Digitale Gewalt 

Sauerländer Polizei klärt über Cybermobbing auf: "Internet ist kein rechtsfreier Raum"

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Auch im Sauerland ist Cybermobbing keine Ausnahmeerscheinung, stellt die HSK-Polizei klar.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Die Polizei verfolgt Straftaten und geht konsequent gegen die Täter vor. Über das Phänomen „Cybermobbing“ will die Kreispolizebehörde HSK aufklären.

Hochsauerland - Cybermobbing ist eine Form der Gewalt und unterscheidet sich wenig von klassischem Mobbing. Die Täter nutzen lediglich die „sozialen Medien“ zum Bloßstellen und Schikanieren ihrer Opfer.

Das Internet scheint die Hemmschwelle für Mobbingaktivitäten zu senken. Die Täter trauen sich in der scheinbar anonymen virtuellen Welt eher, andere Menschen zu attackieren. Sie brauchen keinen direkten Kontakt zum Opfer und können rund um die Uhr aktiv sein. Die Täter finden im Internet zudem ein großes Publikum: Tausende Menschen können die Taten verfolgen, sie kommentieren oder unterstützen. Besonders tragisch: Das Internet vergisst nichts. Gelöschte Inhalte können immer wieder auftauchen. Selbst nach einer Beendigung des Konfliktes kann das Opfer immer wieder mit den Veröffentlichungen konfrontiert werden.

Täter gewinnen Machtposition

Auslöser von Mobbingprozessen sind oft Konflikte zwischen den Beteiligten, die keine Lösung erfahren. Im Übergang vom Konflikt zum Mobbing verliert das ursprüngliche sachliche Problem immer mehr an Bedeutung, die systematische Bloßstellung und das Tyrannisieren des Opfers tritt in den Vordergrund. Täter(innen) gewinnen dabei eine Machtposition, in der sich das Opfer unterlegen und ausgeliefert fühlt.

Auch im Sauerland ist Cybermobbing keine Ausnahmeerscheinung. Insbesondere an Schulen tritt das Problem häufig zu Tage. Das liegt vor allem daran, dass junge Menschen verstärkt über soziale Netzwerke wie Facebook und Nachrichtendienste wie WhatsApp kommunizieren. Schulklassen oder ganze Schulen sind auf diese Weise miteinander vernetzt. Hänseleien und Beleidigungen finden nicht mehr nur im Klassenzimmer und auf dem Schulhof statt, sondern werden ins Internet verlagert. Dort ist es besonders leicht, andere zum Opfer zu machen.

Täter machen sich strafbar

Cybermobbing ist zwar kein Straftatbestand, trotzdem machen sich die Täter strafbar. Beleidigung, Bedrohung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen oder der Vertraulichkeit des Wortes sind nur einige Straftaten, welche die Täter mit ihrer Handlungen erfüllen.

Schutz vor Cybermobbing:

  • Zum Schutz vor Cybermobbing sollten Sie möglichst wenige Daten von sich im Internet preisgeben.
  • Geben Sie in Profilen von sozialen Netzwerken niemals die vollständige Adresse oder die Handynummer an.
  • Stellen Sie möglichst wenige Bilder und Videos von sich selbst ins eigene Profil ein.
  • Beachten Sie beim Anlegen Ihres Profils die Sicherheitseinstellungen für den privaten Bereich. Geben Sie diesen Privatbereich nicht für jedermann frei. Prüfen Sie stattdessen jede Freundschaftsanfrage. Grundsätzlich sollten Sie nur Ihrem engsten Freundeskreis (also Personen, die Sie auch aus dem realen Leben gut kennen) diesen Bereich zugänglich machen. Diese Vorsichtsmaßnahmen schützen Sie beispielsweise auch vor Phishing-Attacken oder Schadsoftware.
  • Opfer sollten beleidigende oder sogar bedrohliche E-Mails nicht tolerieren! Wenden Sie sich an Vertrauenspersonen und speichern Sie die verbreiteten Bilder und beleidigenden Nachrichten ab. Erstatten Sie bei der Polizei Strafanzeige.

Weitere Informationen gibt es bei der polizeilichen Beratungsstelle in Meschede. Die Telefonnummer lautet 02 91/90 87 70.

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