Bürgerarbeitskreis und Baufirma kooperieren bei Erweiterung des Berger Steinbruchs

Kein Stein des Anstoßes

Peter Winters, Technischer Leiter der Bergisch-Westerwälder Hartsteinwerke, erklärt den Tagebau im Steinbruch. Foto: Geißler

Rund 550.000 Tonnen, verteilt auf etwa 20.000 Lkw – diese gewaltige Menge an Splitten, Sanden und Gesteinskörnungsgemischen aus Kalkstein und Grauwacke verlässt jährlich den von der Basalt AG betriebenen Steinbruch in Berge. Der Abtransport erfolgt größtenteils durch nahezu die gesamte Ortschaft in Richtung Freienohl und stellt bereits jetzt eine große Belastung für die Berger Bürger dar. Nun ist eine Erweiterung des Geländes geplant.

Neben Verkehrslärm und Erschütterungen ist es vor allem die Verschmutzung der Straßen durch Steinstaub, die den Anwohnern zu schaffen macht. Deshalb stoßen die Pläne des namhaften Baustoffunternehmens, die Abraumhalde in Richtung des Sülsbergs zu vergrößern, den Steinbruch selbst um eine Abbausohle von 20 Metern tieferzulegen und neue Lagerfläche durch den Abbau einer Felsrippe im Westen zu schaffen, auch auf Skepsis.

Um von Anfang an in einen engen Konsens mit den Betroffenen zu gehen, wurde aus diesem Grunde bereits vor drei Jahren ein Arbeitskreis aus Bürgern, Ortsvorstehern der umliegenden Orte, Vertreter der Stadt und der BAG ins Leben gerufen – offensichtlich mit Erfolg: „Wir sind mit der Informationspolitik der Basalt AG sehr zufrieden, sie ist auf alle Kritikpunkte eingegangen und wir konnten einige Maßnahmen zur Minderung der Belastung durchsetzen“, freute sich Matthias Vitt, Ortsvorsteher von Berge, beim „Tag der Bürgerinformation“ am vergangenen Samstag.

Bisher rund 300.000 Euro in Verbesserungsmaßnahmen investiert

Rund 300.000 Euro hat die BAG in Berge inzwischen in Verbesserungen investiert, eine Lkw-Reifenwaschanlage installiert, sämtliche Zufahrtswege zur Abfüllanlage asphaltiert und die Pelletierungsanlage zur staubfreien Verladung mit automatischer Befeuchtung versehen. Alles Maßnahmen, die zur Verringerung der Staubentwicklung führen. „Wir sind uns der Auswirkungen hinsichtlich der Einschnitte in das Landschaftsbild und der Belastung für Mensch und Natur bewusst“, so Peter Winters, Technischer Leiter der Bergisch-Westerwälder Hartsteinwerke. Er betont aber zugleich: „Die Erweitung des Steinbruchbetriebs ist aber auch eine wichtige Maßnahme zur Standortsicherung“.

Bei den Führungen mit insgesamt rund 150 Teilnehmern ging Winters am Samstag auch auf die geologische Situation im Steinbruch Berge ein, bei einem Folienvortrag wurde der Einfluss auf die Schutzgüter Mensch und Natur näher dargestellt. „Die Umweltverträglichkeit haben wir durch Lärm-, Staub- und Sprenggutachten prüfen lassen, die Immissionsrichtwerte liegen deutlich unter den Vorgaben“, erklärte Winters. Auch die Ergebnisse zu den Auswirkungen auf Flora und Fauna hätten ein erträgliches Maß bescheinigt. „Dennoch ist es unser Ziel, die Belastungen durch weitere Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und dabei den Bürger stets auf dem aktuellen Stand zu halten, ihn zu informieren und auf Verbesserungsvorschläge des Arbeitskreises konstruktiv einzugehen“, so Winters abschließend.

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