50.000 Euro geknackt

Sauerländer sammelt mit Modell-Heißluftballon Spenden für herzkranke Kinder

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Früher hat er jungen Menschen das Autofahren beigebracht, seit seiner Rente engagiert sich der ehemalige Mescheder Fahrlehrer Karl-Josef („Jupp“) Hein für Kinder, die schon am Anfang ihres jungen Lebens mit großen Problemen zu kämpfen haben. Für die „Stiftung Kinderherz“ ist der 77-Jährige im Sinne der guten Sache unterwegs – auch auf der diesjährigen Warsteiner Montgolfiade.

Meschede/Hochsauerland – „Für kranke Kinder habe ich mich schon immer engagiert, zunächst für jene, die am Ende ihres kurzen Lebens stehen. Da habe ich für das Kinderhospiz Balthasar in Olpe gesammelt, seit 2009 sammele ich für die Stiftung Kinderherz“, erklärt der agile Mescheder sein Engagement für die Stiftung, die die Kinder in den Fokus nimmt, die mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt kommen (etwa ein Prozent weltweit). Das sind allein in Deutschland etwa 7500 Kinder jährlich. 

Mit seinen Modellballonen besucht Hein Kindergärten, Schulen und Seniorenheime in ganz Deutschland. Die Idee, mit den maßstabsgetreuen Nachbildungen Geld für einen Guten Zweck zu sammeln, kam ihm, als er während eines Ballonfestivals sah, dass einige Kinder ganz traurig waren, nicht nah an die großen „Heißlüfter“ heran zu können. „An den Modellen kann ich den Kindern genau erklären, warum ein Ballon in die Luft aufsteigen kann“, so Jupp Hein. 

Aufrüsten wie die "Großen"

Dabei rüstet er einen Modellballon genau so auf, wie es bei den Großen gemacht wird. Zunächst den Korb aufbauen, die Hülle ausbreiten, mit einem Kaltluftgebläse mit kalter Luft füllen und die Hülle offenhalten, um diese anschließend mit einem kleinen Brenner, der ferngesteuert gezündet wird, aufzuheizen. Jupp Heins „Herzstück“ ist dabei ein kleiner Ballon, der ihm von der Stiftung Kinderherz zur Verfügung gestellt wird. In Form eines großen weißen Herzens mit dem Emblem der Stiftung macht er schon von Weitem auf sein Anliegen aufmerksam. Mit seiner charmanten und liebevollen Art versteht Karl-Josef Hein es in eindrucksvoller Weise, Kinder in die Geheimnisse des Balloonings einzuweihen, wobei er niemals vergisst, auch den Kleinen von den Schicksalen anderer Kinder zu berichten. 

Mit Modellballon und Stofftieren ist Jupp Hein für die Stiftung Kinderherz auch in Warstein unterwegs (für Vollbild oben rechts klicken).

Die 29. Warsteiner Internationale Montgolfiade war für Jupp Hein ein ganz besonderes Highlight. Am WIM- Donnerstag hat er die Marke von 50.000 Euro, die er für die Stiftung gesammelt hat, geknackt. Bei Ballonfahrertreffen verteilt er, gegen eine kleine Spende, von Piloten gesponsertes „Ballonfahrerzubehör“ wie Pins und Aufkleber. Auch gespendete Plüschtiere wechseln bei solchen Events ihren Besitzer. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf Meetings in Deutschland, auch in Pattaya (Thailand), Léon (Mexico) oder Toplach (Italien) war der „Rentner im Unruhestand“, bereits mit seinen Modellballonen unterwegs. 

"Strahlende Kinderaugen sind mein Hobby"

„Wieso ich niemals den Pilotenschein für große Ballone gemacht habe, werde ich oft gefragt. Mich hat das Ballonfieber erst nach meinem Ruhestand gepackt und mit 60 Jahren wollte ich mir den Lernstress nicht mehr antun. Auf diese Art und Weise kann ich den Kindern beibringen, warum Ballone in die Luft gehen. Vielleicht kann ich ja einmal ein Kind so für diesen Sport begeistern, dass es selbst später einmal den Pilotenschein macht“, erklärt der 77-Jährige. 

Ihn selbst hat das Ballonfieber bei der WIM 2001 gepackt. „Damals bin ich zu einem Nightglow nach Warstein gefahren. Das hat mir so gefallen, dass ich mir sowohl am nächsten, als auch am übernächsten Tag eine Ballonfahrt gegönnt habe“, erzählt Hein mit einem strahlen in den Augen, wie er es selbst schon tausendfach in Kinderaugen gezaubert hat. Die Modellballone werden ihm von verschiedenen Firmen zur Verfügung gestellt, die seine Arbeit für die Stiftung Kinderherz auf diese Art und Weise unterstützen. 

Im kommenden Jahr feiert Karl-Josef Hein sein 20-jähriges Jubiläum in Sachen Ballonfieber. „Ich hoffe, noch viele Jahre für die Stiftung Geld sammeln zu können, so lange es meine Gesundheit mitmacht, werde ich mit meinen Ballonen unterwegs sein. Denn strahlende Kinderaugen sind mein Hobby.“

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