Aufschlussreiche Diskussion

Kandidaten zur Bundestagswahl stehen Rede und Antwort im Mescheder Kreishaus

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Bei der Podiumsdiskussion: Peter Staudt und Patrick Feldmann (hinten) sowie sitzend Reinhard Prange (Die Linke), Annika Neumeister (Bündnis 90/Die Grünen, Patrick Sensburg (CDU), Carlo Cronenberg (FDP) und Dirk Wiese (SPD).

Hochsauerland. Interessant und aufschlussreich ging es am Donnerstagabend auf der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im Mescheder Kreishaus zu. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, kurz BVMW, hatte eingeladen, um die Bundestagskandidaten fast aller Parteien (die AfD fehlte) in die Pflicht zu nehmen. Es ging um mehr als um die Wahlen, es ging vielmehr darum, auf dem Podium zu wirtschaftlichen als auch politischen Themen Stellung zu beziehen.

„Die deutsche Wirtschaft steht seit 2017 auf einem Rekordhoch. Die drei Eckpfeiler der Gesellschaft – Sicherheit, Wohlstand und Innovationskraft – müssen garantiert sein, um Zukunftsängste aus dem Weg zu räumen. Deutschland profitiert von der Globalisierung, jedoch darf die Politik die Wettbewerbsfähigkeit nicht aus den Augen verlieren,“ so Peter Staudt, Leiter der Kreisverbände Paderborn-West, Hochsauerland und Soest. Laut BVMW kommen die Wünsche und Forderungen des Mittelstands in der politischen Wirklichkeit oft zu kurz. In der Podiumsdiskussion nahmen Professor Doktor Patrick Sensburg (CDU), der Parlamentarische Staatssekretär Dirk Wiese (SPD), Bundestagskandidat Carlo Cronenberg (FDP), Annika Neumeister (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Reinhard Prange (Die Linke) Stellung zu vielen brisanten Themen. 

Energiewende und Netzausbau

Durch die Podiumsdiskussion führte der selbstständige Moderator Patrick Feldmann. Auf seine Frage zum Thema Energiewende und dem damit verbundenen Netzausbau waren die Antworten relativ einheitlich. Während der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese beispielsweise auf fossile Energien im Hinblick auf Strom 2030 setzt, wies Biologie- und Deutschlehrerin Annika Neumeister daraufhin, dass Energiewende keine regionale Geschichte sei und 2023 der richtige Weg sei, den Mittelstand zu entlasten. 

„Der Anstieg der Stromkosten wurde gedämpft und das System der Erneuerbaren Energien in den Markt eingebracht. Die Stromsteuer muss kurzfristig abgeschafft werden“, so MdB Dirk Wiese. Hinsichtlich des Ausbaus der Infrastruktur gingen die Meinungen auseinander. Der Vorsitzende des Unterausschusses Europarecht und Vorsitzender des NSA-Untersuchungsausschusses Patrick Sensburg stellte beispielsweise den Ausbau des Schienennetzes sowie mehr Mobilität der immer älter werdenden Gesellschaft in den Fokus, während die Grünen-Politikerin Neumeister Naturschutz sowie Alternativlösungen in Augenschein nahm.

"Riesengroße Herausforderung"

Im Hinblick auf Elektromobilität äußerte sich Carlo Cronenberg, seit 1999 Mitglied des Rats der Stadt Arnsberg, folgend: „Die Chinesen haben doppelten Grund, in die E-Mobilität zu investieren – aufgrund des starken Smogs. Für die deutsche Automobilindustrie ist das eine riesengroße Herausforderung. Forschung und Entwicklung in neue Technologien ist notwendig, um konkurrenzfähig zu bleiben.“ Bei der Frage „Brauchen wir zukünftig noch so viele Auto wie heute“ waren sich viele der Kandidaten einig, dass die Zukunft Veränderungen mit sich bringe und Mobilität demnächst eingekauft werden könne. „Wir setzen auf die Bahn und die öffentlichen Verkehrsmittel“, so der ehemalige Bankangestellte Reinhard Prange aus Brilon. Äußerst spannend wurde es, als Patrick Feldmann die Frage hinsichtlich Arbeit 4.0 und die damit verbundene Digitalisierung der Arbeitswelt stellte. 

"Wir müssen uns mehr öffnen"

Dirk Wiese setzte dabei auf Qualifizierung der Arbeitnehmer, mehr Flexibilität oder auch Home-Office, Sensburg hingegen vertrat ganz klar den Standpunkt: „Wir leben in einer Arbeitswelt 4.0. Entweder wir gehen mit der Zeit oder wir verlieren den Anschluss. Dann baut Apple demnächst Audis oder BMWs. Wir müssen uns der digitalen Welt noch mehr öffnen, um die Führungsposition zu sichern. Es ist daher sehr wichtig in Forschung und Entwicklung zu investieren.“ In den Bereichen Bildungspolitik, Datenschutz, steuerliche Forderungen für Forschung und Entwicklung sowie Prävention waren sich die fünf Kandidaten relativ einig. Alle vertraten den Standpunkt, den Solidaritätszuschlag langfristig abzuschaffen, die Steuern zu senken, um die Wirtschaft weiter anzukurbeln, zu sensibilisieren im Hinblick auf Datenschutz sowie eigenverantwortlich zu agieren.

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