„Aus Position der Stärke agieren“ 

Kräftiges Wachstum: Sparkasse Meschede/Eslohe zieht Jahresbilanz

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Blicken trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft: (v.l.) Vorstandsmitglied Alexander Wilke und Peter Schulte, Vorstandsvorsitzender. 

Meschede/Eslohe. In einem für die Kreditwirtschaft anspruchsvollem Umfeld hat die Sparkasse in Meschede und Eslohe das Geschäftsjahr 2018 gut abgeschlossen. Die anhaltende Niedrigzinsphase bleibt als großes Thema weiter bestehen. Aufgrund des kräftigen Wachstums seiner Sparkasse ist der Vorstand mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

„Neue Mitbewerber, wie FinTechs und Non-Banks, drängen in den Markt und die Digitalisierung erfordert noch höhere Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Trotzdem blicken wir auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück“, sagte Sparkassendirektor Peter Schulte, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meschede.

Nach den vorläufigen Zahlen erhöht sich die Bilanzsumme um 6 Prozent auf 669 Millionen Euro. Die Kundeneinlagen wuchsen um 37,4 Millionen Euro auf 519 Millionen Euro (+ 7,9 Prozent). Die Sparkasse sagte neue Kredite über 87 Millionen Euro zu. Damit steigen die Gesamtausleihungen auf 466 Millionen Euro (+ 3,2 Prozent).

Im Kundengeschäftsvolumen, darin spiegelt sich das Vertrauen der Bevölkerung in die heimische Sparkasse wider, konnte ein guter Zuwachs erzielt werden. Die Kennzahl stieg um beachtliche 4,8 Prozent auf 1.111 Millionen Euro. Trotz aller Investitionen in digitale Prozesse betont der Vorstand: „ Wir sind keine Direktbank und werden auch keine. Unsere Stärke liegt in der persönlichen und kompetenten Beratung unserer Kunden durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Kunden schätzen besonders unser Know-how im Anlage- und Finanzierungsgeschäft und sind auch bereit, dieses zu honorieren. Wir werten das Ergebnis als ein Zeichen für das große Vertrauen in die Sicherheit der Institution Sparkasse, denn an den Zinsen liegt es zur Zeit nicht, dass die Kunden ihr Geld bei der Sparkasse anlegen“, erläutert Vorstandsmitglied Alexander Wilke

Besonders auffällig ist der deutliche Anstieg bei der Geldvermögensbildung – also das, was die Privatkunden neu auf Sparkonten sowie in Wertpapieren angelegt haben. Die Bürgerinnen und Bürger legten in Sparkassenbriefen, Termingeldern, Spareinlagen und Wertpapieren im vergangenen Jahr mehr als 45 Millionen Euro neu bei der Sparkasse in Meschede und Eslohe an.

Sparen für die Zukunftssicherung

Das Börsenjahr 2018 dagegen sei eine einzige Enttäuschung gewesen. Der Leitindex Dax hat im vergangenen Jahr fast ein Fünftel (-18,26 Prozent) an Wert verloren. Für Alexander Wilke heißt es dennoch auch bei sinkenden Notierungen die Nerven zu bewahren. „Zwar verliert der angesparte Anteil in einem Sparplan an Wert, gleichzeitig werden aber Fondsanteile zu günstigeren Preisen eingekauft. Und bei steigenden Kursen profitiert der Anleger wieder von der Wertsteigerung in seinem Depot“.

Die Wertpapierkäufe der Sparkassenkunden stiegen um 11,5 Prozent auf 26,7 Millionen Euro. Davon sind rund 9,5 Millionen Euro in Fonds bei Wertpapiersparverträgen angelegt worden. Ein Plus gegenüber dem Vorjahr von fast 23,6 Prozent.

Die wichtigste Sparmotivation der Menschen in Eslohe und Meschede dient der Zukunftssicherung und Notfallvorsorge. Dabei gilt die Hauptsorge der Menschen nach wie vor der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. „Die Menschen beginnen, sich an den Niedrigzins zu gewöhnen“, stellt Alexander Wilke fest. Da die Inflation in der Euro-Zone anzieht und die Zinsen niedrig bleiben, ist das für Sparer ein Problem: Ihr Vermögen ist langfristig weniger wert. „Der Wertpapier-Sparplan ist in Zeiten niedriger Zinsen das bessere Instrument als Tagesgeld oder Sparbuch.“ Langfristig seien Aktien die renditestärkste Anlageklasse überhaupt. Das habe sogar die Bundesbank höchstamtlich in einem ihrer Monatsberichte festgestellt.

