gute Arbeitsplätze zu schaffen und die jungen Leute zurückzuholen“, so Meinolf Ewers.

Nach seiner gelungenen Einstimmung gab er anschließend das Wort an Professorin Dr. Gisela Muschiol von der rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn weiter, die den ersten Vortrag im Jubiläumsjahr der Emhildis Stiftung hielt. Die Professorin ging in ihrem Festvortrag „1.150 Jahre Stift Meschede – von Äbtissinnen und anderen starken Frauen im Mittelalter“ genauso auf die Zeit der Kanoniker von 870 bis 1.310 ein wie auf die Stellung des Stifts sowie auf die Frage der Bildung und der damit verbundenen Macht in der damaligen Zeit. „Äbtissinnen waren im Mittelalter neben den Königinnen die mächtigsten Frauen. Sie waren die geistlichen Leiterinnen des Konvents und für die Kontakte nach außen zuständig. Die Äbtissinnen standen selbst als oberste Gerichtsinstanz einem Bischof nicht nach“, so Professorin Dr. Gisela Muschiol.

"Die Stadt ist im Wandel."

Im Anschluss an ihren Vortrag ging Meschedes Bürgermeister Christoph Weber in seiner Laudatio auf die heutige Situation der Kreis- und Hochschulstadt ein „Die Stadt ist im Wandel, die bauliche Struktur hat sich in den letzten Jahren stark verändert genau wie die demografische Zusammensetzung der Bevölkerung. Wir wollen eine generationengerechte, solidarische, tolerante Stadt, in der sich alle Bürgerinnen und Bürger aber auch die Unternehmen wohlfühlen. Wir wollen eine attraktive Innenstadt und lebenswerte Stadtteile. Wir wollen eine Stadt, die nachhaltig mit den natürlichen Lebensgrundlagen für die Zukunft späterer Generationen umgeht“, umriss der Bürgermeister seine Vision.

Dazu zähle für ihn auch der Wettbewerb „Machen!!!2020“, bei dem Stadtgespräche und Bürgerstiftung gemeinsam nach Projektideen suchen, um das Leben in Meschede noch lebenswerter zu machen. Noch bis Ende Januar können Interessierte zwischen 15 und 30 Jahre teilnehmen. „Wir müssen konstruktive Lösungen suchen und Projekte initiieren um die Lebensqualität und den Standort zu sichern“, betonte Weber.

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