Jugend bewertet Meschede

Andreas Wolff erläutert Bürgermeister Uli Hess, Christina Henke und Gisela Bartsch (v.li.) die Ergebnisse der Schülerbefragung. Foto: Björn Theis

Die Stadt Meschede intensiviert ihre Anstrengungen, junge Menschen in der Region zu halten. Um herauszufinden, wie die Jugendlichen ihre Stadt sehen, wurde jetzt im Rahmen des Arbeitskreis "Mescheder Stadtgespräche" und mit Beteiligung des Jugendparlaments eine Schülerbefragung an den weiterführenden Schulen ab Klasse 8 im Stadtgebiet in Auftrag gegeben. Über 1000 Stimmen kamen zusammen – und lieferten teils interessante Ergebnisse.

Die Beteiligung an der Schülerbefragung bewertete Andreas Wolff als Geschäftsführer der beauftragten Unternehmensberatung aus Meschede als "sehr hoch". Damit sei das Ergebnis repräsentativ. Befragt nach ihren Zukunftsplänen, antworteten 36 Prozent der Teilnehmer, dass sie Meschede verlassen werden. 38 Prozent sind noch unentschlossen, 26 Prozent wollen in der Stadt bleiben. "Um 64 Prozent gilt es daher zu kämpfen", formulierte Wolff im Umkehrschluss den Auftrag an die Verantwortlichen der Stadt Meschede. Überwiegend positiv werden die Aus- und Weiterbildungsangebote gesehen. Allerdings bewerten 61 Prozent der Jugendlichen ihre berufliche Perspektive in der Stadt als negativ.

Deutlich unzufrieden sind die Schüler auch mit dem kulturellen Angebot und den Einkaufsmöglichkeiten. Jeweils 80 Prozent der Befragten äußerten sich damit nicht zufrieden. "Das sind relativ dramatische Zahlen", liest Wolff aus dem Ergebnis. Ein ganz anderes Bild ergibt sich bei den Sportangeboten: 50 Prozent gaben ein zufriedenes Urteil ab – ein absolut positiver Wert. Bei der Suche nach lokalen Informationen nutzen 56 Prozent der Jugendlichen das Internet und 41 Prozent die Zeitungen vor Ort. Keine Überraschung dürfte sein, in welchem sozialen Netzwerk die Schüler überwiegend unterwegs sind: "Facebook ist hier die absolute Top-Antwort", so der Umfrage-Experte.

Mehr Lokales im Internet gewünscht

Mehr lokale Themen wünschen sich Jugendliche vor allem im Internet (50 Prozent), im mobilen Internet via i-Phone oder Smartphone (29 Prozent) und in Sozialen Netzwerken (27 Prozent). Eine große Zahl von 68 Prozent hätte darüber hinaus gerne mehr Informationen über Job- und Ausbildungsangebote. 15 Prozent wissen gar nicht, welche Möglichkeiten es in Meschede gibt. Bürgermeister Uli Hess zeigte sich speziell über dieses Ergebnis enttäuscht: "Wenn ich sehe, welche Anstrengungen an den Schulen unternommen werden und was wir mit der Berufs-Info-Börse bieten, frage ich mich, was die Jugendlichen noch erwarten."

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