Sprunghafter Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Bilanz mit Licht und Schatten: Kreispolizeibehörde HSK stellt Kriminalstatistik 2015 vor

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Präsentierten eine gemischte Bilanz (v.l.): Klaus Bunse, Landrat Dr. Karl Schneider und Horst Ehlert.

Meschede/Hochsauerland. Alle 41 Minuten geschieht im HSK eine Straftat – auf diesen einfachen Nenner ließe sich die polizeiliche Kriminalstatistik bringen, wenn man alle Delikte, die sich 2015 in der Region ereignet haben, durchschnittlich zusammenrechnen würde. Doch natürlich stellt sich die Bilanz deutlich differenzierter dar, wie bei der Vorstellung der Zahlen am Montagnachmittag im Mescheder Kreishaus deutlich wurde.

„Wir haben hier eindeutig eine Bilanz mit Licht und Schatten vorliegen“, fasste Landrat Dr. Karl Schneider die Ergebnisse bei der offiziellen Pressekonferenz zusammen. Es seien erfreuliche weil rückläufige Entwicklungen im Bereich der Gesamtkriminalität, der Sexualstraftaten und der Metalldiebstähle zu verzeichnen, dagegen gebe der massive Anstieg an Wohnungseinbrüchen nachhaltig Anlass zur Sorge. Die Zahl der durch Zuwanderer verursachten Delikte indes sei „nicht auffällig“. 

Daran anknüpfend stellte Horst Ehlert vom Kriminalkommissariat die detaillierten Zahlen der Kriminalstatistik 2015 vor. Positiv sei hervorzuheben, dass die Gesamtkriminalität statistisch um 3,5 Prozent auf 12.744 Straftaten gesunken ist – das zweite Jahr in Folge. Die Gesamtaufklärungsquote blieb mit 52,9 Prozent exakt auf dem Stand des Vorjahres. „Das ist keine überragende, aber dennoch eine durchaus ansehnliche Quote“, so Ehlert. Zumal, so gab Polizeidirektor Klaus Bunse zu Bedenken, an Personal stetig eingespart werde. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Tatsache, dass seit 2000 rund 70 Planstellen bei der Kreispolizeibehörde gestrichen wurden. 

Eine recht hohe Aufklärungsquote (82 Prozent) gibt es wiederum bei den Sexualstraftaten, da es sich hierbei meist um Beziehungsdelikte handelt. Insgesamt ist die Zahl mit 102 Fällen aber generell weiter rückläufig (-22,7 Prozent). 

Auch die Raubdelikte sind insgesamt von 101 auf 92 Fälle zurückgegangen (-8,9 Prozent), wobei die Zahl beim Handtaschenraub von vier auf 18 Fälle massiv angestiegen ist. Hierfür war vor allem eine Reihe von Vorfällen in Arnsberg (alleine 15) verantwortlich, bei denen kein Täter ermittelt werden konnten. 

Wohnungseinbrüche massiv angestiegen 

Überaus erfolgreiche Ergebnisse hat dagegen die Ermittlungsarbeit im Bereich der Metalldiebstähle geliefert. War dieses Feld mit 549 Fällen im Jahr 2012 noch eines der größten Sorgenkinder, so spielt es mit gerade einmal 56 Anzeigen 2015 keine nennenswerte Rolle mehr. 

In den Fokus gerückt ist dafür aufgrund des generellen Anstiegs der Flüchtlingszahlen der Bereich „Delikte von Zuwanderern“. 253 Fälle wurden 2015 im HSK insgesamt gemeldet, wobei ein Viertel davon untereinander begangenen wurden. Zudem handelt es sich hauptsächlich um vermeintlich kleinere Delikte wie Diebstahl oder Ladendiebstahl. Die öffentlich viel diskutierten Sexualdelikte weisen mit lediglich zehn bekannten Fällen ebenso wie die Gesamtstatistik der Straftaten durch Zuwanderer keine besonderen Auffälligkeiten auf. 

Das lässt sich – trotz durchaus vorhandener Erfolge in der Präventionsarbeit – für die Zahl der Wohnungseinbrüche überhaupt nicht sagen. Im Gegenteil, hier ist nach einer halbwegs moderaten Zunahme im vorletzten Jahr für 2015 ein sprunghafter Anstieg um 42 Prozent (von 345 auf 489 Einbrüche) zu verzeichnen. Knapp die Hälfte davon fällt in die Kategorie der Tageswohnungseinbrüche (Tatzeit zwischen 6 und 21 Uhr). „Wohnungseinbrüche bleiben das absolute Topthema. Hauptsächlich schlagen die Täter donnerstags, freitags und samstags zwischen 18 und 20 Uhr zu“, weiß Horst Ehlert. Dass es bei 188 der 489 Einbrüche lediglich bei Versuchen blieb und dass mit 329 Objektberatungen zum Thema „Einbruchschutz“ zwölf Prozent mehr als noch vor einem Jahr ausgeführt wurden, ist dabei auch für die Kreispolizeibehörde nicht mehr als eine positive Randnotiz. 

"Eine enorme Kraftaufgabe"

Dabei, so verdeutlichte Polizeidirektor Klaus Bunse, gelte gerade diesem Bereich seit einiger Zeit bereits das Hauptaugenmerk. „Wir haben im September vergangenen Jahres bereits eine Sonderermittlungsgruppe für Wohnungseinbrüche und Diebstahl ins Leben gerufen. Diese besteht aus einem Leiter und zehn Sachbearbeitern beziehungsweise Beamten – das ist schon eine enorme Kraftaufgabe“, so Bunse. Allerdings seien bereits erste Ermittlungserfolge zu verzeichnen. Dennoch betonte auch der Polizeidirektor, dass in diesem Sektor weiterhin ein Fokus der künftigen arbeit liegen wird. 

Das verdeutlichte auch Landrat Dr. Karl Schneider abschließend: „Der Bereich Wohnungseinbrüche bleibt auch künftig ein Schwerpunktthema“.

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