Gefahr durch Handynutzung am Steuer

HSK-Polizei mahnt und warnt: „Lenk dich nicht app!“

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So sehr dieser kleine Comic zum Schmunzeln anregt, so tödlich ist der Ernst, der dahinter steckt.

Hochsauerland. In unserer monatlichen Präventionskolumne klärt die Polizei HSK heute über die Gefahren von Handynutzung am Steuer auf: Haben Sie sich nicht auch schon an der Ampel geärgert? Es wird grün und das Fahrzeug vor Ihnen fährt nicht los? Ein Auto vor Ihnen fährt in Schlangenlinien oder auffällig langsam? Den Grund haben Sie etwas später erkannt. Der Fahrer oder die Fahrerin hatte das Handy in der Hand.

In unserer Gesellschaft hat sich das Smartphone als ständiger Begleiter etabliert. Über unser Smartphone regeln wir inzwischen unser halbes Leben. Doch so viele Vorteile uns dieser technische Fortschritt gebracht hat, so viele Gefahren bringt die Benutzung im Straßenverkehr mit sich.

So klar den Verkehrsteilnehmern auch sein mag, dass das Smartphone am Steuer verboten und gefährlich ist: Jedes Mal, bei dem nichts passiert oder jedes Mal, bei dem sie nicht von der Polizei erwischt, führt nur dazu, dass beim nächsten Mal wieder getippt wird.

1.300 Handyverstöße 2016 geahndet

Die Polizei verfolgt konsequent die Handyverstöße im Straßenverkehr. 2016 wurden etwa 1.300 Handyverstöße im Hochsauerlandkreis geahndet. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Neben dem Telefonieren befinden sich die Leute immer häufiger im Internet. Die sozialen Medien oder die neusten Nachrichten scheinen wichtiger als der Straßenverkehr zu sein. Die Auswirkungen dieser kurzen und regelmäßigen Ablenkungen sind vielen leider nicht bewusst:

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit 50 km/h mit ihrem Auto in der Stadt. 40 Meter vor Ihnen fährt ein Fahrradfahrer. Sie bekommen eine Nachricht geschickt und lesen diese kurz. Das ganze dauert nur einige Sekunden. In jeder dieser Sekunden sind Sie aber 15 Meter im Blindflug gefahren. Wenn der Radfahrer vor Ihnen dann auch noch bremst, bleibt bei 50 km/h ein Anhalteweg von 27 Meter. Aufgrund Ihrer Ablenkung können sie somit den Zusammenstoß mit dem Radfahrer nicht mehr vermeiden. Die Folgen können tödlich sein.

Auf die Straße laufende Kinder werden viel zu spät gesehen

Hinzu kommt, dass viele Kinder einfach über die Straße laufen. Auch diese werden nach dem Blick auf das Handy leider erst viel zu spät gesehen. Inzwischen ist bekannt, dass bei jedem vierten Unfall Ablenkung eine Rolle spielt. Natürlich ist die Benutzung des Handys nicht nur für Autofahrer gefährlich. Fußgänger und Radfahrer sind ebenso häufig am Smartphone und somit von den Gefahren des Straßenverkehrs abgelenkt. Ein Handyverstoß kostet für einen Autofahrer 60 Euro. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg. Für einen Fahranfänger kommen noch zusätzlich circa 500 Euro für einen Nachschulungskurs hinzu. Verkehrsexperten fordern eine Erhöhung des Bußgeldes auf 200 Euro.

Unser Smartphone genießt einen hohen persönlichen Stellenwert. Wir teilen unsere Aktivitäten, hören die aktuellste Musik, organisieren unseren Tagesablauf und bleiben immer auf dem neuesten Stand. Die sozialen Medien haben einen festen und wichtigen Platz in unserer Gesellschaft. Jedoch darf dieser Platz nicht am Steuer unserer Fahrzeuge sein. Keine Mail, kein Chat ist ein Menschenleben wert!

Deshalb: Lenk dich nicht app!

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