Ein kräftiges Wachstum im Kreditgeschäft hat der Sparkasse Meschede im vergangenen Jahr ein „erfreuliches Ergebnis“ beschert. 87 Millionen Euro sagte die Sparkasse an neuen Krediten zu.

Davon entfielen 27,4 Millionen Euro, das sind 31 Prozent, auf den Wohnungsbau und 38,9 Millionen Euro an gewerbliche Kreditnehmer. „Kurze Wege und ein Kreis von Unternehmens- und Gewerbekunden, die man langjährig kenne, erleichtern das Kreditgeschäft“, sagt Alexander Wilke. Die Firmenkunden investierten insbesondere in betriebliche Baumaßnahmen, Unternehmenserweiterungen sowie in den Kauf von Maschinen und Fahrzeugen.

Die Sparkasse Meschede begleitete 2018 zwölf Existenzgründungen mit einem Kreditvolumen von annähernd drei Millionen Euro. 127 neue Arbeitsplätze wurden dadurch in der Region geschaffen. Erfreulich sei aus Sicht der Sparkasse das stabile Geschäft mit der LBS und der Provinzial Versicherung. Das sorgte dafür, dass der Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahr anstieg. Die Anzahl der verkauften Neuverträge lag mit 1.300 Stück auf Vorjahresniveau. Geichzeitig ist bei den abgeschlossenen Bausparverträgen ein deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Bausparsumme auf rund 43.000 Euro zu verzeichnen. Dies zeige einmal mehr, dass der Bausparvertrag in seiner ursprünglichen Bestimmung nach wie vor als ein attraktives Zinssicherungsinstrument zur Finanzierung von privatem Wohneigentum angesehen wird, insbesondere in Zeiten niedriger Verzinsungen.

Digitalisierung als Herausforderung

Die Digitalisierung ist für die Banken und Sparkassen eine Herausforderung. Für ihre Kunden sind Informationen und Angebote der Konkurrenz nur einen Griff zum Smartphone entfernt. Bei der Sparkasse Meschede nutzen inzwischen 96 Prozent der Gewerbetreibenden und knapp 60 Prozent der Privatkunden das Onlinebanking. Die Digitalisierung ermöglicht es dem Kunden, künftig selbst zu entscheiden, wann, wie und wo er mit seinem Institut in Kontakt treten möchte. „Sparkassenfilialen sind und bleiben dabei eine wichtige Option“, betont Peter Schulte.

Ebenso wie das Kundenservicecenter. „Einfach, schnell und unkompliziert – so definieren unsere Kunden den idealen Service“, sagt Alexander Wilke. Mehr als 52.000 Anrufe gingen im vergangenen Jahr im Kundenservicecenter der Bank ein, die zum Jahresende 124 Beschäftigte hatte und derzeit zehn Nachwuchskräfte ausbildet.

Natürlich durfte 2018 auch die gesellschaftliche Verantwortung der Sparkasse nicht zu kurz kommen. „Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf Projekte zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sowie im sportlichen Bereich“ sagt Peter Schulte. Dafür stellte die Sparkasse im abgelaufenen Jahr 125 000 Euro zur Verfügung.

Mit Blick auf 2019 gehen die Verantwortlichen der Sparkasse Meschede davon aus, dass das niedrige Zinsniveau noch eine ganze Weile Bestand haben wird. Mittelfristig sind leichte Zinssteigerungen zu erwarten. „Auf der Grundlage eines nachhaltigen Geschäftsmodells können wir dabei aus einer Position der Stärke agieren“, betont Peter Schulte. Der Vorstand der Sparkasse will 2019 in eine dem sich verändernden Kundenverhalten angepasste Angebots- und Servicestruktur sowie in die Qualität der Beratung investieren. Prozesse und Abläufe werden standardisiert und effizienter gestaltet. Damit will die Sparkasse Kosten senken.

Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Alexander Wilke, ist sich Peter Schulte deshalb einig, dass die Sparkasse „ein Jahr hinter sich habe, mit dem man zufrieden sein könne und in dem ein Ergebnis erzielt worden ist, mit dem das Eigenkapital deutlich gestärkt werden konnte“.

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